Allgemeine Erläuterungen zur Studienwoche
Die Studienwoche richtet sich an Studierende im Haupt- und Nebenfach "Neuere deutsche Literaturwissenschaft" im Magisterstudiengang, des Bachelor-Studiengangs "Kulturwissenschaften", des Master-Studiengangs "Europäische Moderne: Geschichte und Literatur" sowie an Studierende im Akademiestudium. Eine Woche lang bieten wir Seminare und eine Ringvorlesung zum Wechselverhältnis von Literatur und Wissen an, das in den aktuellen literatur- und kulturwissenschaftlichen Diskussionen erhöhte Aufmerksamkeit erfährt.
Die kulturelle Produktion, Überlieferung und Verteilung von Wissen bestimmt grundlegend den Rahmen gesellschaftlicher Denk- und Handlungsmöglichkeiten. Spätestens mit der Aufklärung und der Entstehung einer literarischen Öffentlichkeit wird die Literatur zu einem Medium, dem bei der Gewinnung und Formierung kulturellen Wissens wachsende Bedeutung zukommt: Zum einen profilieren literarische Texte zentrale Themen (Anthropologie, Pädagogik, Kommunikation, Geschichte, Natur), wobei sich ästhetische und epistemische Kategorien, 'Dichtung' und 'Wissenschaft' im modernen Sinne, auf produktive Weise verschränken. Zum anderen lässt sich Literatur in operativer Hinsicht als Mediensystem auf die Verfahren der Speicherung und Tradierung, aber auch der Verarbeitung und Zirkulation von Wissen hin beobachten. Die Studienwoche wird diesen Wissensordnungen der Literatur u.a. anhand der vielfältigen Austauschprozesse zwischen Poesie und Theorie, Fiktion und Realität, Narrativierung und Systematisierung nachgehen.
Diese allgemeinen Fragestellungen, die im Zentrum der Ringvorlesung "Literatur und Wissen" stehen, werden in sechs Seminaren zu weiteren Themen an der Schnittstelle zwischen Literatur- und Wissensgeschichte vertieft.
Zur Einführung in das Schwerpunktthema sind geeignet:
FernUniversität, Institut für neuere deutsche und europäische Literatur, 58084 Hagen