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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Schrift-Räume

Adressatenkreis: BA Kulturwissenschaften, Module G2 / 4 und G3 / 5; MA Europäischen Moderne, Modul 2E; Magister Hauptstudium Geschichte; weitere Interessierte auf Anfrage
Ort: Sankt Gallen
Adresse: Hotel am Spisertor
Moosbruggstr. 1
CH-900 St. Gallen
Termin: 28.10.2010 bis
30.10.2010
Leitung: Prof. Dr. Schmieder
Dr. Uta Kleine
Anmeldefrist: abgelaufen
Auskunft erteilt: E-Mail: Prof. Dr. Felicitas Schmieder
Telefon: +49 2331 987-2120
E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: +49 2331 987- 4752

Der Zusammenhang von Schrift und Raum manifestiert sich im Mittelalter auf unterschiedli-chen Ebenen: Erstens ist Schrift an bestimmte soziale Milieus und konkrete Orte gebunden. Für das frühere Mittelalter heißt das: an die Mönche als Schreiber und das Kloster bzw. Skriptorium als Orte, wo Schriftstücke produziert und auch rezipiert wurden. Im späteren Mittelalter spielen Kleriker und Schulen bzw. Universitäten eine zunehmende Rolle. Zweites ist die Schrift an bestimmte Trägermedien gebunden, im Mittelalter fast exklusiv an das Per-gament. Auch die Pergamentseite kann als Schriftraum verstanden werden: als eine Fläche, auf der Buchstaben (aber auch Zahl- und Notenzeichen), graphische Elemente und Bilder miteinander zu komplexen Zeichengebilden verschränkt werden können. Die Buchseite als geordneter Schriftraum wird zum Abbild von Denkordnungen. Als eine besondere Spielart der schrifträumlichen Organisation der Buchseite können die frühen Formen von „Kartogra-phie“ gelten, die ebenfalls in den Blick genommen werden sollen. Schrift kann drittens der Erschließung und Beherrschung von sozialen ebenso wie geographischen Räumen dienen: in der Güter- und Besitzverwaltung, in Schule/ Übersetzung/ Mission.

Diese Aspekte wollen wir uns anhand der Bibliothek des Klosters Sankt Gallen erschließen, die zu den ältesten an einem Ort erhaltenen frühmittelalterlichen Sammlungen überhaupt gehört. Wir werden die Bibliothek besuchen und früh- und hochmittelalterliche Handschrif-ten zum Thema genauer ansehen (der Besuch der Bibliothek ist kostenpflichtig). Vor allem aber werden wir uns im Seminar anhand von einzelnen Vertiefungen das Thema systema-tisch erschließen, wofür Anfang September ein Reader auf einer Moodleplattform (die nach Anmeldeschluss freigeschaltet werden wird) zur Verfügung gestellt werden wird. Auch die Übernahme von Referaten seitens der Teilnehmer ist willkommen; Themen für mögliche Re-ferate werden Sie ebenfalls auf Moodle finden. Hausarbeiten im Magisterhauptstudium und Prüfungsleistungen für die Magisterabschlussprüfung sowie Hausarbeiten und mündliche Prüfungen in den neuen Studiengängen (in Folge, nicht während des Seminars) aufgrund des Seminars sind nach Absprache möglich und erwünscht.

Einführende Literatur:
Peter Ochsenbein (Hg.), Das Kloster St. Gallen im Mittelalter. Die kulturelle Blüte vom 8. bis zum 12. Jahrhundert, Darmstadt 1999
Außerdem empfehlen wir einen ‚Abstecher’ in den digitalen Handschriftenkatalog der Stifts-bibliothek St. Gallen (http://www.cesg.unifr.ch/de/index.htm).

Die Präsenzveranstaltung findet im Seminarraum des Hotels Spisertor statt.
Im Anschluss an das Seminar kann noch die Topographie von Kloster und Stadt gemeinsam erschlossen werden.

Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Studierende begrenzt

04.12.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas, 58084 Hagen