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Institut für Japanisches Recht

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Das Institut für Japanisches Recht ist im Jahr 2000 aus dem bereits 1990 an der FernUniversität eingerichteten Studien- und Forschungsschwerpunkt zum japanischen Recht hervorgegangen, der bis dahin im Lehrstuhl von Prof. Dr. Dr. h.c. Eisenhardt integriert war. Institutsdirektor ist Prof. Dr. Hans-Peter Marutschke.

Die Aufgaben des Instituts sind breit gefächert. Ein besonders wichtiger Bereich ist die Fortentwicklung und Erweiterung eines Fernstudienkurses zum japanischen Recht. Dieser Studiengang wurde bisher seit über zehn Jahren als reines Weiterbildungsstudium ('Einführung in das japanische Zivil- und Unternehmensrecht') angeboten und war daher im Prinzip nur graduierten Juristen zugänglich. Mit der Neuausrichtung des Fernstudienkurses ab WS 2006 erhalten nun neben Referendaren und Volljuristen auch Studenten im fortgeschrittenen Semester (großer BGB-Schein) die Möglichkeit, sich fundierte Kenntnisse im japanischen Recht anzueignen.

Für die Anerkennung als Wahlfachschein i.S.d. Justizprüfungsordnung gibt es noch keine generelle Regelung; jeder Teilnehmer muss selbst dafür Sorge tragen.

Für die erfolgreiche Teilnahme an dem Studienkurs sind japanische Sprachkenntnisse nicht erforderlich.


Ankündigung: Intensivkurs zum Japanischen Recht in Kyoto, 16. bis 28. November 2015

Anmeldeschluss: 31. Mai 2015 – Limitierte Plätze!

In Zusammenarbeit mit der Law School der Universität Doshisha in Kyoto bietet das Institut für Japanisches Recht der FernUniversität in Hagen vom 16. bis 28. November 2015 (Anreise 16.11./Abreise 28.11.) erneut einen Intensivkurs zum Japanischen Recht an (Bericht zum Intensivkurs im März 2012: http://www.fernuni-hagen.de/japanrecht/aktuelles/intensivkurskyoto2012.shtml)

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Der Kurs wird von Prof. Dr. Hans-Peter Marutschke geleitet. Neben Vorträgen zu verschiedenen Bereichen des japanischen Rechts sind Besuche diverser juristischer Institutionen vorgesehen (Gericht, Staatsanwaltschaft, Justizvollzugsanstalt, Rechtsabteilung von Unternehmen), bei denen die Kursteilnehmer auch praktische Erfahrungen sammeln können. Darüber hinaus bietet die Teilnahme Gelegenheit zur Begegnung mit der japanischen Kultur: Kyoto ist das kulturelle Zentrum Japans. Es war über 1000 Jahre Hauptstadt des Kaiserreiches und wird auch oft als „die Seele Japans“ bezeichnet. 17 UNESCO Weltkulturerbe-Stätten befinden sich in Kyoto und unmittelbarer Umgebung. Schließlich gehört der November aufgrund der Herbstlaubfärbung zu den schönsten Jahreszeiten in Japan.

Das Kursprogramm richtet sich an Studierende des LL.M.-Studienganges, des Weiterbildungs-Studienganges sowie an Promotionsstudenten, die an der Rechtsvergleichung interessiert sind. Für LL.M-Studierende ersetzt die erfolgreiche Teilnahme an der Studienreise die Belegung eines dritten Wahlmoduls (§ 11 Abs. 2 S. 3 PO LL.M.) und wird in einem Umfang von 10 ECTS berücksichtigt, bei Weiterbildungsstudenten entfällt die Seminarteilnahme. Die erfolgreiche Teilnahme wird neben dem Besuch des Kursprogramms durch eine im Anschluss abzugebende schriftliche Arbeit nachgewiesen, Themen werden während des Kurses vergeben.

Zum Kursprogramm gehört auch die Teilnahme an einem internationalen Symposium zum Thema „Allgemeine Rechtsbegriffe in der Rechtsvergleichung“, das am 21. November ebenfalls an der Doshisha Law School veranstaltet wird und an dem neben Referenten aus Japan und Korea auch Hagener Professoren beteiligt sind. Zum Inhalt beider Veranstaltungen finden Sie demnächst weitere Hinweise auf der hompage des Instituts für Japanisches Recht (www.japanrecht.de).

Die Kursgebühr beträgt 750 EUR. Damit sind die Kosten für die Unterbringung im Gästehaus der Universität Doshisha sowie sonstige Veranstaltungskosten (Honorare für Referenten, Bustransporte etc.) abgedeckt. Flug- und Verpflegungskosten sind von den Teilnehmern selbst zu tragen, auf Antrag können ggfls. Zuschüsse aus dem PROMOS Programm in Höhe von bis zu 540 EUR gewährt werden (Info beim Dekanat). Der Flug ist selbst zu organisieren. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Reservierung erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Eine frühzeitige Anmeldung wird empfohlen:

Per eMail bitte unter Angabe von Name, Adresse, Tel. und Matr.-Nr. an Herrn In-Ho Kim: inho.kim@fernuni-hagen.de.

Anmeldeformular (pdf.)

Nachruf - Prof. Dr. Dres h.c. Hans G. Leser

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Es ist mir eine traurige Pflicht, an dieser Stelle mitzuteilen, dass unser langjähriger Weggefährte beim Aufbau und bei der Durchführung des Studien- und Forschungsschwerpunktes „Japanisches Recht“ an der FernUniversität in Hagen,

Prof. Dr. Dres h.c. Hans G. Leser

am 15. Februar 2015 im 86. Lebensjahr verstorben ist.

Hans G. Leser gehörte zu den aktiven Wegbereitern und Förderern der Rechtsvergleichung nach dem Zweiten Weltkrieg, und nicht ohne Grund trug die Festschrift zu seinem 70. Geburtstag den Titel „Brücken für die Rechtsvergleichung“. Solche Brücken zu bauen war seine Passion, wobei sich sein Interesse nicht auf ein Rechtssystem begrenzte. Immer versuchte er, Unterschiede in den verschiedenen Rechtsordnungen zu erklären und über diese hinweg Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Das Handwerkszeug dazu hatte er früh gelernt, zunächst im Rahmen seines Studiums an den Universitäten Tübingen, München und schließlich in Freiburg, wo er später Assistent bei Ernst von Caemmerer wurde, bei dem er auch promovierte und habilitierte.

In dieser Zeit sammelte er seine erste Auslandserfahrung in den USA, wo er an der University of Chicago Law School studierte und seinem zweiten akademischen Lehrer, Max Rheinstein, begegnete, der ihn ebenso wie von Caemmerer in seinen künftigen Bestrebungen um die Vermittlung in der Rechtsvergleichung bestärkte und nachhaltig beeinflusste.

Der Kontakt zum Verfasser dieses Nachrufs kam eher zufällig über unseren gemeinsamen japanischen Kollegen Masasuke Ishibe zustande. Dieser hatte mir davon berichtet, dass Herr Leser in Marburg die Einrichtung eines Lehrangebotes zum Japanischen Recht plante. Ich selbst war noch in Japan und anläßlich eines Heimaturlaubs trafen wir uns – aus Termingründen in einer Autobahnraststätte nahe Stuttgart. Frau Leser war auch dabei – natürlich, wie ich später immer wieder erfahren/erleben durfte. Es gab von da an keine Begegnung – sei es in Deutschland oder Japan -, bei der ich das Ehepaar Leser nicht zusammen antraf. Ich war sofort beeindruckt von der Herzlichkeit, mit der mir Lesers begegneten, und von dem konzentrierten Interesse, mit dem sich Herr Leser für meine bisherige Tätigkeit und das japanische Recht interessierte. Er hatte den konkreten Plan, im Rahmen des Aufbaus eines Japan-Zentrums der Universität Marburg auch eine Professur für Japanisches Recht einzurichten. Das war 1988, für eine Übergangszeit wurden dann zunächst japanische Kollegen befristet als Lehrbeauftragte/Gastdozenten zu diesem Zweck nach Marburg berufen.

Als 1989 dann an der FernUniversität in Hagen aufgrund des konkreten Engagements von Prof. Eisenhardt der Studien- und Forschungsschwerpunkt Japanisches Recht an der FernUniversität in Hagen eingerichtet und ein Jahr später das erste Kompaktseminar für die Teilnehmer des entsprechenden Weiterbildungsstudiums abgehalten werden konnte, erklärte sich Herr Leser spontan bereits, bei der Durchführung dieses Seminars aktiv mitzuwirken. Daraus entwickelte sich dann eine jährlich sich wiederholende Gewohnheit, die sich zu einer intensiven Zusammenarbeit bei diversen Aktivitäten in Bezug auf das japanische Recht entwickelte. So erklärte er sich bereit, sowohl meine Dissertation als auch Habilitation mit zu betreuen und die entsprechenden Gutachten zu schreiben, wirkte an diversen rechtsvergleichenden Symposien in Japan und Deutschland ebenso mit, wie bei der Herausgabe der Übersetzung und Kommentierung japanischer höchstrichterlicher Rechtsprechung.

Insgesamt ergab sich so über die Jahre eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit und Beziehung, die wir alle in Hagen schon bald als normal und selbstverständlich empfanden. Bei gelegentlichen Besuchen in Marburg konnten wir immer die warme und herzliche Gastfreundschaft des Ehepaars Lesers genießen und bei anregenden Gesprächen Konzepte zur weiteren Vermittlungen von Kenntnissen zum japanischen Recht diskutieren.

Nach der Emeritierung gingen Lesers nach Konstanz zurück, beide haben dort familiäre Wurzeln. Der persönliche Kontakt beschränkte sich dann zwar im Wesentlichen auf Briefwechsel und Telefonate, bei denen Herr Leser aber immer ein sehr konkretes Interesse an der Entwicklung der Dinge, sowohl in Deutschland wie in Japan zeigte.

Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Hans-Peter Marutschke

Ankündigung: Kompaktseminare "Business and Law in Japan"

Seit Oktober 2014 wird am Institut für Japanisches Recht ein neues Programm vorbereitet, in dem voraussichtlich ab Herbst 2015 in unregelmäßigen Abständen Kompaktseminare für Praktiker abgehalten werden. Ziel dieser Seminare ist es, bei unternehmerischer Tätigkeit in oder mit Japan auf den Zusammenhang wirtschaftlicher und rechtlicher Aspekte hinzuweisen und so auch die Interdependenz zwischen Wirtschaftswissenschaft und Rechtswissenschaft zu verdeutlichen.

Für die Vorbereitungsphase konnten hierfür folgende Personen als Lehrbeauftragte gewonnen werden: Herr RA Prof. Hiroshi Sakata (Kyoto; Intellectual Property Law), Prof. Masaru Hayakawa (Doshisha University Law School, Gesellschaftsrecht) und Dr. David Marutschke (Consultant, J.D. Power Asia Pacific Inc., Tokyo (McGraw Hill Financial Group)). Die Seminar werden teilweise auch in englischer Sprache stattfinden. Voraussichtlich Mitte November. Konkrete Termine werden noch bekannt gegeben.

    FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Rechtswissenschaftliche Fakultät, Institut für Japanrecht, 58084 Hagen, Tel.: +49 2331 987-2578, E-Mail: Japan.Recht@fernuni-hagen.de