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Abschlussarbeiten

Bei der Erstellung der Abschlussarbeit können Sie sich nach folgenden Anweisungen richten:

Hinweise zur Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten

Die Bearbeitungsdauer und der Umfang Ihrer Arbeit richten sich nach Ihrem angestrebten Abschluss. Detaillierte Informationen zu den Anmeldeverfahren und Anmeldeterminen werden in den Studien- und Prüfungsinformationen der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft bekannt gegeben. Bitte lesen Sie sich auch die vom Prüfungsamt bereitgestellten Informationen zu Abschlussarbeiten durch.

Eine Statistik über die Notenverteilung der bereits korrigierten Abschlussarbeiten an unserem Lehrstuhl finden Sie unter der Rubrik „Statistik“.

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über mögliche Themen für eine Abschlussarbeit an unserem Lehrstuhl.

​Themenliste:

Saubere Energie und ökonomisches Wachstum – miteinander vereinbar?

In der aktuellen ökonomischen Debatte wird immer häufiger nach der Nachhaltigkeit ökonomischen Wachstums gefragt. Die Bedeutung spiegelt sich auch in den langen Verhandlungen der Pariser Klimakonferenz wieder. Viele Industrienationen ergreifen mittlerweile Maßnahmen, um ökonomisches Wachstum auch ökologisch nachhaltig generieren zu können. Vorreiter auf globaler Ebene bildet dabei vor allem Deutschland. Schwellen- und Entwicklungsländer hingegen argumentieren häufig, dass nachhaltiges Wachstum erst ab einem gewissen Niveau der ökonomischen Entwicklung eine Rolle spielen kann. Bevor ein gewisser Entwicklungsstand nicht erreicht ist, wird die ökologische Nachhaltigkeit erstmal in den Hintergrund gestellt. Doch sind diese beiden Ziele – Nachhaltigkeit und ökonomischem Wachstum – wirklich nicht miteinander zu vereinbaren?

Literatur:

Cohen, B. (2006): Urbanization in developing Countries: Current Trends, future projections, and key challenges for sustainability, in Technology in Society 28 (2006), pp. 63 – 80.

McLaren, J. (2013): International Trade, first edition, John Wiley & Sons, Inc., chapter 13: Trade and Enviroment: Is Globalisation Green?.

Stern, D. I./ Common, M. S./ Barbier, E. B. (1996): Economic Growth and Environmental Degradation: The Enviromental Kuznets Curve and Sustainable Development, in World Development, Vol. 24, No. 7, pp. 1151 – 1160.

Ökonomische Konvergenz zwischen EU15 und EU28

Die EU besteht mittlerweile aus 28 Mitgliedsstaaten. Der sogenannten Osterweiterungen im Jahr 2004 und 2007 sahen Kritiker skeptisch entgegen – zu groß seien die Unterschiede zwischen den bisherigen und den neuen Mitgliedsstaaten. Vor allem aus ökonomischer Sicht schienen sich die Länder stark zu unterscheiden (Bruttoinlandsprodukt, Arbeitslosenquoten, Sozialstaatlichkeit, usw.). Zum einen stellt sich nun die Frage, was eine große Heterogenität der Mitgliedstaaten innerhalb der EU für Folgen haben kann. Andererseits sind nun fast 10 Jahre nach der Osterweiterung vergangen: Hat eine ökonomische Konvergenz stattgefunden? Wenn ja, durch welche Maßnahmen? Wenn nicht, warum nicht und was für Maßnahmen gibt es, um die Konvergenz zwischen der EU-Mitgliedsstaaten voranzutreiben? Das sind Fragen, die in dieser Arbeit behandelt werden sollen.

Literatur:

Borsi, T. M./ Metiu, N. (2015): The evolution of economic convergence in the European Union, in Empirical Economics, Volume 48, Issue 2, pp. 371 – 379.

Epstein, R. A. (2014): Overcoming `Economic Backwardness´ in the European Union, in Journal of common Market Studies, Volume 52, Issue 1, pp. 17-34.

Baldwin, R./ Wyplosz, C. (2015): The Economics of European Integration, fifth edition, McGraw-Hill Education, Berkshire.

Die Entwicklung der „Intensive“ und „Extensive margin“ des internationalen Handels – Am Beispiel von China

Die „Intensive“ und „Extensive Margin“ sind Begriffe aus der Gravitationstheorie des internationalen Handels. Die Gravitationstheorie beschäftigt sich dabei mit dem Einfluss verschiedener Determinanten auf das Handelsvolumen. Die „extensive margin“ beschreibt dabei den Einfluss des internationalen Handels auf die Anzahl der Unternehmen in einem Markt, während die „intensive margin“ den Einfluss des internationalen Handels auf das Produktionsvolumen der im Markt bestehenden Unternehmen untersucht. China ist eine Ökonomie, die sich in den letzten Jahren sehr stark dem Handel geöffnet hat. Welchen Einfluss hatte die Öffnung der Ökonomie Chinas auf die Anzahl an Unternehmen sowie das Produktionsvolumen der einzelnen Unternehmen? Welche Sektoren sind besonders von der Handelsliberalisierung betroffen? Wer sind die Gewinner und Verlierer der Handelsliberalisierung?

Literatur:

Chaney, T. (2008): Distorted Gravity: The Intensive and Extensive Margins of International Trade, in American Economic Review 98:4, pp. 1707 – 1721.

Besedeš, T./ Prusa, T. J. (2008): The Role of Extensive and Intensive Margins and Export Growth, in Journal of Development Economics, Volume 96, Issue 2, pp. 371 – 379.

Amiti, M./ Freund, C.: The Anatomy of China´s Export Growth, National Bureau of Economic Research, Volume Titel: China´s growing Role in World Trade, pp. 35 – 56.

Der Einfluss des Wirtschaftswachstums auf den internationalen Handel der EU während der Krise

Die Finanzkrise 2007, welche sich zu einer globalen Wirtschaftskrise entwickelt hat, hat beinahe alle Ökonomien getroffen. Einige mehr und andere weniger. In der EU waren die Effekte der Wirtschaftskrise auf die jeweiligen Mitgliedssaaten sehr unterschiedlich. Deutschlands Wirtschaft konnte sich wohl als eine der Stabilsten während dieser Krise hervorheben. Andere Ökonomien wie Irland, Portugal, Spanien und nicht zu vergessen Griechenland wurden hingegen sehr hart von der Krise getroffen. Das Wirtschaftswachstum kehrte sich ins Negative, die Arbeitslosenquote explodierte. Was sind die Gründe für diese unterschiedlichen Effekte? Kann das Wachstum der jeweiligen Handelspartner einen Einfluss auf die ökonomische Entwicklung gehabt haben? Waren Länder, welche mit stärker wachsenden Ökonomien enge wirtschaftliche Beziehungen haben weniger stark betroffen? Oder können gewisse wirtschaftliche Abhängigkeiten voneinander ausgemacht werden, die eine Schrumpfung der Wirtschaft verstärkt haben?

Literatur:

Anderton, R./ Tewolde, T. (2011): The Global Financial Crisis. Trying to understand the Global Trade Downturn and Recovery. European Central Bank Working Paper Series, No. 1370.

Eaton, J./ Kortum, S./ Neiman, B./ Romalis, J. (2011): Trade and the Global Recession, NBER Working Paper Series, No. 16666.

Freund, C. (2009): The Trade Response to Global Downturns. Historical Evidence, The World bank Policy Research Working Paper, No. 5015.

„Brexit“ – Welche potentiellen Folgen birgt er für den internationalen Handel innerhalb der EU

„Brexit“ – der mögliche Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union ist im Moment ein stark diskutiertes Thema. Welche Folgen hat ein potenzieller Austritt Großbritanniens aus der EU? Es gibt Prognosen, die eine Erhöhung der Wirtschaftsleistung voraussagen, wenn es Großbritannien gelingt eine eigene erfolgreiche Handelspolitik zu etablieren. Welche Aspekte müsste diese „erfolgreiche“ Handelspolitik beinhalten? Andere Prognosen hingegen deuten darauf hin, dass Großbritannien einem enormen Wohlfahrtsverlust sowie sinkenden Wachstumsraten ausgesetzt sein wird, sollte es zu einem Ausstieg aus der EU kommen. Weiterhin wird die Tatsache kritisch betrachtet, dass ein neuer Marktzugang zum Binnenmarkt er EU ausgehandelt werden müsste. Welche Branchen sind davon größtenteils betroffen? Welche Folgen ergeben sich für das Gebilde EU selbst? Sind eventuell auch Handelsbeziehungen zu anderen Ökonomien außerhalb der EU gefährdet, sollte Großbritannien aus der EU austreten?

Literatur:

Irwin, G. (2015): BREXIT: the impact on the UK and the EU, Global Counsel.

Oliver, T. (2016): European and international views of Brexit, in Journal of European Public Policy.

Ottaviano, G. I. P./ Passoa, J. P./ Sampson, T./ Van Reenen, J. (2014): Brexit or Fixit? The Trade and Welfare Effects of Leaving the European Union, CEP Policy Analysis.

Der Einfluss von Korruption auf internationale Handelsbeziehungen

Es steht außer Frage, dass Korruption einen Einfluss auf die ökonomische Entwicklung eines Landes hat. Einerseits gibt es Studien, welche voraussagen, dass Korruption wie ein „Schmiermittel“ für die ökonomische Entwicklung fungieren kann, indem das Zahlen von Schmiergeldern bürokratische Prozesse beispielsweis weniger langwierig macht. Neuere Studien hingegen zeigen auf, dass Korruption für die wirtschaftliche Entwicklung zu einem Hindernis werden kann, beispielsweise wenn es darum geht, dass sich ausländische Unternehmen im Heimatland niederlassen wollen, aber die Kosten für ihre Implementierung nicht aufbringen möchten. Welchen Einfluss hat Korruption auf internationale Handelsbeziehungen? Kann Korruption ein Hindernis für den Handel und damit für einen Kanal des wirtschaftlichen Wachstums sein? Und welche Rolle spielt die Korruption bei der Verteilung des Einkommens? Kann man Verzerrungen in der Umverteilung erkennen?

Literatur:

Dutt, P./ Traca, D. (2010): Corruption and bilateral Trade Flows: Extortion or Evasion?, in Review of Economics and Statistics, 92(4), pp. 843 – 860.

Gupta, S./ Davoodi, H./Alonso-Terme, R. (2002): Does Corruption affect income inequality and growth?, in Economics of Government (2002)3, pp. 23 – 45.

Li, H./ Xu, L. C./ Zou, H.-F. (2000): Corruption, Income Distribution, and Growth, in Economics and Politics, Vol. 12 No. 2, pp. 155 – 182.

Eine empirische Auswertung der Container Revolution und dessen Folge für den Welthandel

Transportkosten gehören zu den wichtigsten Determinanten des internationalen Handels. Vereinfachend wird häufig davon ausgegangen, dass die Distanz zweier Länder ihr bilaterales Handelsvolumen erklären kann. Zwar wurde dieser Zusammenhang in unzähligen Arbeiten zur Gravitätsgleichung des internationalen Handels nachgewiesen, der Einfluss technologischer Errungenschaften auf die Stärke dieses Zusammenhangs ist hingegen bislang noch nicht vollständig erfasst. Aufgabe dieser Abschlussarbeit ist die Untersuchung der Auswirkung der Container Revolution. Die Erfindung der Containerschifffahrt hat den internationalen Güterhandel erleichtert und sollte zu einem verminderten Einfluss der Distanz geführt haben. In der Literatur wird dies auch gerne als ein über die Zeit hinweg fortschreitender „Death of Distance“ bezeichnet. Grundlage dieser Abschlussarbeit ist ein aktuelles Arbeitspapier zu diesem Thema. Die Arbeit soll eingehend in der Abschlussarbeit diskutiert und kritisch gewürdigt werden. Im Anschluss kann versucht werden, diese Ergebnisse anhand einer eigenen Datenauswertung zu überprüfen. Die Daten für eine solche Analyse sind verfügbar und können für die Fragestellung entsprechend aufbereitet werden.

Literatur:

Daniel M. Bernhofen, Zouheir El-Sahli und Richard Kneller (2013): Estimating the Effects of the Container Revolution on World Trade, CESifo Working Paper No. 4136.

​​Die Entscheidung zwischen FDI und Export in multinationalen Unternehmungen

Diese Arbeit soll die Entscheidung multinationaler Unternehmen über den Eintritt in ausländische Märkte durchleuchten. Es wird davon ausgegangen, dass Unternehmen Handelsbarrieren über die Gründung einer multinationalen Unternehmens umgehen können. Anstatt in ein Land zu exportieren könnte das Unternehmen auch direkt vor Ort für den ausländischen Markt produzieren. In dieser Arbeit soll ein aktueller Ansatz zu dieser Frage besprochen und anhand einiger ausgewählter Branchen die empirische Relevanz dieses Modells kritisch hinterfragt werden.

Literatur

E. Helpman, M. Melitz und S. Yeaple (2004): Export Versus FDI with Heterogeneous Firms, American Economic Review 94(1): S. 300-316.

​​Abwanderung von Fachkräften: die Perspektive der Entwicklungsländer

Der “Brain-Drain”, der die Abwanderung von hochqualifizierten Fachkräften bezeichnet, gibt Anlass zur Sorge für viele Entwicklungsländer. Die Befürchtung ist, dass durch den Brain Drain wichtiges Wachstumspotential der Entwicklungsländer verloren gehen könnte. Anderseits wird in neuen Theorien der Migrationsökonomik (“The New Economics of the Brain Drain”) argumentiert, dass die Abwanderung von Fachkräften sogar Vorteile für das Herkunftsland bringen kann. Durch den Brain Drain können Entwicklungsländer von Rücküberweisungen, der Heimkehr im Ausland ausgebildeter Migranten oder den zusätzlichen Anreizen für die heimische Bevölkerung in Bildung zu investieren („endogene Humankapitalformation“) profitieren.

Ziel dieser Arbeit ist es die Diskussion um das “Brain Drain“ vorzustellen und einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Es soll diskutiert werden, wie die im Ausland lebenden Fachkräfte (die so-genannte „Diaspora“) eine wirtschaftliche Entwicklung in den Herkunftsländern unterstützen.

Literatur

Brinkerhoff, J. M. (2006): Diaspora mobilization factors and policy options. In: Converting migration drains into gains: Harnessing the resources of overseas professionals, Manila: Asian Development Bank, 127-153.

Docquier, F. and Rapoport, H. (2002): Globalization, brain drain, and development, in Journal of Economic Literature, pp. 681-730.

​​Migration und Innovation

Traditioneller Schwerpunkt der theoretischen und empirischen Migrationsliteratur ist die Analyse möglicher Auswirkungen der Migration auf Löhne und Beschäftigung der einheimischen Bevölkerung. Darüberhinausgehend betrachtet ein aktueller Strang der Migrationsliteratur den Zusammenhang zwischen Einwanderung und dem Einfluss auf den technologischen Fortschritt des Ziellands. Viele empirische Studien zeigen, dass Immigration förderlich für Innovationen sein kann und Migration so die Wachstumsperspektive der Zielländer verbessern.

Ziel dieser Arbeit ist es die wichtigsten Befunde der einschlägigen Literatur zum Thema Migration und Innovation zu präsentieren. Darauf aufbauend sollen Implikationen für die Migrationspolitik abgeleitet und diskutiert werden.

Literatur

J. Hunt und M. Gauthier-Loiselle (2010): How Much Does Immigration Boost Innovation?, American Economic Journal: Macroeconomics, 2(2): S. 31-56.

W. Kerr und W. Lincoln (2010): The Supply Side of Innovation: H-1B Visa Reforms and US Ethnic Invention, Journal of Labor Economics, 28(3): S. 473-508.

Entwicklung und Zukunft der Migrationspolitik

Viele Unternehmen in den entwickelten Ländern sind bereits von den Folgen des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels betroffen. Um diese Probleme zu bewältigen, ist eine auf die Spezialisierung auf Fachkräfte ausgerichtete Einwanderungspolitik nötig. Welche politischen Maßnahmen sind wirksam und was kann von den traditionellen Einwanderungsländern wie Australien, Kanada und Neuseeland gelernt werden? Die Antworten auf diese Fragen sind für Deutschland angesichts der aktuellen politischen Diskussion um das Einwanderungsgesetz von besonderer Bedeutung.

Ziel dieser Arbeit ist es einen Überblick über die aktuelle Migrationspolitik in entwickelten Ländern zu geben und das Argument für eine „Skill-selective“ Migrationspolitik in Europa und vor allem in Deutschland kritisch zu diskutieren.

Literatur

T. Boeri (2012): Brain Drain and Brain Gain: The Global Competition to Attract High-skilled Migrants, Oxford University Press, Ch. 1 and 5.

M. Czaika und C. Parsons (2015): The Gravity of High Skilled Migration Policies, IMI Working Paper No. 110.

Zusätzliche Literatur:

S. Humpert (2015): Fachkräftezuwanderung im internationalen Vergleich. BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge), Working Paper No. 62.

Migrationsnetzwerke und internationaler Handel

Internationaler Handel kann mit erheblichen Informationskosten verbunden sein. Migranten könnten dazu beitragen, diese Kosten zu reduzieren indem sie als Vermittler zwischen Konsumenten des Ziellands und Produzenten des Herkunftslands fungieren. Es existiert eine umfangreiche Literatur zu diesem Thema, die diese These anhand von Mikro- und Makrodaten überprüft.

Ziel dieser Arbeit ist eine Übersicht über die Argumente für und gegen die Hypothese, dass Migrationsnetzwerke sich stimulierend auf den Handel zweier Länder auswirken. Darauf aufbauend soll der Zusammenhang zwischen der internationalen Handelstheorie und den empirischen Befunden diskutiert werden.

Literatur

G. Felbermayr und F. Toubal (2012): Revisiting the trade-migration nexus: Evidence from new OECD data, World Development, 40(5): S. 928-937.

J. E. Rauch und V. Trindade (2002): Ethnic Chinese networks in international trade, Review of Economics and Statistics, 84(1): S. 116-130.

Determinanten und Auswirkungen des Offshoring

Eine sehr aktuelle Entwicklung im Bereich des internationalen Handels ist die internationale Fragmentierung von Produktionsprozessen, wodurch Unternehmen Produktionsmittel aus dem Ausland beschaffen und einzelne Komponenten der Wertschöpfungskette auf Unternehmen weltweit verteilen. Dieses Phänomen wird gemeinhin als Offshoring bezeichnet. Was sind die Determinanten von Offshoring und welche Auswirkungen auf die Produktivität der heimischen Unternehmen erwarten wir? Die Antworten auf diese Fragen helfen dabei die Entwicklung der Produktionsprozesse in Industrieländern zu verstehen und um somit auf potentielle Auswirkungen der internationalen Arbeitsteilung besser reagieren zu können.

Ziel dieser Arbeit ist es einen Überblick über die bestimmenden Faktoren und die Produktivitätseffekte von Offshoring zu geben. Darüber hinaus können Anmerkungen zu der Entwicklung von Offshoring in Europa und den USA (z. B. in Rahmen der aktuellen Diskussion um „Reshoring“) gemacht werden.

Literatur

L. Oldenski (2012): The task composition of offshoring by US multinationals, International Economics, 131: S. 5-21.

T. Schwörer (2013): Offshoring, domestic outsourcing and productivity: evidence for a number of European countries, in Review of World Economics, 149: S. 131-149.

Zusätzliche Literatur:

The Economist (2013): Special report: outsourcing and offshoring - Here, there and everywhere, 19th January, 2013.

Arbeitsmarkteffekte von Offshoring

In den letzten Jahrzehnten hat Offshoring westeuropäischer und nordamerikanischer Unternehmen erheblich zugenommen. In den Industrieländern (auch in Deutschland) konzentriert sich die aktuelle Diskussion hinsichtlich der Thematik des Offshoring auf potentielle Arbeitsmarkteffekte. Die Befürchtung ist, dass dadurch Arbeitsplätze, insbesondere solche mit mittleren und niedrigen Qualifikationsanforderungen, verloren gehen.

Ziel dieser Arbeit ist es die Theorie und empirische Befunde über die Arbeitsmarkteffekte von Offshoring anhand von zwei wichtigen Studien zu präsentieren. Zusätzlich sollen Implikationen für die Arbeitsmarktpolitik diskutiert werden.

Literatur

M. Amiti, S. Wei (2005): Fear of service outsourcing: Is it justified?, in Economic Policy, 20(42), pp. 308–347.

D. Baumgarten, I. Geischecker, H. Görg (2013): Offshoring, tasks and the skill-wage pattern, in European Economic Review, 61, pp 132-152.

Schwellenländer und Offshoring

Obwohl Offshoring oft als „Einbahnstrasse“ zwischen Industrie- und Niedriglohnländern wahrgenommen wird, setzen auch die Unternehmen der Schwellenländer zunehmend auf Offshoring. Laut der Aussage verschiedener Studien besteht ein positiver Zusammenhang zwischen Offshoring, Produktivität und Innovation. Dieser Befund ist für Schwellenländer von besonderer Bedeutung, da Offshoring das Wirtschaftswachstum fördern kann.

Ziel dieser Arbeit ist es die Befunde zweier empirischer Studien über Offshoring aus den Schwellenländern zusammenzufassen und kritisch zu diskutieren.

Literatur

U. Fritsch und H. Görg (2013): Outsourcing, Offshoring and Innovation: Evidence from Firm-level Data for Emerging Economies, Kiel Working Paper No. 1861, Kiel Institute for the World Economy.

P. K. Goldberg, P. K, Khandelwal, A. K., Pavcnik, N. und Topalova, P. (2010): Imported Intermediate Inputs and Domestic Product Growth: Evidence from India, Quarterly Journal of Economics, 125(4): S. 1727–1767.

Der Einfluss von Demokratie auf das ökonomisches Wachstum und die Verteilung des Einkommens

Der Einfluss von sowohl des Wirtschaftswachstums als auch der Einkommensverteilung auf die Entstehung einer Demokratie ist ein gut untersuchtes Forschungsfeld. Wie sieht der Zusammenhang jedoch konträr betrachtet aus? Hat die Staatsform der Demokratie auch einen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum bzw. auf die Verteilung des Einkommens? Verfügen Demokratien über wirtschaftsstrukturelle Eigenschaften, die das wirtschaftliche Wachstum positiv bzw. negativ beeinflussen? Und sind diese Eigenschaften ebenso Determinanten der Einkommensverteilung? Dies sind einige derFragen, die anhand der obigen Fragestellung beantwortet werden sollen.

Literatur

L. Sirowy, A. Inkeles (1990): The Effects of Democracy on Economic growth and Income Inequality: A Review, in Studies In Comparative International Development,

Spring 1990, Volume 25, Issue 1, pp 126-157.

R. Perotti (1996): Growth, Income Distribution, and Democracy: What the Data say, in Journal of Economic Growth, Vol. 1, pp 149-187 (June, 1996).

NAFTA – das Nordamerikanische Freihandelsabkommen und dessen Einfluss auf den internationalen Handel und mögliche Implikationen auf die Verteilung des Einkommens

Die NAFTA beschreibt den Wirtschaftsverband zwischen Kanada, den USA und Mexiko. Das Freihandelsabkommen sieht nicht nur die Abschaffung von Handelsbarrieren vor, sondern auch die Angleichung von Standards hinsichtlich der Lebensmittel- und Produktsicherheit. Wie haben sich die Handelsströme seit der Einführung des Abkommens verändert? Wer profitiert von dem Abkommen? Kann man mögliche Folgen auf die Einkommensverteilung der drei Mitgliedstaaten ziehen? Und welche Rolle hat Mexiko innerhalb dieses Handelsabkommens?

Literatur

O. Krueger (1999): Trade Creation and Trade Diversion under NAFTA, NATIONAL Bureau of Economic Research, Working Paper 7429, http://www.nber.org/papers/w7429 , 10:43, 17.08.2015.

R. H. Hillberry, C. A. McDaniel (2002): A Decomposition of North American Trade Growth since NAFTA, Office Of Economics Working Paper No. 2002-12-A, U.S. International Trade Commission.

S. L. Baier, J. H. Bergstrand (2005): Do free trade agreements actually increase members' international trade? , Working Paper, Federal Reserve Bank of Atlanta, No. 2005-3.

Emerging Economies und Einkommensungleichheit – Strukturelle Unterschiede zu Industriestaaten und deren Einfluss auf Einkommensungleichheit

Emerging Economies werden eine immer größere Rolle in der globalisierten Welt zugeschrieben. Somit werden auch ihre strukturellen Eigenheiten sowie ihre ökonomische Entwicklung immer ausführlicher untersucht. Es fällt auf, dass ein Großteil der Emerging Economies eine weitaus höhere Einkommensungleichheit aufweist als der OECD Durchschnitt. Jedoch ist ebenso auffällig, dass in vielen Emerging Markets die Ungleichheit im Laufe ihrer ökonomischen Entwicklung abgenommen hat. Wie ist der Zusammenhang zwischen der Entwicklung von Emerging Economies und der Einkommensverteilung? Welche Rolle spielen dabei der internationale Handel und das Wirtschaftswachstum?

Literatur

OECD (2011): Special Focus: Inequality in Emerging Economies (EEs), in Divided We Stand – Why Inequality keeps Rising (2011).

H. Kharas (2010): The Emerging Middle Class in Developing Countries, Working Paper No. 285, OECD Development Centre.

Die Entwicklung der Einkommensungleichheit in China im Laufe der ökonomischen Entwicklung

China zählt derzeit zu den exportstärksten Ökonomien der Welt. Über was für strukturelle Eigenschaften verfügt China? Welche Charakteristika machen es so exportstark? Welchen Einfluss hat das überdurchschnittliche Wachstum auf die Einkommensungleichheit? Im Gegensatz zu anderen Emerging Economies ist die Ungleichheit in China im Laufe der Entwicklung gestiegen. Warum? Wie verhält es sich in den Unterschieden zwischen städtischen und ländlichen Regionen? Kann das Heckscher Ohlin Modell diese Entwicklung erklären?

Literatur

OECD (2011): Special Focus: Inequality in Emerging Economies (EEs), in Divided We Stand – Why Inequality keeps Rising (2011).

Rozelle (1994): Rural Industrialization and Increasing Income Inequality: Emerging Patterns in China´s Reforming Economy, in Journal of Economic Literature, 19(3), pp 362 – 391.

X. Zhou (2000): Economic Transformation and Income Inequality in Urban China: Evidence from Panel Data, in American Journal of Sociology, Vol. 105, No. 4 (Jan., 2000), pp. 1135-1174.

Deaton, J. Dreze (2002): Poverty and Inequality in India: A Re-Examination, in Economic and Political Weekly, Vol. 37, No. 36 (Sep. 7-13, 2002), pp. 3729-3748.

OECD (2011): Special Focus: Inequality in Emerging Economies (EEs), in Divided We Stand – Why Inequality keeps Rising (2011).

WTO und Regionale Handelsabkommen

Die Proliferation Regionaler Handelsabkommen (kurz RTA) führt seit einigen Jahren zu Diskussionen über die zukünftige Relevanz der WTO. Besonderes Konfliktpotenzial birgt der WTO eigene Dispute Settlement Mechanism, da immer mehr RTA`s individuelle rechtliche Gremien etablieren, die denen der WTO formal entsprechen sollen. Können RTA´s als komplementär zum WTO System erachtet werden oder bedingt ihre zunehmende Verbreitung ein Umdenken bzgl. Multilateraler Handelsabkommen und Liberalisierungstendenzen? Die Arbeit soll, mit Hinblick auf die Diskrepanz zwischen RTA und WTO, Möglichkeiten zur Koexistenz herausarbeiten. Ferner soll, anhand des Vergleichs zum Dispute Settlement Mechanism, erklärt werden inwieweit Rechtsstreitigkeiten bereits durch regionale Handelsabkommen gelöst werden.

Literatur:

C. Mestral (2013) „Dispute Settlement under the WTO and RTAs: An Uneasy Relationship” Journal of International Economic Law 16: S. 777-825

H. Gao, C.L. Lim (2008) “Saving the WTO from the risk of irrelevance: The WTO Dispute Settlement Mechanism as a ‘Common Good’ for RTA Disputes” Journal of International Economic Law 11(4): S. 899-925

R. L. Arcas (2011) “Proliferation of Regional Trade Agreements: Complementing or supplanting multilateralism” Chicago Journal of International Law 11(2): S. 597-629

Jessica Gackowska | 18.10.2018
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