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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Vorbereitung Spanien-Exkursion (Christen, Juden und Muslime in Spanien – Mittelalter bis Moderne)

Adressatenkreis: Magister Hauptstudium, BA Kulturwissenschaften Modul 12A (Kulturelle Räume und Grenzen), Master Formierung der Europäischen Moderne Modul 1 (Vormoderne: Alteuropa als Gegenwelt und Traditionszusammenhang), Akademiestudierende, Weitere Interessenten auf Anfrage
Ort: Hagen
Adresse: FernUniversität Hagen
AVZ
B118
Termin: 02.02.2006 bis
04.02.2006
Zeitraum: Do 16:00 - 19:00 Uhr bis Sa 9:00 - 18:00 Uhr
Leitung: Prof. Dr. F. Schmieder / Prof. Dr. R. Wendt
Anmeldefrist: abgelaufen
Auskunft erteilt: E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: (02331) 987- 4752

Präsenzveranstaltung der Lehrgebiete "Geschichte und Gegenwart Alteuropas" und "Neuere Europäische und Außereuropäische Geschichte" der Fernuniversität Hagen.


Die Präsenzveranstaltung wird in Zusammenhang mit der Exkursion vom 16. - 28. Oktober 2006 angeboten.

Die Iberische Halbinsel ist eine der facettenreichsten und wichtigsten kulturellen Kontakt- und Übergangszonen Europas. Dort trafen nicht nur mehr oder weniger konfliktreich Judentum, Christentumund Islam aufeinander und beeinflussten sich wechselseitig, von dort griff auch ein zentralistisch organisiertes, frühabsolutistisches, in globalen Dimensionen denkendes Königreich, das sich eine homogene katholische Identität gegeben hatte, nach Amerika und Asien aus und wurde zur Vermittlerin zwischen Alter und Neuer Welt.

Die Präsenzveranstaltung beschäftigt sich zunächst mit den unterschiedlichen Äußerungsformen der drei Kulturen sowie deren teils "tolerantem", teils unduldsam-aggressivem Umgang miteinander. Dabei wird das Reich der Westgoten ebenso zur Sprache kommen wie die arabische Eroberung ab 711, das Goldene Zeitalter der Juden und die christlichen Terraingewinne gegen den Islam, die in der Eroberung Toledos 1085 durch den "Kaiser beider Religionen" Alfons VI. einen ersten Höhepunkt erreichten. Während in den Übersetzerschulen von Toledo oder im Kalifat von Córdoba kultureller Austausch stattfand, praktizierten Almohaden und Almoraviden sowie manche katholische Prediger und Meinungsführer religiös-kulturelle Ausschließlichkeit. Mit dem Fall von Granada 1492 endete die "Reconquista", und Kastilien als führende Macht auf spanischem Boden reorganisierte seine Herrschaft politisch und kulturell, um die heimische Heterogenität zu beenden und mit gefestigter Identität universelle Geltung zu beanspruchen. Diese Entwicklungen werden den zweiten Schwerpunkt der Veranstaltung bilden. Aufblühende Universitäten und katholische Reform gehören dabei ebenso ins Bild wie Inquisition und die Vertreibung von Juden und Mauren, weltliche und geistliche Conquista oder die Debatte um den Indianerschutz. Im dritten Abschnitt schließlich wird es um das Fortwirken und die stetige Gegenwart der drei Kulturen sowie der Größe Kastiliens im "siglo de oro" gehen. Die Interpretation der Bedeutung dieser Geschichte für die spanische Identität und für das Verständnis des Verhältnisses zum übrigen Europa prägten sowohl die Selbstanalyse der Jahre nach 1898, als Spanien mit Kuba und den Philippinen seine letzten bedeutenden Kolonien verloren hatte, als auch die politischen Diskussionen vor und während des Bürgerkriegs, die Inszenierungen der Franco-Zeit sowie die Neubestimmung des Standorts Spaniens nach 1975.

Die Präsenzveranstaltung dient der Vorbereitung einer elftägigen Exkursion im Oktober 2006, die nicht als Ausflugs-, sondern als Arbeitsreise geplant ist und für die die Teilnehmerzahl begrenzt sein wird. In Hagen sollen zunächst die genannten Themenfelder abgesteckt und auch durch Referate umrissen werden. Ziel ist es, inhaltliche Zuständigkeiten festzulegen, die in Erläuterungen und Vorträge münden, die die Studierenden während der Exkursion vor Ort halten. An geeigneten Anknüpfungspunkten sind thematisch einschlägige Ereignisse und Prozesse sichtbar und verständlich zu machen. Zentrale Stationen der Exkursion werden u.a. sein: Zaragoza, Madrid, San Lorenzo de El Escorial, Valle de los Caídos, Alcalá de Henares, Calatrava-Burgen, Toledo, Avila, Salamanca, Tordesillas, Valladolid, Palencia, Arévalo, Medina del Campo, Segovia. Als Startpunkt ist derzeit Zaragoza geplant,das sich mit seiner römischen, muslimischen, christlichen und expansionsgeschichtlichen Vergangenheit für einen Einsteig gut eignet und zudem mit Ryan Air via London oder Mailand preiswert erreichbar ist. Die Anreise nach Zaragoza sowie die Rückreise (voraussichtlich von Madrid) sind eigenständig zu organisieren, die Exkursion im Land selber wird von uns geplant und vorgebucht.

Zur vorbereitenden Lektüre seien schon jetzt empfohlen: Ludwig Vones: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Sigmaringen 1993; Julio Valdeón/Klaus Herbers/Karl Rudolf: España y el "Sacro Imperio": procesos de cambios, influencias y acciones recíprocas en la época de la "europeización" (siglos XI-XIII). Valladolid 2002 (mit vielen deutschsprachigen Beiträgen); Odilo Engels: Reconquista-Studien, in: Ders.: Reconquista und Landesherrschaft. Studien zur Rechts- und Verfassungsgeschichte Spaniens im Mittelalter. Paderborn u.a. 1989, S. 279-300; Américo Castro: Spanien, Vision und Wirklichkeit. Köln, Berlin 1954; Walter Bernecker/Horst Pietschmann: Geschichte Spaniens. Stuttgart 32000. Über spanische Kultur, Landschaft und Menschen im Allgemeinen sowie über die Kunst des Reisens unterrichtet Cees Nooteboom: Der Umweg nach Santiago. Frankfurt 1992. Zusätzliche Materialien erhalten Sie rechtzeitig vor der Veranstaltung.

Bitte melden Sie sich bis zum 18.12.05 verbindlich an (vermerken Sie bitte ausdrücklich, wenn Sie nicht möchten, dass Ihre Kontaktadresse an die übrigen Teilnehmer weitergegeben wird), und zwar schriftlich entweder im Lehrgebiet „Geschichte und Gegenwart Alteuropas“ oder im Lehrgebiet „Neuere Europäische und Außereuropäische Geschichte" ( (Brief, e-mail oder Fax) oder verwenden Sie die untenstehende Online-Anmeldung.

Zur Übernachtung schlagen wir Ihnen die Bildungsherberge des ASTA vor, wo sie (möglichst frühzeitig) ein Zimmer reservieren können.

04.12.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas, 58084 Hagen