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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Tools of Empire - Sprache und Schrift im Imperialismus. AUSGEBUCHT! Anmeldung nur noch auf Warteliste möglich!

Adressatenkreis: BA Kulturwissenschaften Modul 4/G2; Modul 12/G4; MA Europ. Moderne Modul 6G; Magister
Ort: Hagen
Adresse: Fernuniversität in Hagen
Universitätsstraße 11
Gebäude TGZ
58097 Hagen

Raum F 09
Termin: 22.07.2011 bis
23.07.2011
Zeitraum: 22.07.2011 , 16.00 bis 20.00 Uhr bis
23.07.2011 , 9.00 bis 18.00 Uhr
Leitung: Prof. Dr. Reinhard Wendt
Anmeldefrist: 10.06.2011
Anmeldung: ONLINE-Anmeldung, s. unten; Falls Sie mit der Weitergabe Ihrer Adresse zwecks Bildung von Fahrgemeinschaften nicht einverstanden sind, geben Sie dies bitte ausdrücklich an.
Auskunft erteilt: E-Mail: Prof. Dr. Reinhard Wendt
Telefon: +49 2331 987 - 2124
E-Mail: Karin Gockel
Telefon: +49 2331 987 - 2122

Herrschen mit und über Sprachen und Schriften gehörte zu den zentralen kolonialen Machttechniken. Folge waren die Verbreitung europäischer Sprachen wie Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Russisch und vor allem Englisch weit über ihre Ursprungsgebiete hinaus. Zudem wurde das lateinische Alphabet zu einer Art „Scriptura Franca“, die heute auf allen Kontinenten zuhause ist. Diese Entwicklungen und Zusammenhänge werden im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen. Wir werden die Rolle von Sprache und Schrift in Administration und Justizwesen der Kolonien ebenso erörtern wie im Bildungswesen. Zwar war es so nicht beabsichtigt, doch entwickelten sich diese „Tools of Empire“ auch zu einem kulturellen Kapital, das der jeweils einheimischen Bevölkerung Aufstiegschancen ermöglichte und ihnen zu dem Werkzeuge für den antikolonialen Widerstand in die Hand gab. Spanisch, Französisch oder Englisch wurden Sprachen der Opposition und schließlich auch vieler postkolonialer Nationen. Autoren aus Asien, Afrika und Südamerika verfassten Werke der Weltliteratur in den Idiomen ihrer einstigen kolonialen Herren. Diese Sprachen entwickelten sich zudem außerhalb Europas weiter, Englisch differenzierte sich aus in zahlreiche „New Englishes“, Kreolsprachen entstanden. Diese Aneignungen und Weiterentwicklungen werden ebenfalls Gegenstand der Veranstaltung sein.


Zur einführenden Lektüre sei schon jetzt empfohlen – neben Einheit 1 des FernUni-Kurses 34202 „Europäische Expansion und außereuropäische Schriftkultur“– das „Schlusswort“ ( S. 323-332) von Gesine Krüger zu ihrem „Schrift-Macht-Alltag. Lesen und Schreiben im kolonialen Südafrika. Köln u.a. 2009“,die „Einleitung“ (S. 1-33) von Almut Steinbach zu ihrer „Sprachpolitik im britischen Empire. München 2009“ sowie für die deutschen Kolonien Susanne Mühleisen „ Zwischen Sprachideologie und Sprachplanung. Kolonial- Deutsch als Verkehrsprache für die Kolonien“ und Katrin Otremba „Stimmen der Auflehnung. Antikoloniale Haltungen in afrikanischen Petitionen an das Deutsche Reich“, beide in: Ingo H. Warnke (Hg.) : Deutsche Sprache und Kolonialismus .Berlin, New York 2009, S. 97-118 und S. 235-262.

Ein eigens zusammengestellter Reader wird Ihnen rechtzeitig vor der Veranstaltung zugehen.

02.04.2015
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Neuere Europäische und Außereuropäische Geschichte, 58084 Hagen