Hegelkongress in Buenos Aires 19. - 21. Mai 2014

Metaphysik - Metaphysikkritik - Neubegründung der Erkenntnis
Der Ertrag der Denkbewegung von Kant zu Hegel



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Prof. Dr. Martín Zubiria, Leiter des Zentrums für klassische deutsche Philosophie (CEFiCLA) der Universidad Nacional de Cuyo, Mendoza (Argentinien), Gastprofessor an der Fernuniversität in Hagen im WS 2012/13; Bernhard Graf von Waldersee, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Argentinien, Schirmherr des Kongresses;Prof. Dr. Javier González, Dekan der Facultad de Filosofía y Letras (Fakultät für Philosophie und Literaturwissenschaften) der gastgebenden Universidad Católuica Argentina (UCA), Buenos Aires;Prof. Dr. Thomas Sören Hoffmann, Hagen, Mitinitiator und Leiter des Kongresses;Prof. Dr (v.l.n.r.) Héctor Ferreiro, Buenos Aires, Mitinitiator und Leiter des Kongresses; Dr. Urs Urban, Leiter des DAAD in Buenos Aires.
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Begrüßung der Teilnehmenden durch Bernhard Graf von Waldersee, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Argentinien, Schirmherr des Kongresses.
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Die Direktorin des Instituts für Philosophie an der UCA, Frau Prof. Dr. Maja Lukac de Stier, begrüßt den deutschen Botschafter Bernhard Graf von Waldersee.
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Ein studentisches Streichtrio gab der Eröffnung des Hegel-Kongresses einen festlichen Rahmen.

Unter der Schirmherrschaft des deutschen Botschafters untersuchten 150 Vorträge Probleme und Perspektiven der Hegelschen Philosophie – Netzwerk im Aufbau

„Eindrucksvoll“ belege die Zahl der Anwesenden, „wie groß das Interesse in dieser Region an der deutschen Philosophie von Kant bis Hegel ist“; es zeige sich hier, „daß wir auch und gerade bei grundlegenden Fragen der Philosophie erwarten können, daß alle Seiten“ in einem grenzüberschreitenden Austausch zu „neuen Vorstellungen“ und „Erkenntnissen“ gelangen könnten. Mit diesen Worten eröffnete der deutsche Botschafter in Argentinien, Bernhard Graf von Waldersee, der die Schirmherrschaft über die Großveranstaltung übernommen hatte, den 1. Deutsch-lateinamerikanischen Hegelkongreß, der vom 19. bis zum 21. Mai in Verantwortung der Fernuniversität in Hagen und der Universidad Católica Argentina (UCA) in Buenos Aires stattfand und mehr als 150 Referenten sowie insgesamt etwa 200 Teilnehmer angezogen hatte.

In der Tat übertraf der Kongreß auch die Erwartungen seiner Organisatoren. „Ein Ereignis dieser Größenordnung und von gleicher thematischer Breite und Intensität hat es in Lateinamerika noch nicht gegeben. Es ist erstmals gelungen, diejenigen, die sich wissenschaftlich mit Hegel beschäftigen, aus fast ganz Südamerika zusammenzubringen. Dazu kamen Gäste aus anderen Ländern und Kontinenten, die wir hier begrüßen konnten. Wir haben es mit einer neuen Dimension des internationalen philosophischen Austauschs mit Lateinamerika zu tun“, stellt im Rückblick Professor Dr. Héctor Ferreiro fest, der den Kongreß zusammen mit seinem Hagener Kollegen Professor Dr. Thomas Sören Hoffmann seit etwa zwei Jahren vorbereitet hat und an der UCA der verantwortliche Gastgeber der Veranstaltung war. Prof. Dr. Hardy Neumann von der Katholischen Universität Valparaíso in Chile ergänzt: „Der Kongreß war erfreulicherweise auch für junge Leute sehr attraktiv. Ich weiß von chilenischen Studenten, die sich ganz auf eigene Kosten auf den Weg nach Buenos Aires gemacht haben, um bei diesem Kongreß dabeizusein!“

Das Thema des Kongresses – „Metaphysik – Metaphysikkritik – Neubegründung der Erkenntnis“ scheint zu dieser Attraktivität beigetragen zu haben: Fragen wie die, ob metaphysische Themen „erledigt“ sind oder das Nachdenken weiter herausfordern oder wie man die Frage nach dem „Ganzen“ mit Hegel wachhalten kann, wurden in theoretischer, aber auch praktischer Hinsicht in fünf bis sechs parallel stattfindenden Sektionen engagiert, manchmal auch kontrovers diskutiert. „Für viele Lateinamerikaner bot der Kongreß erstmals die Gelegenheit, mit international renommierten Fachleuten wie Anton Koch, Walter Jaeschke, Birgit Sandkaulen oder Jürgen Stolzenberg zusammenzutreffen und sich mit ihnen auszutauschen. Ich bin sicher, daß wir das, was hier so gut angefangen hat, beim nächsten Kongreß in drei Jahren erfolgreich werden fortführen können!“, so Professor Ferreiro. Daß die Veranstaltung sowohl von der Internationalität der Forschung am Hagener Institut für Philosophie zeuge wie den Bildungsauftrag widerspiegele, den sich die Fernuniversität zu eigen gemacht habe, unterstrich im übrigen der Rektor der Fernuniversität, Professor Dr. Helmut Hoyer in einem Grußwort, das er an alle am Kongreß Beteiligten übermitteln ließ. „Der Mensch ist, was er als Mensch sein soll, erst durch Bildung“ – Hoyer verwies auf dieses Hegelzitat und sprach von einem „Dach von Bildung“, unter dem Menschen gleich welcher Herkunft zusammenfinden können.

Fernuniversität koordiniert deutsch-lateinamerikanisches Forschungs- und Promotionsnetzwerk

Ferreiro und Hoffmann verbindet neben gemeinsamen Forschungsinteressen und einem vom DAAD geförderten Austauschprogramm zu Themen der klassischen deutschen Philosophie vor allem die Zusammenarbeit in dem neu geschaffenen Deutsch-lateinamerikanischen Forschungs- und Promotionsnetzwerk Philosophie (FILORED), dessen Koordination bei der Fernuniversität in Hagen liegt. In FILORED arbeiten aktuell neben der Fernuniversität in Hagen die Ruhr-Universität Bochum, die UCA und die Katholische Universität Valparaíso (Chile) mit, das Projekt expandiert jedoch schon: „In Buenos Aires haben sich weitere Bewerber für eine Kooperation in FILORED gemeldet und vorgestellt, und zwar konkret einige wichtige Universitäten aus Costa Rica, Kolumbien, Brasilien und Peru“, berichtet Projektkoordinator Thomas Sören Hoffmann. „Und es gibt jetzt auch auf deutscher Seite neue Interessenten. Wir haben aktuell ein Bewerbungsverfahren festgelegt und werden uns die Kandidaten näher ansehen. Die Sache verspricht spannend zu werden!“ Im Aufbau begriffen ist derzeit eine Online-Plattform, die zum einen der Präsentation der Projekte und Ergebnisse von FILORED dienen soll, zum anderen aber vor allem als Instrument bei der Förderung von binationalen Promotionen zu Themen rund um Kant und den Deutschen Idealismus gedacht ist. Die Fernuniversität unterstützt die Einrichtung der Plattform durch Mittel aus der Nachwuchsförderung; mit Dr. Valentin Pluder, der dem Lehrgebiet von Professor Hoffmann zugeordnet ist, konnte im Mai ein eigener Mitarbeiter zur Betreuung der Plattform angestellt werden.


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I. Deutsch-lateinamerikanischer Hegelkongress

Sektionen:

Sektion I
Zur Rezeption der klassischen Metaphysik im Deutschen Idealismus

Sektion II
Ansätze und Aspekte der Metaphysikkritik von Kant bis Hegel

Sektion III
Glauben und Wissen in der klassischen deutschen Philosophie

Sektion IV
Formale, transzendentale und spekulative Logik

Sektion V
Subjektivitätstheorien zwischen Kant und Hegel

Sektion VI
Hegels Projekt einer Phänomenologie des Geistes

Sektion VII
Praktische Philosophie zwischen Kant und Hegel

Sektion VIII
Das Wahre als das Ganze: das „System“ als Form
nachmetaphysischen Philosophierens

Sektion IX
Hegelrezeption und Hegelianismus in Lateinamerika


Leitung: Thomas Sören Hoffmann (Hagen), Héctor Ferreiro (Buenos Aires)



Der Kongress stand unter der Schirmherrschaft des deutschen Botschafters in Argentinien, Herrn Bernhard Graf von Waldersee.

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12.06.2014
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