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Präsenzveranstaltung

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Thema:

FÄLLT LEIDER AUS!!!

Deutsche und Dänen in Übersee - Spurensuche in einer kolonialen Erinnerungslandschaft

Adressatenkreis: BA KuWi: Modul G4; BA KuWioF: Modul 12A; MA EuMo: Modul 6G; MA GeEu;
Interessierte
Ort: Flensburg & Kopenhagen
Adresse: Den Slesvigske Samling
Dansk Centralbibliotek for Sydslesvig e. V.
Norderstr. 59
24939 Flensburg
Termin: 24.05.2018 bis
26.05.2018
Zeitraum: Beginn: Donnerstag, 24.05.2018, 10:00 Uhr
Ende: Samstag, 26.05.2018, 16:00 Uhr
Leitung: Prof. Dr. Jürgen G. Nagel
Marco Petersen
Anmeldefrist: 13.04.2018
Anmeldung: ONLINE-Anmeldung s. unten
Auskunft erteilt: E-Mail: Prof. Dr. Jürgen G. Nagel
Telefon: +49 2331 987 - 2114
E-Mail: Karin Gockel
Telefon: +49 2331 987 - 2122

Das Seminar wirft einen gekreuzten Blick auf die Kolonialgeschichte und die damit verbundene Erinnerungskultur zweier europäischer Staaten, die ihre Bedeutung als Kolonialmacht lange vernachlässigt oder marginalisiert hatten. In Deutschland rücken die koloniale Vergangenheit und die damit verbundene Erinnerungskultur bereits seit einigen Jahren wieder zunehmend in den Fokus. Beeinflusst durch die Postcolonial Studies ab Ende der 1990er Jahre wurden sie Teil fachwissenschaftlicher Diskurse und spätestens 2004 durch den 100. Jahrestag des Herero- und Nama-Krieges ebenso öffentlicher und gelegentlich politischer Debatten.

Auch in Dänemark spielte die eigene Kolonialgeschichte kaum eine Rolle, wurde weitgehend vergessen oder verklärt. Am 31. März 1917 hatte das Königreich seine Kolonien in der Karibik mitsamt den dort lebenden Menschen an die USA verkauft. 100 Jahre später beging man auf den US Virgin Islands das Jubiläum dieses Ereignisses, das tief im Bewusstsein der dortigen Bevölkerung verankert ist. Aber auch in Dänemark nahmen jetzt verschiedenste Akteure den „Transfer Day“ zum Anlass, die Geschichte aufzuarbeiten und sich kritisch mit dem kolonialen Erbe auseinanderzusetzen. Die öffentlichen Reaktionen auf die Ergebnisse waren laut und überaus vielstimmig.

Der Blick auf die Parallelen und Unterschiede berücksichtigt besonders die historischen und räumlichen Verflechtungen der beiden Kolonialstaaten. So teilt die seit 1920 bestehende Staatsgrenze zwischen Deutschland und Dänemark ein über Jahrhunderte als Einheit bestehendes Gebiet, das in seiner Geschichte wechselnd beiden Nationen angegliedert wurde. Dadurch war es während der Epoche des neuzeitlichen europäischen Kolonialismus Teil gleich zweier Nationen in zwei unterschiedlichen Formen der kolonialen Expansion. Als Herzogtum Schleswig im dänischen Gesamtstaat während der Blütezeit der Handelskompanien und später als preußische Provinz Schleswig-Holstein in der Phase des Hochimperialismus. Durch kulturelle, wirtschaftliche und politische Verflechtungen beider Staaten haben sich zudem weitere Verflechtungen in den kolonialen Aktivitäten ergeben. Aus diesen Gründen gibt es heute auf deutscher Seite ein koloniales Erbe aus dänischer Geschichte und im nördlichen Nachbarland entsprechende Spuren der Kolonialgeschichte des Deutschen Kaiserreiches. Dies stellt nicht zuletzt auch eine besondere Herausforderung vor den national determinierten und teils konkurrierenden Erinnerungskonzepten dar.

Das Seminar bietet Gelegenheit, die kolonialhistorischen Verflechtungen und erinnerungsgeschichtlichen Zusammenhänge vor Ort – in Flensburg und in Kopenhagen – kennenzulernen, Ausstellungen in Flensburg, Apenrade und Kopenhagen zu besuchen und mit den dänischen und norddeutschen Kuratoren und Wissenschaftler ins Gespräch zu kommen. Am Donnerstag (24.05.2018) und Samstag (26.05.2018) findet die Veranstaltung in Flensburg statt, am Freitag (25.05.2018) ist ein Besuch in Kopenhagen vorgesehen. Seitens der Veranstalter wird hierfür ein Bustransfer und eine Übernachtung in Kopenhagen organisiert. Der Kostenbeitrag für jeden einzelnen Teilnehmer/jede einzelne Teilnehmerin wird zwischen 200 € und 250 € liegen und beinhaltet den Bustransfer inklusive Brückenmaut, die Übernachtung im Doppelzimmer in Kopenhagen sowie die erforderlichen Eintrittsgelder. Die endgültige Summe hängt von der Zahl der angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab, die auf maximal 22 Personen beschränkt ist.

Literaturhinweise

Heinzelmann, Eva/Robl, Stefanie/Riis, Thomas (Hg.): Der dänische Gesamtstaat. Ein unterschätztes Weltreich?, Kiel: Ludwig, 2006.

Krieger, Martin: Kaufleute, Seeräuber und Diplomaten. Der dänische Handel auf dem Indischen Ozean (1620–1868) (Wirtschafts- und sozialhistorische Studien, 8), Köln, Weimar, Wien: Böhlau, 1998.

Petersen, Marco (Hg.): Sønderjylland-Schleswig Kolonial. Das koloniale Erbe in der Region zwischen Eider und Königsau, Odense: Syddansk Universitetsforlag, 2018. [ab April 2018]

Zimmerer, Jürgen: Kein Platz an der Sonne. Erinnerungsorte der deutschen Kolonialgeschichte, Frankfurt/Main: Campus, 2013.

Karin Gockel | 19.04.2018
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Neuere Europäische und Außereuropäische Geschichte, 58084 Hagen