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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Sprache und Schrift in Widerstand und Dekolonisation


A U S G E B U C H T !!!

Adressatenkreis: BA KuWi: Modul G2; Modul G4; BA KuWioF: Modul 4; Modul 12A; MA EuMo: Modul 6G; offen für alle Geschichtsstudierende
Ort: Linz
Adresse: Zentrum für Fernstudien Linz
Johannes Kepler Universität
Altenbergerstr. 69
A-4040 Linz / Österreich

RAUMÄNDERUNG:
Hörsaal 6 im Gebäude Hörsaaltrakt auf dem Campus der JKU Linz
Termin: 05.05.2017 bis
06.05.2017
Zeitraum: ACHTUNG: Terminänderung!

Freitag, 05.05.2017, 09:00 bis 18:00 Uhr,
Samstag, 06.05.2017, 09:00 bis 18:00 Uhr
Leitung: Prof. Dr. Jürgen G. Nagel
Anmeldefrist: 31.03.2017
Anmeldung: ONLINE-Anmeldung s. unten
Auskunft erteilt: E-Mail: Prof. Dr. Jürgen G. Nagel
Telefon: +49 2331 987 - 2114
E-Mail: Karin Gockel
Telefon: +49 2331 987 - 2122

Raum: Campus der JKU Linz, Hörsaaltrakt, Hörsaal 6

Die Vermittlung von Schriftlichkeit und der Transfer von Sprachkompetenzen spielte in der europäischen Expansion eine wesentliche Rolle. Während der Kolonialzeit brachten Verwaltungen und Missionen Sprache und Schriftkultur der jeweiligen Kolonialmacht in die beherrschten Gebiete. Damit legten sie, zumeist unbeabsichtigt, wichtige Grundlagen für eine Neuorientierung der kolonisierten Gesellschaften, für eine neue Elitenbildung und letztendlich für den antikolonialen Widerstand. Es waren gerade dessen Führungskräfte, die durch sprachliche Kompetenzen Zugang zu europäischer Bildung erhielten und aus den europäischen Sprachen ein Instrument der Selbstvergewisserung und der Auseinandersetzung mit den Imperialmächten machten. Dies rief Rückwirkung auf die kulturelle Entwicklung in den (de-)kolonisierten Gesellschaften hervor, die in literarischen und politischen Ausdrucksformen ebenso zum Ausdruck kamen wie in Verwaltung oder Bildung. Gleichzeitig veranlassten solche Entwicklungen wiederum die Rückbesinnung auf tradierte Sprachen und Literaturen der Region. Diesen komplexen Zusammenhängen will sich das Seminar anhand ausgewählter Fallbeispiele aus dem Dekolonisationsprozess wie auch aus den zugehörigen theoretischen Diskursen widmen.

Literaturhinweise

Ashcroft, Bill/Griffiths, Gareth/Tiffin, Helen: The Empire Writes Back. Theory and Practice in Post-Colonial Literatures, London: Routledge, 1989, 2. Aulf. 2002.

Bauer, Ralph (Hg.): Creole Subjects in the Colonial Americas. Empires, Texts, Identities, Chapel Hill: University of North Carolina Press, 2009.

Fanon, Frantz: Die Verdammten dieser Erde, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1976.

Irele, Abiola: The Négritude Moment. Explorations in Francophone African and Caribbean Literature and Thought, Trenton: Africa World Press, 2011.

Krüger, Gesine: Schrift – Macht – Alltag. Lesen und Schreiben im kolonialen Südafrika, Köln: Böhlau, 2009.

Lewis, Shireen K.: Race, Culture, and Identity. Francophone West Africa and Caribbean Literature and Theory from Négritude to Créolité, Lanham: Rowman & Littlefield, 2006.

Memmi, Albert: Der Kolonisator und der Kolonisierte. Zwei Porträts, Frankfurt/Main: Syndikat, 1980.

Müller, Gesine: Die koloniale Karibik. Transferprozesse in hispanophonen und frankphonen Literaturen (Mimesis, 53), Berlin: De Gruyter, 2012.

Ong, Walter: Oralität und Literalität. Die Technologisierung des Wortes, Opladen: Westdeutscher Verlag, 1987.

Pennycook, Alastair: English and the Discourse of Colonialism, London: Routledge, 1998.

Reinhard, Wolfgang: Sprachbeherrschung und Weltherrschaft. Sprache und Sprachwissenschaft in der europäischen Expansion, in: Ders.: Ausgewählte Abhandlungen (Historische Forschung, 60), Berlin: Duncker & Humblod, 1997, S. 9-19.

Karin Gockel | 04.04.2017
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Neuere Europäische und Außereuropäische Geschichte, 58084 Hagen