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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Missionare und Diplomaten - Akteure zwischen den Kulturen

Adressatenkreis: BA KuWi: Modul G2; Modul G4; BA KuWioF: Modul 4; Modul 12A; MA EuMo: Modul 6G; Interessierte
Ort: Hamburg
Adresse: Regionalzentrum Hamburg
Seminarraum 1
Termin: 04.09.2015 bis
05.09.2015
Zeitraum: Freitag, 04.09.2015, 9:00 bis 18:00 Uhr,
Samstag, 05.09.2015, 9:00 bis 18:00 Uhr
Leitung: Dr. Eberhard Crailsheim
Dr. Gabriela Hofstetter
Imke Rath
Anmeldefrist: 24.07.2015
Anmeldung: ONLINE-Anmeldung, s. unten
Auskunft erteilt: E-Mail: Dr. Eberhard Crailsheim
Telefon: +49 2331 987 - 2124
E-Mail: Karin Gockel
Telefon: +49 2331 987 - 2122

Am Beginn der frühen Neuzeit trat Europa in Kontrakt mit zahlreichen fremden Kulturen. Europäer, sowie europäische Waren, Viren und Vorstellungen veränderten diese Gebiete ebenso, wie die die dortigen Gegebenheiten, Produkte und Bakterien Europa beeinflussten. Doch wer waren die Akteure dieses interkulturellen Austausches? Diese Lehrveranstaltung nimmt zwei Typen interkultureller Akteure in den Blick, die im Zuge der europäischen Expansion eine zentrale Rolle einnahmen: Missionare und Diplomaten.

Im Rahmen der spanischen Eroberungspolitik in Amerika und Asien zum Beispiel waren Soldaten, Beamten und katholische Missionaren eng miteinander im Bemühen um die Machterweiterung der katholischen Könige verknüpft. Während die Soldaten die militärische und die Beamten die administrativ/finanzielle Seite der Expansion abdeckten, waren die Mönche diejenigen, die die imperiale Politik am direktesten bei den neuen Untertanen implementierten. Nur die Missionare, mit ihren Sprachkenntnissen, waren in der Lage direkt mit der lokalen Bevölkerung zu kommunizieren. Sie bekehrten Indigene, schufen administrative Verwaltungseinheiten, vermittelten zwischen den Seiten und waren oftmals die eigentlichen Herrscher kleinerer und größerer Verwaltungseinheiten. Durch ihren intensiven Kontakt mit den Indigenen können sie vielleicht über lange Zeit hinweg als wirksamste Akteure interkultureller Austauschbeziehungen bezeichnet werden.

Der zweite Typ interkultureller Akteure ist der Diplomat. Dabei muss man klarstellen, dass es nicht um den Diplomatentyp des 19. Jahrhunderts geht, der bis heute besteht. In der Frühen Neuzeit handelt es sich vielmehr um ad-hoc Gesandtschaften zwischen verschiedenen Herrschern. Der Status eines solchen Gesandten war dabei keinesfalls eindeutig definiert und auch bei den Personen, die für eine derartige Funktion gewählt wurden gab es große Unterschiede. In jedem Fall handelt es sich um Schlüsselpersonen, die zwischen den Kulturen vermittelten und teilweise erhebliche Kenntnisse über die jeweils andere Kultur hatten.

Anhand von ausgewählten Beispielen und Quellentexten werden die beiden Personengruppen vorgestellt und ihre Funktion als interkulturelle Vermittler hervorgehoben. Auch die historische Bedeutung von Missionskrankenschwestern und Diplomatinnen wird thematisiert. Die Lehrveranstaltung richtet sich vor allem an die Studierenden im BA Kulturwissenschaften, aber auch an Interessierte anderer Studiengänge. Die Studierenden erhalten über eine Moodle-Plattform vorab einführender Literatur und erste Arbeitsaufgaben.

Literaturhinweise:

  • Hausberger, Bernd (Ed.) (2004): Im Zeichen des Kreuzes. Mission, Macht und Kulturtransfer seit dem Mittelalter. Wien: Mandelbaum (Expansion - Interaktion - Akkulturation, 7).
  • Jobs, Sebastian; Mackenthun, Gesa (Eds.) (2013): Agents of transculturation. Border-crossers, mediators, go-betweens. Münster: Waxmann (Cultural encounters and the discourses of scholarship, 6).
  • Kern, Margit (2010): Übersetzungsprozesse in der religiösen Kunst der Frühen Neuzeit. Die Mission in Neuspanien. In: Henning P. Jürgens, Thomas Weller (Eds.): Religion und Mobilität. Zum Verhältnis von raumbezogener Mobilität und religiöser Identitätsbildung im frühneuzeitlichen Europa ; [Ergebnisse einer internationalen Tagung am Mainzer Institut für Europäische Geschichte, 12.02. - 14.02.2009]. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht (Beiheft, 81).
  • Medick, Hans (1989): Missionare im Ruderboot. Ethnologische Erkenntnisweisen als herausforderungen an die Sozialgeschichte. In: Alf Lüdtke (Ed.): Alltagsgeschichte. Zur Rekonstruktion historischer Erfahrungen und Lebensweisen. Frankfurt ; New York: Campus, pp. 48–84.
  • Subrahmanyam, Sanjay (2012): Courtly Encounters. Translating Courtliness and Violence in Early Modern Eurasia. Cambridge, Mass: Harvard Univ. Press (The Mary Flexner lectures).
  • Thiessen, Hillard von; Windler, Christian (Eds.) (2010): Akteure der Außenbeziehungen. Netzwerke und Interkulturalität im historischen Wandel. Tagung "Außenbeziehungen in Akteurszentrierter Perspektive: Verflechtung, Gender, Interkulturalität". Köln: Böhlau (Externa, 1).
  • Tremml-Werner, Birgit; Crailsheim, Eberhard (Eds.) (2015): Audienzen und Allianzen. Interkulturelle Diplomatie in Asien und Europa vom 8. bis zum 18. Jahrhundert. Wien: Mandelbaum (Expansion - Interaktion - Akkulturation, 26).
  • Wilfried Wagner (Ed.): Kolonien und Missionen. Referate des 3. Internationalen Kolonialgeschichtlichen Symposiums 1993 in Bremen. Münster: Lit-Verl (Bremer Asien-Pazifik Studien, 12).
  • Heyden, Ulrich van der; Feldtkeller, Andreas (Eds.) (2012): Missionsgeschichte als Geschichte der Globalisierung von Wissen. Transkulturelle Wissensaneignung und -vermittlung durch christliche Missionare in Afrika und Asien im 17., 18. und 19. Jahrhundert. Missionsgeschichte als Globalgeschichte. Transkulturelle Wissensaneignung und -vermittlung durch christliche Missionare in Afrika und Asien im 18. und 19. Jahrhundert. Stuttgart: Steiner (Geschichte, 19).

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16.04.2015
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Neuere Europäische und Außereuropäische Geschichte, 58084 Hagen