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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Medizin im Kolonialregime. Britisch-Indien 1800 - 1947

Adressatenkreis: BA Kulturwissenschaften Modul 12A/G4, MA Europ. Moderne Modul 6G, Magister
Ort: Leipzig
Termin: 06.03.2010 bis
07.03.2010
Leitung: Michael Mann
Anmeldung: max. 25 Teilnehmer; ONLINE-Anmeldung, s. unten; falls Sie mit der Weitergabe Ihrer Adresse zwecks Bildung von Fahrgemeinschaften nicht einverstanden sind, geben Sie dies bitte ausdrücklich an.
Auskunft erteilt: E-Mail: Karin Gockel
Telefon: +49 2331 987 - 2122

m 19. Jahrhundert wurde die europäische Schulmedizin, die so genannte Allopathie, in der "außereuropäischen Welt" als allein wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Medizin und daher einzig und global verbindliche durchgesetzt. Das gelang freilich nicht überall und auch nicht in allen Gesellschaftsschichten. Örtliches medizinisches Wissen wurde dagegen zurückgedrängt und naturheilkundliches Wissen als Quacksalberei abgetan - was übrigens für die Homöopathie in Europa ebenfalls zutraf. Zugleich stellten die Kolonien der europäischen Imperialmächte ein einzigartiges Laboratorium dar, in dem sie ihre Kenntnisse und das daraus gewonnene Wissen über Krankheiten, ihre Ursachen und Möglichkeiten der Bekämpfung überhaupt erst entwickeln konnten.


So sind denn im 19. Jahrhundert zwei Schritte zu beobachten. Zum einen die nach Jahrzehnten gelungene Abdrängung einheimischen Wissens zugunsten einer als fortschrittlich definierten Medizin, deren Methoden und Praktiken sich teilweise mitnichten von andernorts üblichen Praktiken unterschied, jedoch allein zur Abgrenzung des "Anderen" als unwissenschaftlich verunglimpft wurden. Zum zweiten wurden nicht selten europäische Medizinwissenschaftler im Rahmen nationaler meist europäischer Konkurrenz instrumentalisiert, wenn wissenschaftliche Entdeckung und Erkenntnis Volkscharaktern und rasischen Eigenschaften zugeschrieben wurden.


Anhand diverser Texte wird das Seminar in die Problematik von indischer Medizin, Kolonialherrschaft, internationaler europäisch-amerikanischer Konkurrenz und persönlichen Wissenschaftlerschicksalen einführen.

02.04.2015
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Neuere Europäische und Außereuropäische Geschichte, 58084 Hagen