Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Medientheorie

Präsenzveranstaltung

Illustration
Thema:

Anthropologische Kriminalerzählungen um 1800

Veranstaltungstyp: Präsenzveranstaltung
Adressatenkreis: Studierende des BA Kulturwissenschaften (mit Fachschwerpunkt), Modul L3;
Studierende des BA Kulturwissenschaften (ohne Fachschwerpunkt) Modul 5;
Studierende des Magisterstudienganges und des Akademiestudiums
Ort: Hamburg
Adresse: FernUniversität in Hagen
Regionalzentrum Hamburg
Amsinckstraße 57
D- 20097 Hamburg
Termin: 04.05.2012 18:00 bis
05.05.2012 16:00
Zeitraum: Achtung Terminänderung!
Leitung: Dr. Ulf-Michael Schneider
Anmeldung: Das Seminar ist ausgebucht. Weitere Anmeldungen sind nicht mehr möglich!
Auskunft erteilt: E-Mail: Dr. Ulf-Michael Schneider
Telefon: 02331/987-2518

Achtung: Das Seminar ist ausgebucht! Weitere Anmeldungen können nicht mehr entgegengenommen werden!

Achtung: Der Termin dieser Präsenzveranstaltung ist vom 11./12. Mai 2012 auf den 4./5. Mai 2012 verschoben worden!

Achtung: Die Teilnehmerzahl ist auf 35 begrenzt!

Kriminalfälle und Verbrechercharaktere gehören zu den vorzüglichsten Anschauungs- und Untersuchungsobjekten der Anthropologie im 18. Jahrhundert, denn in „der ganzen Geschichte des Menschen ist kein Kapitel unterrichtender für Herz und Geist als die Annalen seiner Verirrungen“ (Schiller: Der Verbrecher aus verlorener Ehre). Steht die erzählerische Vergegenwärtigung von Verbrechen und Verbrechern bis in das 18. Jahrhundert hinein noch ganz im Zeichen der Sensation und der Abschreckung, wandelt sie sich mit dem Aufkommen der Anthropologie zu einer beobachtenden ‚Menschenkunde‘, die das Individuum des Verbrechers, die Gründe, die zum Verbrechen führen, und die sanktionierenden Normen des Rechtssystems in den Mittelpunkt rücken. An Beispielen aus August Gottlieb Meißners Kriminalgeschichten, aus der von Friedrich Schiller 1792 bis 1795 in vier Bänden herausgegebenen ‚Pitaval’-Ausgabe „Merkwürdige Rechtsfälle als ein Beitrag zur Geschichte der Menschheit“ sowie schließlich und vor allem anhand von Schillers Erzählung „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ (1786) und Hoffmanns Novelle „Das Fräulein von Scuderi“ (1819) vollzieht das Präsenzseminar diesen Wandel nach und erörtert spezifische Aspekte der Literarischen Anthropologie. Es vertieft so gleichzeitig das Generalthema des Modul L3 als auch den einschlägigen Kurs 03540 „Kriminalanthroplogie“.

Für Studierende des BA Kulturwissenschaft kann das Seminar zur Vorbereitung der Modulprüfung dienen (insbesondere Hausarbeiten und Themengrundlage zur mündlichen Modulprüfung im Modul L3)

Textgrundlage [zur Anschaffung]:
Schiller, Friedrich: Der Verbrecher aus verlorener Ehre und andere Erzählungen. Nachwort von Bernhard Zeller. Stuttgart: Reclam, durchges. Ausgabe 2000 (= Reclams Universalbibliothek, Bd. 8891).

Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus: Das Fräulein von Scuderi. Erzählung aus dem Zeitalter Ludwig des Vierzehnten. Stuttgart: Reclam, durchges. Ausgabe 2002 (= Reclams Universalbibliothek, Bd. 25).

Zur Einarbeitung in den Gegenstandsbereich geeignet:

Košenina, Alexander: Literarische Anthropologie. Die Neuentdeckung des Menschen. Berlin: Akademie Verlag 2008 (= Akademie-Studienbücher : Literaturwissenschaft), S. 53–67.

Dülmen, Richard van: Theater des Schreckens. Gerichtspraxis und Strafrituale in der frühen Neuzeit. München: C.H.Beck, 5. Aufl. 2010 (= Beck’sche Reihe, Bd. 349).

Jörg Schönert: Kriminalgeschichten in der deutschen Literatur zwischen 1770 und 1890. Zur Entwicklung des Genres in sozialgeschichtlicher Perspektive. In: Geschichte und Gesellschaft. Zeitschrift für Historische Sozialwissenschaft 9/1 (1983), S. 49–68

Ein Reader mit weiteren Texten (u.a. von August Gottlieb Meißner) und Beiträgen der Forschung wird rechtzeitig vor dem Seminar an die angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschickt.

FernUni-LogoFernUniversität, Institut für neuere deutsche und europäische Literatur, 58084 Hagen