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Das aktuelle Programm der „Lüdenscheider Gespräche“ 2015


Alle Veranstaltungen finden (wenn nicht anders vermerkt) im Kulturhaus Lüdenscheid statt, Freiherr-vom-Stein-Straße 9, 58511 Lüdenscheid

Kontakt: Tel: 02331 9874010
Email: igb@fernuni-hagen.de

Das deutsche Hiroshima? Wie Dresdens Schicksal Legende, Ideologie und weltweites Symbol für Kriegsschrecken und Versöhnung wurde.

Mittwoch, 21. Januar 2015, 18 Uhr

Referent: Oliver Reinhard

Alljährlich zum 13. Februar wird Dresden zum Schauplatz links- und rechtsextremer Aufmärsche: 70 Jahre nach Kriegsende ist der Kampf um die Deutungshoheit über die Bombardierung der Stadt 1945 noch immer nicht beendet. War sie ein Kriegsverbrechen, ein „Bomben-Holocaust“ an hunderttausenden Frauen, Kindern und Greisen in der „unschuldigen Kunst- und Kulturstadt“? Oder ein legitimer Angriff gegen eine rüstungsrelevante „Stadt der Täter“, deren 25 000 Toten man keine Träne nachweinen darf? Tatsächlich sind deutsche Täter- und deutsche Opferschaft wohl nirgends so untrennbar miteinander verbunden wie in Dresden. Immer intensiver müht sich die Stadt um eine Form des Gedenkens, die beides miteinander verbindet.

Der gebürtige Paderborner und seit 1997 Dresdner Oliver Reinhard (49) ist Historiker, Journalist und Buchautor. Er schildert das Schicksal Dresdens im Luftkrieg sowie dessen Missbrauch, der von der NS-Propaganda begonnen, von der SED jahrzehntelang fortgeführt wurde und bis heute andauert.


„Himmler privat – Briefe eines Massenmörders“

Mittwoch, 6. Februar 2015, 18:00 Uhr

Referentin: Katrin Himmler

Als Heinrich Himmler und Marga Siegroth sich 1927 kennenlernen, ist die Zuneigung gegenseitig. Das Paar ist sich einig in seinem Antisemitismus (»das Judenpack«) wie in seinem Traum vom Landleben. Himmler, als Funktionär der NSDAP häufig »mit dem Chef« Hitler auf Reisen, rät seinem »Liebchen« aus der Ferne, den »Holunder als Mus einzumachen«; Marga berichtet ihrem Mann stolz, dass ihr Haus »Treffpunkt aller Nationalsozialisten« sei. Während Himmler nach 1933 zum mächtigsten Mann hinter Hitler aufsteigt und als Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei die »Endlösung der Judenfrage« organisiert, schickt er seiner »kleinen Frau«, die für das Rote Kreuz durch das besetzte Polen reist (»der unbeschreibliche Dreck«) »liebe Gedanken zum Muttertag«, brüstet sich mit der vielen »Arbeit« und legt Fotos von seinen Reisen zu den SS-Einsatzgruppen und Waffen-SS-Einheiten bei. Die Harmlosigkeit der Briefe ist nur scheinbar, hinter der kleinbürgerlichen Fassade werden die Gewalt und der Mangel an Empathie sichtbar, die auch das Privatleben der Himmlers prägten.

Katrin Himmler, geboren 1967 in Dinslaken, ist Politikwissenschaftlerin und lebt als Autorin in Berlin. 2005 veröffentlichte sie »Die Brüder Himmler. Eine deutsche Familiengeschichte«. Heinrich Himmler war ihr Großonkel.


„Zerrissene Erinnerung. Der Umgang mit Stalinismus und Zweitem Weltkrieg im heutigen Russland“

Mittwoch, 11. März 2015, 18 Uhr

Referentin: Irina Scherbakowa

In Russland gilt derzeit jeder kritische Blick auf die Vergangenheit schnell als Nestbeschmutzung. Wie ist es zu erklären, dass in den letzten Jahren sogar Stalin als vermeintlich »effektiver Manager« wieder salonfähig geworden ist? Was bedeutet dies für das Gedenken an den Massenterror der dreißiger Jahre, an die Schrecken des Gulag und an die Opfer zweier Diktaturen, an das Schicksal der ehemaligen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen? Welches Bild von der Vergangenheit macht sich die heutige russische Jugend? Wie steht es um den Kult des »glorreichen Sieges« im »Großen Vaterländischen Krieges der Sowjetunion«?

Die Germanistin Irina Scherbakowa beschäftigte sich seit Ende der siebziger Jahre mit dem Schicksal von Opfern des Stalinismus. Ihr Themenspektrum reicht von der Zarenzeit über die post-sowjetischen Jahre bis zur gegenwärtigen Lage in Russland, von langfristigen historischen Perspektiven über Brüche und Wendepunkte bis zu tagesaktuellen Fragen.

Von 1992 bis 2006 war sie Dozentin an der Russischen Staatlichen Universität für Humanwissenschaften in Moskau im Bereich „Oral History“. Seit 1999 leitet sie das Projekt „Allrussischer historischer Schülerwettbewerb“ der Menschenrechtsorganisation „Memorial“, die 2004 mit dem alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award) ausgezeichnet wurde.

Irina Scherbakowa empfing für ihr Engagement viele Auszeichnungen, zuletzt 2014 den Carl von Ossietzky Preis.


April 2015

Referent: noch offen

Info folgt...

Erich Honecker. Kommunistischer Autokrat und politischer Pragmatiker

Referent: Prof. Dr. Martin Sabrow, Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam

Donnerstag, 21. Mai 2015, 18:00 Uhr

Info folgt...


Juni 2015

Info folgt..

Rudolf Seiters Bundesminister a.D., Planer und Wegbereiter der deutschen Wiedervereinigung

Referent: Rudolf Seiters, Bundesminister a.D.

Mittwoch, 21. Oktober 2015, 18:00 Uhr

November 2015

November 2015

Dezember 2015

Dezember 2015

17.12.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Institut für Geschichte und Biographie, 58511 Lüdenscheid, Tel.: +49 2351-24580