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Projekte

laufend

  • Die Kolonie als wissenschaftliches Projekt. Forschungsorganisation und Forschungspraxis im deutschen Kolonialreich
    Projektleitung: Jürgen G. Nagel

    Habilitationsvorhaben

    Die historische Forschung in Deutschland entdeckt in den letzten Jahren zunehmend die eigene koloniale Vergangenheit; gleichzeitig richtet sich international ein steigendes Augenmerk auf Verbindung zwischen Kolonialismus und Wissenschaft (scientific colonialism). Dennoch wird die Forschungslage in der Bundesrepublik aus wissenschaftshistorischer Sicht vorrangig von den Disziplinengeschichten und der biographischen Forschung bestimmt. Aus kolonialhistorischer Sicht besteht zudem eine Dominanz der post colonial studies. In der Folge wird hinsichtlich der Kolonialforschung vor allem eine Geschichte der wissenschaftlichen Leitideen und der kolonialen Fremdwahrnehmung geschrieben. Vernachlässigt werden bislang die konkreten Entstehungsbedingungen wissenschaftlicher Kenntnis in den Kolonien, was in Anbetracht der langfristigen Gültigkeit der meisten Forschungsergebnisse eine deutliche Blindstelle hinterlässt. Zudem fehlt bislang eine Zusammenschau der vorliegenden Einzelergebnisse, die durch die Breite des in Frage stehenden Disziplinenspektrums teilweise weit verstreut sind. Vor diesem Hintergrund unternimmt die Studie den Versuch, die Perspektive "von unten" mit einer die Disziplinengrenzen überschreitenden Sichtweise zu verbinden. Dabei stehen mit der völkerkundlichen Forschung, den geographisch-landeskundlichen Fächer und der Medizin drei thematische Blöcke im Mittelpunkt. Den Ausgangspunkt bildet ein dezidiert akteursbezogener Blick auf diese Felder, der einen neuen Zugang zu Fragen nach Erscheinungsformen, Netzwerken und Institutionalisierungsprozessen ermöglichen soll.

  • Von Pyritz nach Vava'u. Auswanderung von Pommern nach Polynesien und Bildung einer transkulturellen Diaspora von German Pacific Islanders
    Projektleitung: Prof. Dr. Reinhard Wendt

    Im Kern des Projektes steht die Geschichte von 22 Auswanderern aus Pommern nach Polynesien und die ihrer Nachfahren bis heute. Sie wird in mehreren Schritten erzählt. Zunächst geht es um die Menschen, zu einem guten Teil Mitglieder miteinander verschwägerter Familien, die sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderte gemeinsam aus dem kleinen Städtchen Pyritz auf den Weg nach Ozeanien machte, genauer gesagt auf die Vava'u-Inseln im Norden des Tonga-Archipels. Die Migration dorthin und das Leben in der Südsee zwischen deutschen Traditionen und den Gegebenheiten der polynesischen Residenzgesellschaft sind zweiter Kernpunkt des Vorhabens. Die Menschen des Samples wurden auf Tonga heimisch, und viele Nachfahren leben bis heute in der Inselgruppe. Andere wanderten im Laufe des 20. Jahrhunderts weiter in andere pazifische Regionen. Bis heute sind sie familiär und freundschaftlich miteinander verbunden. Obwohl lediglich ein Großvater, ein Urgroßvater und zunehmend sogar nur ein Ururgroßvater für ihre deutschen Wurzeln stehen, scheint dieser Teil der Geschichte der Familien, also die Erinnerung an Deutschland, eine wesentliche Rolle in ihrer Selbstwahrnehmung zu spielen.

  • Was Friedhöfe und ihre Grabsteine erzählen. Leben, Sterben und Erinnern in der deutschen Auslandsgemeinde in Bangkok.
    Projektleitung: Reinhard Wendt

    Friedhöfe und ihre Grabsteine erzählen Geschichten vom Leben und Sterben der Menschen, die dort ihre letzte Ruhe gefunden haben. Sie berichten von Geburtsort, Beruf, Alter, Lebensumständen und Familienverhältnissen der Verstorbenen. Damit sind sie ein Kristallisationspunkt historisch relevanter Informationen, ein "Überrest" geschichtlicher Ereignisse. Sie bergen in sich jedoch darüber hinaus auch das Potential eines Erinnerungsortes, der für eine Gemeinschaft von Menschen ein Maß an Bedeutung und identitätsstiftender Symbolik besitzt, der seine Gegenständlichkeit weit übersteigt.

    Im Mittelpunkt des Projektes steht der protestantische Friedhof in Bangkok. Wir verstehen ihn konzeptionell als einen – materiellen, aber auch immateriellen - "Lieu de mémoire" im Sinne des Ansatzes von Pierre Nora und der Arbeiten zu Deutschland und Europa, die sich von ihm inspirieren ließen. Anders als es vor allem bei Nora, aber weitgehend auch in den übrigen Sammelwerken der Fall ist, hat unser Vorhaben keinen nationalen Bezugsrahmen. Uns geht es um eine quer zu Grenzen lebende transnationale und -kulturelle Gemeinschaft. Wir nähern ihr uns mit Hilfe von Friedhof und Grabsteinen in mehreren Schritten und mit verschiedenen Perspektiven. Wir legen einen Weg zurück, der vom Materiell-Gegenständlichen zum Immateriell-Symbolischen, von der Realität zur Identitätsstiftung und vom kommunikativen zum kulturellen Gedächtnis führt.

    Manche Grabsteine lassen erkennen, dass die Toten integriert waren in ihre Residenzgesellschaft. Prächtige Grabsteine erlauben Rückschlüsse auf Wohlstand und sozialen Status. Die Namen thailändischer oder chinesischer Frauen oder auch Gräber aus einer Familie über mehrere Generationen künden von lokaler Verwurzelung. Bei einigen der Verstorbenen lag schon ihr Geburtsort nicht in Deutschland, sondern in Südostasien. Andere starben nicht in Bangkok, sondern in einem Nachbarstaat Thailands und sind doch in dessen Hauptstadt beerdigt. Dies führt uns in einem ersten Schritt zu der Annahme, die es in dem Projekt zu untermauern gilt, dass der protestantische Friedhof in Bangkok mehr ist als ein Kristallisationspunkt individueller historischer Lebensdaten. In ihm konkretisiert sich die Geschichte einer Gemeinschaft, und zwar vermutlich sogar einer diasporischen Gemeinschaft. Es spricht einiges dafür, dass Bangkok Eckpunkt einer Handels- und/oder Arbeitsdiaspora und der protestantische Friedhof ein Ort war, in dem sich diese Situation abbildete. Die Grabsteine, so unsere Annahme, zeigen, inwieweit die Bangkok-Deutschen in transkulturelle Netzwerke eingebunden waren und welche Gestalt diese Netzwerke hatten.

  • Programmschriften der Französischen Revolution
    Projektleitung: Apl. Prof. Dr. Wolfgang Kruse
  • Forschungsprojekt: Zwischen Pflicht und Neigung - Arbeitsethos und Berufsalltag bürgerlicher Männer im 19. Jahrhundert
    Projektleitung: Dr. Eva Ochs
  • Forschungsprojekt: Viktor Agartz und die deutsche Nachkriegspolitik
    Projektleitung: Christoph Jünke
  • Handbuch der europäischen Verfassungsgeschichte im 19. Jahrhundert
    Projektleitung: Apl. Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch, Prof. Dr. Peter Brandt, Dr. Werner Daum
  • Geschichte der römischen Provinzen Prof. Dr. Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer

    Im Rahmen der Neubearbeitung des "Handbuchs der Altertumswissenschaften" im Beck-Verlag verfasse ich den erstmals erscheinenden Band zur "Geschichte der römischen Provinzen". Das Projekt, für das eine Förderung beantragt wird, beginnt 2010 und ist auf 5 Jahre angelegt.

  • Deutscher Historischer Städteatlas, Blatt Frankfurt am Main
    Projektleitung: Prof. Dr. Felicitas Schmieder, PD Dr. Michael Rothmann , Ralf Roth

    Das Projekt gliedert sich ein in das Großprojekt des Deutschen Historischen Städteatlas und wird aus einer Kursdarstellung der (Stadt)Geschichte seit den Anfängen mit deutlichem Fokus auf der topographischen Entwicklung, aber auch der Einordnung der Stadt in ihr Umland enthalten sowie zahlreiche Karten sowohl aus den vergangenen Zeiten selbst als auch die vergangenen Verhältnisse rekonstruierend.

  • Europa im Hoch- und Spätmittelalter. Neue Fischer Weltgeschichte Band 4 Prof. Dr. Felicitas Schmieder

    Dem Konzept der auf insgesamt 21 Bände angelegten Neuen Fischer Weltgeschichte gemäß wird der Band (der voraussichtlich Ende 2009 erscheinen soll) die Geschichte des europäischen Kontinents zwischen 1000 und 1500 umfassen und damit nicht zuletzt einen kulturell aufgeteilten und durchmischten Raum, dessen für das Ganze relevante Einzelentwicklungen ebenso wie die kulturgrenzüberschreitenden Ereignisse und Entwicklungen zu betrachten sind. Weiterhin wird das halbe Jahrtausend Betrachtungszeitraum in vier Epochen aufgeteilt (wobei die Abgrenzungen von 1000 bis 1150, 1150 bis 1250, 1250 bis 1350 und 1350 bis 1500 als Hilfslinien zu verstehen sind) und jede Epoche in vier Themenbereiche (politische Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur).

  • Englische Armenbriefe, 1600 - 1834 / English Pauper Letters, 1600 - 1834
    Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Sokoll

    Das Forschungsprojekt dient der Erschließung, Dokumentation und historischen Interpretation aller englischen Armenbriefe vom 17. bis zum frühen 19. Jahrhundert. Es erfolgt in enger Zusammenarbeit mit britischen Kollegen im Auftrage der British Academy.

  • Prophetien als Sprachcode der moralischen, gesellschaftlichen und politischen Kommunikation im 13. und 14. Jahrhundert
    Projektleitung: Prof. Dr. Felicitas Schmieder, Gian Luca Potesta (Univ. Cattolica Mailand), Sylvain Piron (EHESS Paris)

    Prophetien als Sprachcode der moralischen, gesellschaftlichen und politischen Kommunikation im 13. und 14. Jahrhundert
    (in Kooperation mit Gian Luca Potesta, Univ. Cattolica Mailand, und Sylvain Piron, EHESS Paris)
    Das europäische Mittelalter war zutiefst christlich, und christliche Ideen dominierten das gesamte Weltbild, die gesellschaftlichen Wertvorstellungen und die Handlungsmuster der Menschen. Laut einer Grundidee hatte Gott die Welt geschaffen und würde sie eines Tages wieder zerstören. In der Zwischenzeit bestimmt Gottes Plan die Weltgeschichte, ein Plan, zu dessen Erkenntnis Gott Spuren gelegt hatte, damit die Menschen ihn erkennen und entsprechend handeln könnten. Diesen Plan zu erkennen, ist Aufgabe von Propheten oder Interpreten älterer prophetischer Schriften - um die eigene Zeitgeschichte in der Weltgeschichte zu verorten und zu deuten.

    In der Anschubphase haben drei Workshops stattgefunden: Der erste Workshop fand in Modena, Palazzo dei Musei, 26. - 28. Juni2008 statt und wurde gefördert durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, “Franco Cosimo Panini Editore” e “Fondazione Cassa di Risparmio di Modena”. Der zweite Workshop wurde in Budapest, Collegium Budapest Institut for Advanced Study am 8./ 9. 6.2009 veranstaltet und der dritte Workshop am 8. und 9. Juli 2010 in Prag am Centre for Medieval Studies.
    Abschlussbericht der Anschubphase

  • Investing in the Past: Medieval Europe in the Globalized 21st CenturyProf. Dr. Felicitas Schmieder
  • Corpus deutscher Landkarten
    Projektleitung: Prof. Dr. Felicitas Schmieder, PD Dr. Michael Rothmann

    Geplant ist die Zusammenstellung einer kartographischen Sammlung mit dem Arbeitstitel "Corpus Deutscher Landkarten". Wir beabsichtigen eine Zusammenschau von den frühesten im deutschen Sprachraum/ in möglichst allen deutschen Regionen angefertigten zeichnerischen Darstellungen räumlicher Verhältnisse – „Landkarten“ –, seien sie nun zum Zwecke von gerichtlichen Grenzstreitigkeiten oder der herrschaftlichen Landesaufnahme erfolgt oder aus anderen Gründen (spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Karten bis ca. 1600).
    Corpus deutscher Landkarten [pdf] - Konzeption

  • Travel and ExplorationProf. Dr. Felicitas Schmieder

    Koordination dieses special strand für den International Medieval Congress,
    Leeds 2010 (12-15 July 2010)
    http://www.leeds.ac.uk/ims/imc/index.html (ext. Link)

abgeschlossen

  • Historische Spurensuche - Entdeckung einer Region
    Projektleitung: Prof. Dr. Reinhard Wendt

    Unter der Überschrift "Historische Spurensuche. Entdeckung einer Region" führen das Historische Institut der FernUniversität Hagen sowie mehrere Schulen aus dem Raum Dortmund und Hagen ein Projekt durch, an dem Hochschullehrer, Lehrer und Schüler gemeinsam arbeiten.

    Das Eigene und das Fremde. Spurensuche zur Geschichte des gedeckten Tische in der Evinger Bayrischen Straße, Hagen 2007. (Film zum Projekt: Historische Spurensuche. Entdeckungen einer Region).

    Falls ihr Browser das Video nicht abspielen sollte, müssen Sie in Ihrem Browser einen Real Plugin installieren. Diesen können sie kostenlos aus dem Internet laden.

  • Selbstbehauptung und Modernisierung mit Zeremoniell und Ehrenzeichen. Zur Rezeption europäischer Orden und zur Politik der Ordensverleihung in Siam.
    Projektleitung: Reinhard Wendt
  • Global-Lokal. Migration und Identität
    Projektleitung: Prof. Dr. Reinhard Wendt, Apl. Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch , Dr. Eva Ochs

    Unter der Überschrift "Global-Lokal" haben sich Geschichtswissenschaftler des Historischen Instituts und des Instituts für Geschichte und Biographie der FernUniversität in Hagen mit LehrerInnen und SchülerInnen mehrer Schulen aus Hagen und Lüdenscheid zusammen­gefunden, um gemeinsam auf historische Spurensuche im eigenen Lebensumfeld zu gehen. Ausgehend von dem Begriffspaar "Migration und Identität" strebt das Vorhaben an, sowohl Einflüsse fremder Kulturen in der Alltagsrealität aufzuspüren und ihre Bedeutung für Selbstwahrnehmung und Identitätsbildung zu bestimmen als auch erfolgreiche oder miss­lungene Integrationswege zu nachzuverfolgen. Auf der Basis aktueller historio­graphischer Forschungsansätze bedienen sich die SchülerInnen der Instrumentarien der biographischen Forschung: des (narrativen) Interviews nach der Methode der Oral History, der Recherche nach Tagebüchern, Briefen und anderen schriftlichen Dokumenten sowie nach Hinter­lassen­schaften Erinnerungsstücken und weiteren personenschichtlichen Spuren.

    zur ausführlichen Darstellung des Projektes Global-Lokal. Migration und Identität

  • Kommunikation und Öffentlichkeit: Telegrafie in Britisch-Indien, 1849-1947Prof. Dr. Reinhard Wendt, PD Dr. Michael Mann

    Mit der Einrichtung der Telegrafie in den späten 1830er Jahren wurde die Welt innerhalb weniger Jahrzehnte zum ersten Mal vernetzt. Überland- und Unterwasserkabel bildeten die technische Grundlage dieses Netzwerkes, das besonders die Bestandteile des Britischen Empires umfasste. Gab es in den USA und in Großbritannien Vorbehalte gegen das neue Kommunikationsmedium, was seinen baldigen Einsatz verzögerte, erkannten im Gegensatz dazu die Generalgouverneure in Britisch Indien schnell den strategischen Nutzen eines solchen Netzwerkes.
    Das neue Kommunikationsmedium war in Indien schnell aufgebaut und mit dem ersten funktionierenden Unterwasserkabel auch mit Europa verbunden. Jedoch entglitt den Briten im Laufe der Zeit die Kontrolle über die indische Kolonie. Hier machten sich indische Industrielle, die Intelligenzija und liberale wie radikale Nationalistenkreise die Eigenschaften der Telegrafie zunutze. Wie die Zeitungen trug auch dieses Medium zur Entstehung einer indischen Öffentlichkeit bei, die sich mittels der modernen Kommunikati­onsmittel überhaupt erst als solche definieren, sich formieren und schließlich schlagkräftig organisieren konnte. Im Spannungsverhältnis dieses Dualismus’, vor allem aber in dem Beitrag des Telegrafen zur Entstehung einer indischen Öffentlichkeit, liegt das Innovative des Forschungsinteresses.

19.08.2010
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, 58084 Hagen