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Gender in Forschung und Lehre an der FernUniversität

Finanzierung von Forschungsförderprogrammen

Im aktuellen Gleichstellungskonzept stehen für die Stärkung der Forschungskompetenzen von Wissenschaftlerinnen, der Teilnahme von Wissenschaftlerinnen an drittmittelfinanzierten Forschungsprojekten und für Forschungsvorhaben zu Genderfragen und Chancengleichheit Fördergelder zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie im aktuellen Gleichstellungskonzept 2014 - 2017 unter Handlungsfeld 5 Forschung.


Projekte

Rechtwissenschaftliche Fakultät

Ein Portal mit Interviews in deren Zentrum die rechtspolitischen Ziele der Frauen- und Geschlechterpolitik stehen. Es geht um Rechtsfragen von Zusammenleben, Arbeit, sozialer Sicherung, Strafrecht und Gewalt.

Das Projekt JurPro untersucht die Bedingungen von Professorinnenkarrieren zur Verbesserung der Organisationsstruktur und -kultur in der Rechtswissenschaft.


Fakultät Mathematik und Informatik

Die Webseiten, entstanden im Rahmen des Frauenförderplans, bieten Informationen zum MINT-Studium und sollen besonders Frauen dazu ermuntern, ein MINT-Studium an der FernUniversität aufzunehmen.


Module mit Genderaspekt – Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften

B.A. Bildungswissenschaft

Modul 3C: Heterogenität und Schule

3. KE - Die Konstruktion des Schicksals
Über essenzialisierendes Denken in der Erziehungswissenschaft Anhand der Beispiele 'Geschlecht' und 'Behinderung' zeigt der Kurs auf, inwiefern diese als Identitätsmerkmale biografisch wirksam werden und auch innerhalb des Bildungssystems von Bedeutung sind und damit für das Individuum zum modernen 'Schicksal' werden. Ziel ist sowohl die Sichtbarmachung der Bezugnahme auf 'Geschlecht' und 'Behinderung' im pädagogischen Feld als auch das Aufzeigen ihrer Wirkmächtigkeit. Darüber hinaus geht es darum, unterschiedliche sozialwissenschaftliche Instrumentarien kennenzulernen, um diese Unterscheidungspraxis auf den Ebenen der Identitätsbildung, der Interaktion, der gesellschaftlichen Diskurse sowie der Systemorganisation untersuchen zu können.

8. KE - Behinderte Vielfalt
Eingewanderte Kinder und Jugendliche in der Sonderschule In dem Kurs wird der Frage nachgegangen, warum Kinder aus MigrantInnenfamilien in der Sonderschule überrepräsentiert sind. Unter Berücksichtigung des Berufsvorbereitungsjahres werden statistische Befunde zu diesem Phänomen dargestellt. Anschließend werden vier theoretische Zugänge beschrieben und auf ihren Erklärungswert für die empirischen Befunde hin diskutiert. Die hier knapp und anschaulich referierten Theorien lassen sich auf andere Formen von Marginalisierungsprozessen übertragen. Danach werden die im ersten und zweiten Teil aufgeworfenen Aspekte am Beispiel von drei Problemkomplexen verdichtet: Ungleichzeitigkeiten in den Biographien von MigrantInnen und den Erwartungen des Schulsystems, differierende Geschlechterkonzepte und die Schwierigkeiten bei der Vermittlung zwischen Schule und Erwerbsarbeit. Den Schluss bilden praktische Hinweise zur Weiterentwicklung in Richtung auf eine Schule, die auch der Situation von MigrantInnen gerecht wird.

Modul 3E: Soziale Konstruktion von Differenz

4. KE: Materialien zur Rassismusanalyse
Der Reader versucht in mehreren Schritten einen Einstieg in die Rassismusanalyse zu vermitteln. In einem ersten Schritt werden die Begriffe 'Rassismus' und 'Rasse' definitorisch und begriffsgeschichtlich erläutert. Im Anschluss daran wird die inhaltliche Nähe der Kategorie 'Rasse' zu vergleichbaren Kategorien wie 'Geschlecht' oder 'Kultur' dargelegt, um damit die Logik des Rassismus und verwandter Phänomene zu veranschaulichen. Die Darstellung ausgewählter multidisziplinärer Erklärungsansätze, die das Phänomen 'Rassismus' zu erklären versuchen, schließt sich an. In einem dritten Schritt werden unterschiedliche Formen rassistischer Praktiken aufgezeigt. Zu diesem Zweck wird der Rassismus in den Wissenschaften, den Medien, den sozialen und politischen Alltagspraktiken sowie der Populärkultur exemplarisch anschaulich gemacht. Abschließend werden in einem vierten Schritt Formen rassistisch begründeter Politik anhand ausgewählter historischer und zeitgenössischer Beispiele vorgestellt.

B.A. Kulturwissenschaft

Modul G3: Geschichte und Anthropologie: Vormoderne Lebenswelten

Kurs: Familie und Verwandtschaft im Mittelalter und Früher Neuzeit
Der Kurs behandelt die spezifisch "europäische" Ausprägung der Familie und der Verwandtschaftsbeziehungen in Form eines epochenübergreifenden Längsschnitts, der die Ergebnisse der historischen Forschung mit Ansätzen der modernen Kultur- und Sozialanthropologie verknüpft. Der erste Teil des Kurses (Kurseinheiten 1 und 2) bietet eine kompakte Darstellung, die vor allem die mittelalterlichen Grundlagen des Themas behandelt. Im Zentrum stehen die beiden grundlegenden Entwicklungsstufen der Verwandtschaftsfamilie (Verwandtschaftsterminologie, Ausdrucksformen der Verwandtschaft) und Haushaltsfamilie (Haushaltstypen und Haushaltszusammensetzung; Familienfunktionen und Familienbeziehungen). Darauf aufbauend, bietet der zweite Teil einen Reader mit Auszügen aus der neueren Forschung, der den zeitlichen Bogen bis ins 18./19. Jahrhundert spannt und die Texte unter dem Gesichtspunkt zentraler Kontroversen und Debatten organisiert.

Modul L3: Literarische Anthropologie

Kurs: Literarische Mentalitätsgeschichte: Kindheit, Entwicklung, Familie
Der Kurs führt in einen zentralen Aspekt der Literatur um 1800 ein: Literatur greift Veränderungen des 18. Jahrhunderts im sozialen Zusammenleben auf und ist andererseits an der Konstruktion von Lebensmodellen maßgeblich beteiligt. Anhand der "Autobiographie", dem "Bürgerlichen Trauerspiel" und dem "Bildungsroman" läßt sich im Sinne einer literarischen Mentalitätsgeschichte die Erfindung von Kindheit und sozialer Entwicklung sowie die Konstruktion eines bürgerlichen Lebenskonzepts "Familie" entdecken.

B.A. Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft, Soziologie

Modul B4: Grundstrukturen der Gesellschaft

Kurs: Einführung in die Soziologie
Gegenstand des Kurses ist eine Einführung in die Soziologie mit Begriffen, theoretischen Grundlagen und Anwendungen im Bereich der Gesellschaft. Der erste Teil gibt einen Überblick über die Entwicklung der Soziologie von der Ideengeschichte über die akademische Institutionalisierung bis zur fachspezifischen Differenzierung sowie eine Einführung in die soziologischen Grundbegriffe. Im zweiten Teil werden wesentliche Felder des Sozialen, z.B. Familie, soziale Netzwerke und Organisationen, als Gegenstandsbereiche dargestellt und Einblicke in den Forschungsstand vermittelt. Einen Schwerpunkt dieses Kurses bildet die Sozialstruktur der Gesellschaft. Hier werden wichtige soziale Strukturen einschließlich empirischer Daten vorgestellt, um soziologisches Grundlagenwissen über die Gesellschaftsstruktur zu vermitteln. Im abschließenden Kapitel werden die soziologischen Theorien dargestellt, wobei neben den wichtigsten Paradigmen auch neuere Theorien, z.B. zur Netzwerkgesellschaft und Krisensoziologie, thematisiert werden. Der Kurs wird ergänzt durch kommentierte Literaturverzeichnisse pro Kapitel und ein Gesamtverzeichnis der Literaturquellen, das den Studierenden Anregungen für das weitere Studium der Soziologie bietet.

Kurs: Einführung in die Sozialstrukturanalyse
Das Lehrbuch verbindet die Sozialstrukturanalyse, die eines der Kerngebiete der Soziologie bildet, einerseits mit der soziologischen Theorie, andererseits werden zentrale methodische Probleme angesprochen. Die Grundbegriffe der Sozialstrukturanalyse werden dabei aus einer handlungstheoretischen Grundlage abgeleitet. Dabei wird der Schwerpunkt auf folgende Themen gelegt: 1. Soziale Ungleichheit: Theoretische Erklärungen und Mechanismen 2. Erfassung sozialer Ungleichheit: Klassen, Schichten und andere Strukturdimensionen 3. Soziale Ungleichheit: Empirische Befunde 4. Soziale Ungleichheit und Mobilität 5. Lebensstilforschung 6. Soziale Milieus

Kurs: Soziale Ungleichheit
Der Kurs gibt einen Überblick über theoretische Konzepte zur Sozialen Ungleichheit: Im ersten Teil geht es um ältere Klassen- und Schichtmodelle (von Marx bis zu den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts). Der zweite Teil behandelt neuere Modelle, die traditionelle Konzepte modifizieren oder einen anderen Ansatz zur Darstellung und Erklärung sozialer Ungleichheit wählen (z.B. Lebensstile, Milieus oder Lagen).

Modul V4: Gender in Politik und Verwaltung

Ziele: Den Studierenden werden grundlegende Begriffe, Theorien, Konzepte, Methoden und Heuristiken der Analyse von Partizipationsprozessen aus der Genderperspektive vermittelt. Die Kurse führen vertiefend in die politischen Partizipations- und Karrierechancen von Männern und Frauen ein und diskutieren die institutionellen Voraussetzungen und mikropolitischen Handlungsmuster. Dabei stehen die Akteure und Akteurskonstellationen in Politik und Verwaltung im Zentrum der Analysen.
Schlüsselqualifikationen: Die Studierenden erhalten einen Überblick über theoretische Konzepte und institutionelle Rahmenbedingungen in Politik und Verwaltung unter Einbezug der Genderperspektive. Sie bekommen Einblick in die verschiedenen Voraussetzungen von Teilhabe-, Gestaltungs- und Partizipationsmöglichkeiten für Frauen und Männer in demokratischen Prozessen. Im Mittelpunkt stehen dabei Geschlechtergerechtigkeit und Geschlechterbeziehungen. Sie sind zur empirischen Analyse demokratischer Prozesse und hierarchischer Strukturen sowie divergierender Erklärungsmuster in der Lage. Sie lernen empirische Ergebnisse und Erklärungsmuster zu Karrierechancen und -strategien von Männern und Frauen in Politik und Verwaltung zu interpretieren und zu gewichten. Ebenso wird den Studierenden praxisorientiertes Wissen zu Akteuren und mikropolitischem Handeln in den Arenen von Politik und Verwaltung vermittelt, welches auch in der beruflichen Praxis realistische Einschätzungen ermöglicht. Sie sind in der Lage eigenständig politik- und verwaltungswissenschaftliche Forschungsfragen und -ziele zu entwickeln. Sie erwerben darüber hinaus grundlegende Kenntnisse und Techniken wissenschaftlichen Arbeitens.

M.A. Europäische Moderne

Modul 4G: Sozialökonomische Dynamik: Industrialisierung und bürgerliche Gesellschaft

Kurs: Geschlechtergeschichte – Männergeschichte
Der Kurs thematisiert die männlichen Angehörigen der im "langen 19. Jahrhundert" gesellschaftskonstituierenden bürgerlichen Schichten unter geschlechtergeschichtlichen Gesichtspunkten. Männlichkeit wird somit nicht in erster Linie biologisch, sondern als sozio-kulturelle Kategorie begriffen, die in ihrer historischen Dimension beleuchtet werden soll. Untersucht wird das Verhältnis von Männlichkeitsvorstellungen zur Lebensrealität bürgerlicher Männer, das Phänomen der Junggesellen, bürgerliche Geselligkeit und bürgerliche Kultur im deutsch-englischen Vergleich. Dabei spielen jeweils verschiedene Untersuchungsebenen eine Rolle: die zeitgenössischen Leitbilder, die soziale Praxis (die praktische Reproduktion des Geschlechtersystems), die Frage der männlichen Identität.

Modul 7G: Krise der Moderne: Zivilisationsbrüche und Neuorientierungen

Kurs: Konfliktfelder der modernen Massendemokratie
Frauenwahlrecht, Integration der Arbeiterschaft, Rechtsradikalismus
Vor dem Ersten Weltkrieg trat in allen europäischen Gesellschaften ein tiefgehender Widerspruch zwischen den überkommenen politischen Institutionen, Organisationen und Handlungsmustern auf der einen, den immer deutlicher hervortretenden Tendenzen zu einer fundamentalen gesellschaftlichen Basisdemokratisierung auf der anderen Seite hervor. Dieser Widerspruch wird im europäischen Zusammenhang und Vergleich am Beispiel von drei zentralen Konfliktfeldern mit kommentierten Readern behandelt: 1. der Frage des Frauenwahlrechts, 2. der Problematik des Sozialstaates und der Integration der Arbeiterbewegung, 3. dem Ende der liberalen Honoratiorenpolitik und der Entwicklung eines rechten Radikalismus.

Kurs: Der Erste Weltkrieg
Der Erste Weltkrieg, die 'Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts', gilt als eine grundlegende Weichenstellung der neueren Geschichte im Übergang vom 'langen' 19. Jahrhundert mit seinen bürgerlich-liberalen Entwicklungstendenzen zum 'kurzen' 20. Jahrhundert der Massendemokratie und des Sozialstaats einerseits, der totalitären Herrschaft und der Massenvernichtung andererseits. Hatte die Forschung lange die zukunftsweisenden Aspekte der kriegsbedingten Entwicklungen an Front und 'Heimatfront' betont, so sind die spezifischen Wirkungen des Krieges zuletzt wieder relativiert und stärker die längerfristigen Kontinuitäten betont worden. Der Kurs behandelt vor diesem Hintergrund die verschiedenen Ebenen des Krieges im internationalen, vor allem europäischen Zusammenhang und Vergleich. Er bietet nicht nur einen Überblick über den Forschungsstand, sondern er führt auch in offene Forschungsfelder und -kontroversen ein. In sechs Kapiteln werden zentrale Themenbereiche vorgestellt: 1. Imperialismus und Kriegspolitik, 2. Politisches System, Kriegswirtschaft und soziale Militarisierung, 3. Frauenarbeit und Geschlechterverhältnisse, 4. Das soldatische Kriegserlebnis, 5. Zur Kulturgeschichte des Krieges, 6. Antikriegsbewegungen und Revolutionen.

M.Sc. Psychologie

Modul 3: Gesundheitsförderung, Stressbewältigung und Prävention

Kurs: Grundlagenvertiefung Entwicklungspsychologie: Stress, Stressbewältigung und Prävention/Gesundheitsförderung
In diesem Kurs werden folgende Inhalte vertieft: situationsbezogene und transaktionale Stresstheorien, Taxonomien von Stressbewältigungsstilen, Stress und Geschlecht, Ressourcen und Risikofaktoren bei Stress und Stressbewältigung, dyadischer Stress, Familienstressmodelle, Stress und Gesundheit/Krankheit, psychische und soziale Indikatoren von Stress und Stressbewältigung, Modelle der Gesundheitsförderung, Interventionen zur Vermeidung und Verringerung von Stress.

Modul 6: Intervention und Evaluation im Kontext kulturell diversifizierter Communities

Kurs: Identität, Diversität und Akkulturation
In diesem Kurs werden zentrale Theorien, Beispiele und empirische Befunde zu den Themen Identität, Diversität und Akkulturation behandelt. Community-psychologische Präventions- und Interventionsmaßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen (Individuum, Familie, kommunale Organisation, Stadtteil) werden dargestellt. Eine Vertiefung stellen Fördermöglichkeiten zum Umgang mit sozialer Diversität dar. Hierbei werden die Phasen der Konzeption, Durchführung und Evaluation von Diversity Trainings dargestellt und anhand von Praxisbeispielen diskutiert. Die genannten Inhalte werden im Rahmen eines Blended-Learning-Konzepts vermittelt.

M.A. Soziologie

Modul 5C: Individualisierung der Geschlechter

Sind Männer und Frauen gleich? Oder ganz anders? In der modernen Gesellschaft drehen sich viele Diskussionen darum, ob die Geschlechter gleich oder unterschiedlich sind und ob sie in der Gesellschaft ungleich platziert sind. Aus soziologischer Sicht sind Unterschiede und Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern ‚sozial gemacht’, und zwar in allen möglichen sozialen Zusammenhängen – in Arbeit und Beruf, in der Verteilung von Aufgaben in der Familie, in der Ausgestaltung von Systemen der staatlichen Wohlfahrt usw. Wie genau kommen aber Unterschiede und Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zustande? Welche Rolle spielen sie wo, und welche Folgen haben sie?
Um diese Fragen erörtern zu können, stellt das Modul klassische Theorien der sozialen Ungleichheit und der Frauen- und Geschlechterforschung sowie aktuelle Forschungsansätze aus der Geschlechtersoziologie vor. Die theoretischen Perspektiven werden verbunden mit dem Blick auf ausgewählte Bereiche und Phänomene der Geschlechterdifferenzierung: soziale Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, die Bedeutung von Geschlecht in den Institutionen des Sozialstaats, in Arbeit(smarkt) und Organisation und im Herstellen von (vergeschlechtlichten) Identitäten, Biographien und Lebensverläufen.
Studierende lernen in diesem Modul wichtige Problemstellungen der soziologischen Frauen- und Geschlechterforschung kennen. Sie verschaffen sich einen Überblick über theoretische Zugänge, um diese Probleme zu beobachten, zu beschreiben und zu analysieren. Entsprechend können sie theoretische Begriffe und Perspektiven erläutern, auf Phänomene der Geschlechterdifferenzierung und Geschlechterungleichheit anwenden und ihre eigenen Erfahrungen in geschlechtersoziologischen Begriffen reflektieren. Sie üben, eigenständige Argumentationsgänge zu entwickeln und sie schriftlich darzulegen.

Module mit Genderaspekt – Rechtswissenschaftliche Fakultät

LL.M Laws

Modul 55312 – Recht der Gleichstellung und Genderkompetenz

Lernergebnisse (learning outcomes) / Kompetenzen
Die Studierenden erhalten in diesem Modul einen Einblick in Geschlechteraspekte des Rechts. Sie sollen

  • die Grundfragen der nationalen und europäischen Geschlechterpolitik kennenlernen,
  • Geschlechterkonstruktionen in den Rechtsgebieten erkennen,
  • Defizite der Gesetzgebung im Hinblick auf das verfassungsrechtliche Gebot der Geschlechtergerechtigkeit identifizieren,
  • sich mit geschlechtsstereotypen Wahrnehmungen und Vorurteilen in der Rechtsfindung, Rechtsanwendung und Rechtsprechung auseinandersetzen,
  • Kenntnisse über die für typische Lebenskonstellationen und das Zusammenleben der Geschlechter wichtigen Rechtsvorschriften erlangen, sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der „Equality Machinery“ staatlicher und überstaatliciher Institutionen und Mechanismen zur Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit befassen.

Das Wahlmodul Recht der Gleichstellung und Genderkompetenz bringt unterschiedliche Rechtsgebiete zusammen, die in der Rechtspraxis strukturell miteinander verknüpft sind. Damit wird Studierenden die Möglichkeit geboten, ein vernetztes Denken auszubilden. Darüber hinaus wird das interdisziplinäre Wissen bereit gestellt, das für die Beurteilung von Gleichstellungsfragen relevant ist. Das Modul vermittelt Genderkompetenz, die als Berufsqualifikation sowohl in öffentlichen als auch privaten Institutionen, Einrichtungen und Betrieben zunehmend an Bedeutung gewinnt.


Inhalte der obligatorischen Kurse

Kurs 1: Grundlagen der Gleichstellungspolitik

  • Frauenbewegungen
  • Feministische Theorie und Patriarchatsanalyse
  • Frauenpolitik und Frauenrechte
  • Gender Mainstreaming

Der Kurs beginnt mit einem Rückblick in die Geschichte der Frauenbewegung und bietet einen systematischen Überblick von den Anfängen, über die "geteilte Frauenbewegung" in der Zeit vor der deutschen Vereinigung bis heute. Die dort schon angeklungenen Fragen nach dem Wesen von Weiblichkeit und dem Verhältnis der Geschlechter in der Gesellschaft werden im zweiten Teil des Kurses systematisch und theoriegeleitet bearbeitet. Im dritten Teil geht es um Geschichte, Konzepte und Organisationsformen der Gleichstellungsarbeit, im vierten um die Rechtsinstrumente zur Gleichstellung und demographische Daten zur Situation der Frauen in der Gesellschaft. Gender Mainstreaming als Instrument der Gleichstellung wird in seiner Entwicklung und Anwendung in der Praxis im fünften Teil kritisch dargestellt. Im sechsten Teil befasst sich der Kurs ergänzend mit den rechtlichen Grundlagen der Gleichstellung, der Entstehung und Entwicklung grundlegender rechtlicher Regelungen, den Geschlechterbildern im Recht, der Rechtssprache und der Rolle der Juristinnen.

Kurs 2: Gleichstellung im internationalen Recht und Europarecht

  • Frauenrechte im Europarecht
  • Frauen und Männer in der EU-Statistik
  • Internationales Recht und Gleichstellung

Dieser Kurs bietet unter einem gleichstellungsrechtlichen Vorzeichen eine Einführung in das Europarecht und das internationale Recht. Im ersten Teil des Kurses sollen Grundlagen des Europarechts vermittelt werden, um darauf aufbauend die Entwicklung der Frauen betreffenden rechtlichen Regelungen nachzuzeichnen und einen Überblick über Frauenrechte im Europarecht zu geben. Anhand von statistischen Daten werden soziodemographische und sozioökonomische Unterschiede und Disproportionalitäten von Frauen und Männern in der EU präsentiert. Gegenstand des zweiten Teils sind rechtliche Aspekte der Gleichstellung in Bezug auf das Völkerrecht und das internationales Recht. Behandelt werden Menschenrechte im Allgemeinen, aber auch Kinderrechte, das internationale Kriegsrecht sowie die internationalen Bestimmungen über Flucht und Asyl im Speziellen.

Kurs 3: Arbeitsrecht und AGG

  • Geschlechterrelevante Aspekte im Arbeitsrecht
  • Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz

Im Mittelpunkt des ersten Teils des Kurses stehen Grundzüge des (individuellen und kollektiven) Arbeitsrechts im Hinblick auf geschlechterrelevante Aspekte, insbesondere Maßnahmen zur Abwehr von Diskriminierungen wie auch zur Förderung aktiver Gleichstellung. Ergänzt werden die Erläuterungen zur Rechtslage, zu ihren Problemen und zu juristischen Instrumenten durch Analysen der bundesdeutschen Rechtsentwicklung. Der zweite Teil des Kurses nimmt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in den Blick. Systematisch werden Entstehungsgeschichte, Struktur und Aufbau des Gesetzes sowie die zentralen Bestimmungen und die Vorschriften zum Rechtsschutz erläutert. Abgerundet wird dieser Teil durch arbeitsrechtliche Fallbeispiele.

Das Portal "Recht und Gender" bietet ergänzend dazu weitere Informationen sowie Interviewvideos.



Gender Tutorial



Gleichstellungsstelle | 14.06.2016
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