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Projekte

laufend

  • Von Pyritz nach Vava'u. Auswanderung von Pommern nach Polynesien und Bildung einer transkulturellen Diaspora von German Pacific Islanders
    Projektleitung: Prof. Dr. Reinhard Wendt

    Im Kern des Projektes steht die Geschichte von 25 Auswanderern aus Pommern nach Polynesien und die ihrer Nachfahren bis heute. Sie wird in mehreren Schritten erzählt. Zunächst geht es um die Menschen, zu einem guten Teil Mitglieder miteinander verwandter und verschwägerter Familien, die mehrheitlich aus dem kleinen pommerschen Städtchen Pyritz stammten. Nach und nach machten sie sich zwischen etwa 1850 und dem Ersten Weltkrieg auf den Weg nach Ozeanien, genauer gesagt auf die Vava'u-Inseln im Norden des Tonga-Archipels. Die Migration dorthin und das Leben in der Südsee zwischen deutschen Traditionen und den Gegebenheiten der polynesischen Residenzgesellschaft sind zweiter Kernpunkt des Vorhabens. Die Menschen des Samples wurden auf Tonga heimisch, und viele Nachfahren leben bis heute in der Inselgruppe. Andere wanderten im Laufe des 20. Jahrhunderts weiter und zerstreuten sich in andere pazifische Regionen.

  • Was Friedhöfe und ihre Grabsteine erzählen. Leben, Sterben und Erinnern in der deutschen Auslandsgemeinde in Bangkok.
    Projektleitung: Reinhard Wendt

    Friedhöfe und ihre Grabsteine erzählen Geschichten vom Leben und Sterben der Menschen, die dort ihre letzte Ruhe gefunden haben. Sie berichten von Geburtsort, Beruf, Alter, Lebensumständen und Familienverhältnissen der Verstorbenen. Damit sind sie ein Kristallisationspunkt historisch relevanter Informationen, ein "Überrest" geschichtlicher Ereignisse. Sie bergen in sich jedoch darüber hinaus auch das Potential eines Erinnerungsortes, der für eine Gemeinschaft von Menschen ein Maß an Bedeutung und identitätsstiftender Symbolik besitzt, der seine Gegenständlichkeit weit übersteigt.

    Im Mittelpunkt des Projektes steht der protestantische Friedhof in Bangkok. Wir verstehen ihn konzeptionell als einen – materiellen, aber auch immateriellen - "Lieu de mémoire" im Sinne des Ansatzes von Pierre Nora und der Arbeiten zu Deutschland und Europa, die sich von ihm inspirieren ließen. Anders als es vor allem bei Nora, aber weitgehend auch in den übrigen Sammelwerken der Fall ist, hat unser Vorhaben keinen nationalen Bezugsrahmen. Uns geht es um eine quer zu Grenzen lebende transnationale und -kulturelle Gemeinschaft. Wir nähern ihr uns mit Hilfe von Friedhof und Grabsteinen in mehreren Schritten und mit verschiedenen Perspektiven. Wir legen einen Weg zurück, der vom Materiell-Gegenständlichen zum Immateriell-Symbolischen, von der Realität zur Identitätsstiftung und vom kommunikativen zum kulturellen Gedächtnis führt.

    Manche Grabsteine lassen erkennen, dass die Toten integriert waren in ihre Residenzgesellschaft. Prächtige Grabsteine erlauben Rückschlüsse auf Wohlstand und sozialen Status. Die Namen thailändischer oder chinesischer Frauen oder auch Gräber aus einer Familie über mehrere Generationen künden von lokaler Verwurzelung. Bei einigen der Verstorbenen lag schon ihr Geburtsort nicht in Deutschland, sondern in Südostasien. Andere starben nicht in Bangkok, sondern in einem Nachbarstaat Thailands und sind doch in dessen Hauptstadt beerdigt. Dies führt uns in einem ersten Schritt zu der Annahme, die es in dem Projekt zu untermauern gilt, dass der protestantische Friedhof in Bangkok mehr ist als ein Kristallisationspunkt individueller historischer Lebensdaten. In ihm konkretisiert sich die Geschichte einer Gemeinschaft, und zwar vermutlich sogar einer diasporischen Gemeinschaft. Es spricht einiges dafür, dass Bangkok Eckpunkt einer Handels- und/oder Arbeitsdiaspora und der protestantische Friedhof ein Ort war, in dem sich diese Situation abbildete. Die Grabsteine, so unsere Annahme, zeigen, inwieweit die Bangkok-Deutschen in transkulturelle Netzwerke eingebunden waren und welche Gestalt diese Netzwerke hatten.

abgeschlossen

  • Global-Lokal. Migration und Identität
    Projektleitung: Prof. Dr. Reinhard Wendt, Apl. Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch , Dr. Eva Ochs,

    Unter der Überschrift "Global-Lokal" haben sich Geschichtswissenschaftler des Historischen Instituts und des Instituts für Geschichte und Biographie der FernUniversität in Hagen mit LehrerInnen und SchülerInnen mehrer Schulen aus Hagen und Lüdenscheid zusammen­gefunden, um gemeinsam auf historische Spurensuche im eigenen Lebensumfeld zu gehen. Ausgehend von dem Begriffspaar "Migration und Identität" strebt das Vorhaben an, sowohl Einflüsse fremder Kulturen in der Alltagsrealität aufzuspüren und ihre Bedeutung für Selbstwahrnehmung und Identitätsbildung zu bestimmen als auch erfolgreiche oder miss­lungene Integrationswege zu nachzuverfolgen. Auf der Basis aktueller historio­graphischer Forschungsansätze bedienen sich die SchülerInnen der Instrumentarien der biographischen Forschung: des (narrativen) Interviews nach der Methode der Oral History, der Recherche nach Tagebüchern, Briefen und anderen schriftlichen Dokumenten sowie nach Hinter­lassen­schaften Erinnerungsstücken und weiteren personenschichtlichen Spuren.

    zur ausführlichen Darstellung des Projektes Global-Lokal. Migration und Identität

  • Historische Spurensuche - Entdeckung einer Region
    Projektleitung: Prof. Dr. Reinhard Wendt

    Unter der Überschrift "Historische Spurensuche. Entdeckung einer Region" führen das Historische Institut der FernUniversität Hagen sowie mehrere Schulen aus dem Raum Dortmund und Hagen ein Projekt durch, an dem Hochschullehrer, Lehrer und Schüler gemeinsam arbeiten.

    Das Eigene und das Fremde. Spurensuche zur Geschichte des gedeckten Tische in der Evinger Bayrischen Straße, Hagen 2007. (Film zum Projekt: Historische Spurensuche. Entdeckungen einer Region).

    Falls ihr Browser das Video nicht abspielen sollte, müssen Sie in Ihrem Browser einen Real Plugin installieren. Diesen können sie kostenlos aus dem Internet laden.

  • Die Kolonie als wissenschaftliches Projekt. Forschungsorganisation und Forschungspraxis im deutschen Kolonialreich
    Projektleitung: Jürgen G. Nagel

    Habilitationsvorhaben

    Die historische Forschung in Deutschland entdeckt in den letzten Jahren zunehmend die eigene koloniale Vergangenheit; gleichzeitig richtet sich international ein steigendes Augenmerk auf Verbindung zwischen Kolonialismus und Wissenschaft (scientific colonialism). Dennoch wird die Forschungslage in der Bundesrepublik aus wissenschaftshistorischer Sicht vorrangig von den Disziplinengeschichten und der biographischen Forschung bestimmt. Aus kolonialhistorischer Sicht besteht zudem eine Dominanz der post colonial studies. In der Folge wird hinsichtlich der Kolonialforschung vor allem eine Geschichte der wissenschaftlichen Leitideen und der kolonialen Fremdwahrnehmung geschrieben. Vernachlässigt werden bislang die konkreten Entstehungsbedingungen wissenschaftlicher Kenntnis in den Kolonien, was in Anbetracht der langfristigen Gültigkeit der meisten Forschungsergebnisse eine deutliche Blindstelle hinterlässt. Zudem fehlt bislang eine Zusammenschau der vorliegenden Einzelergebnisse, die durch die Breite des in Frage stehenden Disziplinenspektrums teilweise weit verstreut sind. Vor diesem Hintergrund unternimmt die Studie den Versuch, die Perspektive "von unten" mit einer die Disziplinengrenzen überschreitenden Sichtweise zu verbinden. Dabei stehen mit der völkerkundlichen Forschung, den geographisch-landeskundlichen Fächer und der Medizin drei thematische Blöcke im Mittelpunkt. Den Ausgangspunkt bildet ein dezidiert akteursbezogener Blick auf diese Felder, der einen neuen Zugang zu Fragen nach Erscheinungsformen, Netzwerken und Institutionalisierungsprozessen ermöglichen soll.

  • Kommunikation und Öffentlichkeit: Telegrafie in Britisch-Indien, 1849-1947
    Projektleitung: Prof. Dr. Reinhard Wendt, PD Dr. Michael Mann,

    Mit der Einrichtung der Telegrafie in den späten 1830er Jahren wurde die Welt innerhalb weniger Jahrzehnte zum ersten Mal vernetzt. Überland- und Unterwasserkabel bildeten die technische Grundlage dieses Netzwerkes, das besonders die Bestandteile des Britischen Empires umfasste. Gab es in den USA und in Großbritannien Vorbehalte gegen das neue Kommunikationsmedium, was seinen baldigen Einsatz verzögerte, erkannten im Gegensatz dazu die Generalgouverneure in Britisch Indien schnell den strategischen Nutzen eines solchen Netzwerkes.
    Das neue Kommunikationsmedium war in Indien schnell aufgebaut und mit dem ersten funktionierenden Unterwasserkabel auch mit Europa verbunden. Jedoch entglitt den Briten im Laufe der Zeit die Kontrolle über die indische Kolonie. Hier machten sich indische Industrielle, die Intelligenzija und liberale wie radikale Nationalistenkreise die Eigenschaften der Telegrafie zunutze. Wie die Zeitungen trug auch dieses Medium zur Entstehung einer indischen Öffentlichkeit bei, die sich mittels der modernen Kommunikati­onsmittel überhaupt erst als solche definieren, sich formieren und schließlich schlagkräftig organisieren konnte. Im Spannungsverhältnis dieses Dualismus’, vor allem aber in dem Beitrag des Telegrafen zur Entstehung einer indischen Öffentlichkeit, liegt das Innovative des Forschungsinteresses.

  • Selbstbehauptung und Modernisierung mit Zeremoniell und Ehrenzeichen. Zur Rezeption europäischer Orden und zur Politik der Ordensverleihung in Siam.
    Projektleitung: Reinhard Wendt
04.07.2017
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Neuere Europäische und Außereuropäische Geschichte, 58084 Hagen