Institut für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft

Neuerscheinungen aus dem Institut für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft

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Michael Niehaus: Was ist ein Format?

Hannover: Wehrhahn Verlag 2017.

Niehaus Format

Wir alle führen das Wort Format ständig im Munde und wissen ganz gut, was wir von Fall zu Fall darunter zu verstehen haben. Aber gerade der reibungslose Gebrauch dieses Wortes bedarf der Klärung. Die längste Zeit hat man unter einem Format vor allem das Verhältnis von Länge zu Breite eines rechteckigen Gegenstandes verstanden. Erst in den letzten fünfzig Jahren hat sich seine Verwendung im Zuge der Ausbreitung der digitalen Medien auf zahlreiche andere Bereiche ausgedehnt – als ein terminus technicus der Alltagssprache. Dieser Allgegenwart des Formatbegriffs steht ein weitgehender Mangel an theoretischer Reflexion gegenüber. Über das Format gibt es bislang wenig zu lesen.

Das Buch Was ist ein Format? – der erste Band der neuen Reihe Kleine Formate – entwickelt die Umrisse einer allgemeinen Theorie des Formats entlang seiner vielfältigen Anwendungsfelder. Ausgehend von der Feststellung, dass kein Medium ohne Formatierung auskommt, wird das Format als formale Institution gefasst. Zugleich wird die Karriere dieses Begriffs seit dem Ende des 19. Jahrhunderts nachgezeichnet: Wie wird der Formatbegriff verwendet, was leistet er und wofür ist er ein Symptom? Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Verhältnis von Format und Programm, Format und Genre sowie von Format und Serialität. Am Ende wird erklärt, warum weniger das Medium als vielmehr das Format die Botschaft ist, die es zu analysieren gilt.

Vgl. Wehrhahn Verlag - Michael Niehaus: Was ist ein Format?


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E.T.A. Hoffmann: Meister Floh. Ein Mährchen in sieben Abentheuern zweier Freunde (1822)

Mit Kommentaren von Michael Niehaus und Thomas Vormbaum. Berlin / Boston: de Gruyter 2018 (Juristische Zeitgeschichte. Ant. 6: Recht in der Kunst - Kunst im Recht, Bd. 50)

Cover Meister Floh

​"Meister Floh" ist das letzte Werk des Schriftstellers, Komponisten und Kammergerichtsrates Ernst Theodor Amadeus Hoffmann. Fast ein Jahrhundert lang war es nur in unvollständiger Gestalt erhältlich. Erst 1906 wurden die fehlenden Teile veröffentlicht. Und gerade sie sind es, die für den Juristen und Rechtshistoriker von besonderem Interesse sind – nicht nur, weil sie ein beredter Reflex der zeitgenössischen Demagogenverfolgungen sind, sondern auch, weil sie zeigen, wie problematische Seiten des Strafverfahrens, wenn sie schon nicht "zeitlos" sind, sich doch bis heute "forterben". In der Frage, ob die damals unterdrückten Passagen des Werkes – die sog. "Knarrpanti-Episode" – organische Bestandteile des Ganzen oder entbehrliche Versatzstücke sind, treffen sich die Interessen der juristischen Zeitgeschichte und der Literaturwissenschaft. Beide Disziplinen stellen jedoch auch eigenständige Fragen, wie die beiden hier versammelten Kommentare deutlich machen.

Verlagsseite: ​ de Gruyter - Meister Floh

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Fernweh nach der Romantik. Begriff - Diskurs - Phänomen

Hrsg. von Irmtraud Hnilica, Malte Kleinwort und Patrick Ramponi. Freiburg i. Br.: Rombach 2017 (= Rombach litterae, Bd. 222).

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Fernweh gehört zu jenen schillernden Wörtern des Deutschen, die kaum in andere Sprachen übersetzbar sind. Als Schlagwort der Alltagskommunikation ist es intuitiv verständlich und in hohem Maße anschlussfähig, aber semantisch unscharf. Weder als Begriff noch als Diskurselement oder als mediales Phänomen ist Fernweh bislang systematisch und historisch untersucht worden. Diesem Desiderat begegnet der vorliegende Sammelband mit literatur-, film- und kulturwissenschaftlichen Beiträgen, deren Untersuchungsergebnisse vielfach quer zu einem alltäglichen Vorverständnis des Fernwehs stehen. Sie zeigen: Fernweh ist Bestandteil einer seit der Romantik virulenten literarischen Gefühlskommunikation, deren emphatische Topoi wie Sehnsucht, Wander- und Reiselust durch die nachromantischen literarischen und künstlerischen Fernweh-Figurationen nachhaltig in Bewegung geraten sind. Im Fernweh der sich globalisierenden Moderne offenbaren sich so unterschiedliche psychopolitische Triebdynamiken wie etwa die Topophilie des Kolonialismus und Exotismus oder das transgressive Begehren zwischen Heimat und Ferne oder zwischen Sexualität und Tod.

Verlagsseite: Rombach Verlag - Fernweh nach der Romantik


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Populäre Piraten. Vermessung eines Feldes

Hrsg. von Irmtraud Hnilica und Marcel Lepper. Berlin: Kulturverlag Kadmos 2017 (= Kaleidogramme, Bd. 124).

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Piraterie rückt auf die Agenda der Debatten um internationale Sicherheit und Datenverkehr. Völkerrechtlich, urheberrechtlich gilt der Pirat als prekäre Figur, »the enemy of all«.
Der Sammelband greift die ökonomischen, rechtsgeschichtlichen Anregungen auf, rückt die Debatte um die Figur des Piraten aber in genrespezifische Fragestellungen ein, indem er die narrativen und ikonographischen Muster der Piratenliteratur in den Mittelpunkt stellt. Wie wird der Pirat, der in der politischen Theorie als hostishumani generis, »Feind aller« gilt, in der Populärkultur zum Freund vieler? Wie entsteht das Piratengenre, wie gestalten sich dessen Zyklen?
Kombiniert werden kulturwissenschaftlich informierte Detaillektüren von Piratentexten mit einer diachronen Vermessung des populären Piratengenres seit dem späten 17. Jahrhundert, Verfahren des close reading und des distant reading. So geraten auch Textkorpora in den Blick, die erst in Ansätzen bibliographisch erfasst, allenfalls aus der Perspektive der Sozialgeschichte der Literatur und der Trivialliteraturforschung kursorisch gesichtet wurden. Die Frage nach den Bedingungen und Modi der Popularität ermöglicht, das Genre in seinen Verzweigungen bis in die Gegenwart in Film, Comic, Mode und bildende Kunst hinein zu verfolgen. Literatur- und kulturwissenschaftliche Ansätze werden am Material mit Konzepten u.a. aus Filmwissenschaft und Gender Studies zum Abgleich gebracht.

Verlagsseite: Kulturverlag Kadmos - Populäre Piraten

Inhaltsverzeichnis aus dem Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (pdf-Datei)


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Thomas Fehling: Öffentlichkeit als Partner? Das Online-Projekt 'Morgen mehr' von Tilman Rammstedt

​Münster: MV Wissenschaft 2017 (Hagener Beiträge zur Literatur- und Medienwisssenschaft, Bd. 1)

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Drei Monate schrieb der Schriftsteller Tilman Rammstedt unter der Schirmherrschaft seines Verlages und im Angesicht einer digitalen Öffentlichkeit an seinem neuen Roman Morgen mehr. Im Kontext des Projektes wurde die Zukunft des Schreibens und Lesens genauso diskutiert wie zukünftige Formen der Literaturvermittlung. Über jeden innovativen Ansatz hinweg zielte das Schreibprojekt vor allen Dingen auf mediale Resonanz. Dieses Buch rekonstruiert zum einen das strategische Ringen der Beteiligten um öffentliches Interesse. Es beleuchtet zum anderen die Rolle von Aufmerksamkeit als wertschöpfende Größe und verdeutlicht, auf welche Weise sie den jeweiligen Akteuren des Literaturbetriebs dienlich ist.

Der Band eröffnet die Reihe "Hagener Beiträge zur Literatur- und Medienwisssenschaft".

Inhaltsverzeichnis aus dem Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (pdf-Datei)

Das Buch ist als Print on demand ganz regulär auf dem Buchmarkt erhältlich und steht gleichzeitig als Open access auf dem Server der Universitätsbibliothek Hagen zur Verfügung und kann von der Seite Universitätsbibliothek Hagen - UB-deposit - Fehling kostenfrei heruntergeladen werden.


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W.G. Sebald-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung

Hrsg. von Claudia Öhlschläger und Michael Niehaus. Heidelberg : J.B. Metzler Verlag in Springer-Verlag GmbH - J.B. Metzler 2017.

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Trotz seines schmalen Œuvres wurde kein deutschsprachiger Autor der Gegenwartsliteratur international so intensiv und kontrovers diskutiert wie W.G. Sebald, der fünfzehn Jahre nach seinem Tod bereits zum kanonischen Autor geworden ist. Die Beiträge namhafter Sebald-Forscher erschließen in diesem Handbuch die verschiedenen Facetten und Ebenen des gesamten literarischen und essayistischen Werks. Sebalds Themen (Trauma und Erinnerung, die Naturgeschichte der Zerstörung, Holocaust, Heimat) werden ebenso beleuchtet wie die Merkmale seines Schreibens (Intertextualität, Bastelei, Verbindung von Text und Bild, Stil), seine Leitmotive (Melancholie, Reisen) sowie die Präsenz anderer Medien und Künste (Photographie, Malerei, Architektur) in seinen Texten. Eigene Teile sind den für Sebald wichtigsten Referenzautoren und der nationalen und internationalen Rezeption gewidmet.

Verlagsseite: J.B. Metzler Verlag in Springer-Verlag GmbH - J.B. Metzler: Sebald-Handbuch

Inhaltsverzeichnis aus dem Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (pdf-Datei)


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