FALLSTUDIE "ROULETTE"
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7. Fragestellung: Klappt der Doppelschlag?

 


Ein Roulettespieler bespielt die Plein-Zahl "19". Er beabsichtigt auf dieser Plein-Zahl ein einfaches Paroll zu gewinnen, d.h. er möchte nach einem Treffer Einsatz und Gewinn auf "19" plazieren und mit diesem erhöhten Einsatz nochmals gewinnen. Sein Ziel ist es also, einen Doppelschlag zu landen.

Die Wahrscheinlichkeit eines "Doppelschlages" ist die Wahrscheinlichkeit, daß die Plein-Zahl "19" und unmittelbar danach eine weitere "19" erscheint. Wegen der Unabhängigkeit ist die Wahrscheinlichkeit also

Diese Wahrscheinlichkeit ist recht gering. Interessant ist daher die Frage, wie groß seine Chance ist, dass er in einer längeren Spielserie mindestens einen Erfolg haben wird.

Wir unterstellen dazu, dass der Spieler folgendermaßen vorgeht: Verliert er, setzt er erneut jeweils den gleichen Einsatz von 10 Euro, seine Satzeinheit ist also masse égale Euro 10. Sein Spielkapital beträgt Euro 10000,-. Er kann dementsprechend 1000 Coups spielen. Sei nun X die Anzahl der in dieser Spielstrecke vorkommenden Doppelschläge. X ist binomialverteilt. Da p klein und n groß ist, kann die Poisson-Approximation herangezogen werden.

Die Wahrscheinlichkeit eines Doppelschlages innerhalb von Coups ist n = 1000.

ergibt sich aus der Poisson-Verteilung mit

Die Chance des Spielers, ein Paroli zu gewinnen, ist also größer als 50%. Im absolut ungünstigsten Fall, jedoch unter der Voraussetzung, daß überhaupt ein Paroli gelingt, wäre dieser erst mit dem 1001-ten Coup erfolgreich abgeschlossen worden. Der Spieler hätte dann vorher 999 Satzeinheiten à Euro 10, also insgesamt Euro 9990 verloren. Der verbleibende Gewinnüberschuß nach dem Doppelschlag würde in diesem Fall 362-1000=296 Satzeinheiten, also Euro 2960 betragen.

Poisson-Verteilung im Lernmodul "Diskrete Verteilungsmodelle"