Institut für neuere deutsche und europäische Literatur

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6. Studienwoche Literaturwissenschaft 2010

Allgemeine Erläuterungen zur Studienwoche

Die Studienwoche richtet sich an Studierende im Haupt- und Nebenfach "Neuere deutsche Literaturwissenschaft" im Magisterstudiengang, des Bachelor-Studiengangs "Kulturwissenschaften", des Master-Studiengangs "Europäische Moderne: Geschichte und Literatur" sowie an Studierende im Akademiestudium. Eine Woche lang bieten wir Seminare und eine Ringvorlesung zum Wechselverhältnis von Literatur und Wissen an, das in den aktuellen literatur- und kulturwissenschaftlichen Diskussionen erhöhte Aufmerksamkeit erfährt.

Die kulturelle Produktion, Überlieferung und Verteilung von Wissen bestimmt grundlegend den Rahmen gesellschaftlicher Denk- und Handlungsmöglichkeiten. Spätestens mit der Aufklärung und der Entstehung einer literarischen Öffentlichkeit wird die Literatur zu einem Medium, dem bei der Gewinnung und Formierung kulturellen Wissens wachsende Bedeutung zukommt: Zum einen profilieren literarische Texte zentrale Themen (Anthropologie, Pädagogik, Kommunikation, Geschichte, Natur), wobei sich ästhetische und epistemische Kategorien, 'Dichtung' und 'Wissenschaft' im modernen Sinne, auf produktive Weise verschränken. Zum anderen lässt sich Literatur in operativer Hinsicht als Mediensystem auf die Verfahren der Speicherung und Tradierung, aber auch der Verarbeitung und Zirkulation von Wissen hin beobachten. Die Studienwoche wird diesen Wissensordnungen der Literatur u.a. anhand der vielfältigen Austauschprozesse zwischen Poesie und Theorie, Fiktion und Realität, Narrativierung und Systematisierung nachgehen.

Diese allgemeinen Fragestellungen, die im Zentrum der Ringvorlesung "Literatur und Wissen" stehen, werden in sechs Seminaren zu weiteren Themen an der Schnittstelle zwischen Literatur- und Wissensgeschichte vertieft.

Zur Einführung in das Schwerpunktthema sind geeignet:

  • Joseph Vogl: Für eine Poetologie des Wissens. In: Die Literatur und die Wissenschaften 1770-1930. [Walter Müller-Seidel zum 75 Geburtstag]. Hrsg. von Karl Richter [u.a.]. Stuttgart 1997, S. 107-127.
  • Poetologien des Wissens um 1800. Hrsg. von Joseph Vogl. München 1999.
  • Jochen Hörisch: Das Wissen der Literatur. München 2007.
  • Wissensgeschichte und Wissensordnungen. Hrsg. von Martin Huber. In: Handbuch Wissenssoziologie und Wissensforschung. Hrsg. von Rainer Schützeichel. Konstanz 2007, S. 797-856.
  • Tilmann Köppe: Vom Wissen in Literatur. In: Zeitschrift für Germanistik 17 (2007), S. 398-410.
  • Ralf Klausnitzer: Literatur und Wissen. Zugänge – Modelle – Analysen. Berlin 2008 (De-Gruyter-Studienbuch).
  • Tilmann Köppe: Literatur und Erkenntnis. Studien zur kognitiven Signifikanz literarischer Werke. Paderborn 2008.

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