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Aktuelles

Gastprofessur im Sommersemester 2016

Herr Prof. Dr. Theodoros Penolidis, Professor für Philosophie an der Aristoteles-Universität Thessaloniki, nimmt im Sommersemester 2016 auf Einladung von Prof. Dr. Busche eine Gastprofessur am Hagener Institut für Philosophie wahr. In diesem Rahmen wird Herr Penolidis vom 5.-7. August auf dem Hagener Campus ein Präsenzseminar über „Die Philosophie der Vorsokratiker“ (http://www.fernuni-hagen.de/philosophie/praesenzen/Boris2.shtml) sowie vom 16.-18. September ein Präsenzseminar über "Descartes: Regulae ad directionem ingenii / Regeln zur Ausrichtung der Erkenntniskraft" (http://www.fernuni-hagen.de/philosophie/praesenzen/Boris.shtml) durchführen.

Professor Penolidis hat durch seine bahnbrechenden Übersetzungen philosophischer Klassiker ins Neugriechische (Cusanus, Descartes, Fichte, Schelling, Hegel) erheblich dazu beigetragen, bislang bestehende Rezeptionshindernisse bei der Aneignung dieser Klassiker im Ursprungsland der Philosophie zu beseitigen. Unter seinen Kommentaren und Übersetzungen ist besonders hervorzuheben die auf mehrere Bände angelegte durchkommentierte Übersetzung von Hegels „Wissenschaft der Logik“. Darüber hinaus hat Herr Penolidis eine umfassende systematische Interpretation zur neuzeitlichen Philosophie (Descartes, Spinoza, Kant, Hegel) vorgelegt: Methode und Bewusstsein (Methodos kai Syneidese), Athen 2004.

Forschungssemester

Herr Professor Busche wird vom 1. Oktober 2015 bis zum 31. März 2016 ein Forschungssemester wahrnehmen und während dieser Zeit keine Studierenden betreuen.
Falls Sie für das Wintersemester 2015/2016 Prüfungen bzw. Hausarbeiten oder Abschlussarbeiten planen, nehmen Sie hierfür bitte rechtzeitig Kontakt auf!

Schopenhauer und Goethe – Internationale Tagung vom 4. bis 6.9.2014 im Goethe Nationalmuseum Weimar

Zusammen mit dem Institut für Ästhetik und Kommunikation der Universität Århus, der Schopenhauer-Gesellschaft und der Goethe-Gesellschaft veranstaltet das Institut für Philosophie der FernUniversität in Hagen vom 4. bis 6. September 2014 eine internationale Tagung zum Thema „Schopenhauer und Goethe" im Goethe-Nationalmuseum Weimar. Auf der Tagung soll das Verhältnis der beiden Denker systematisch in den Bereichen Erkenntnistheorie, Naturphilosophie, Ästhetik und Farbenlehre diskutiert werden.

Die wissenschaftliche Leitung liegt in den Händen von Søren R. Fauth (Århus/DK) und Daniel Schubbe (Hagen).

Dritter internationaler Kongress der ESEMP

30. Januar bis 1. Februar 2013 in Grenoble (Frankreich)

„Debatten, Polemiken, Kontroversen in der frühneuzeitlichen Philosophie“

Der dritte internationale Kongress der Europäischen Gesellschaft für frühneuzeitliche Philosophie e. V./ Euro­pean Society for Early Modern Philosophy (ESEMP) wird vom 30. Januar bis zum 1. Februar 2013 an der Universität von Grenoble in Frankreich stattfinden. Die 2004 an der FernUniversität in Hagen vom Lehrgebiet Philosophie I gegründete ESEMP ist eine internationale und auf Interdisziplinarität angelegte philosophische Gesellschaft, die die gesamte Epoche der frühen Neuzeit erforscht und damit die Teilepochen von Spätscholastik, Renaissance, Humanismus, Reformation und Frühaufklärung in ihrem europäischen Gesamtzusammenhang untersucht. Nähere Informationen zur ESEMP finden sich unter

www.esemp.de sowie unter esemp.hypotheses.org/

Der dritte internationale Kongress der ESEMP wird sich exemplarischen Debatten, Polemiken und Kontroversen in der frühneuzeitlichen Philosophie widmen. Sein Hauptziel besteht darin, einen Überblick über die gegenwärtige Situation der philosophiegeschichtlichen Aufarbeitung dieser Kontroversen zu liefern und zu einer Neubewertung der Geschichte der frühneuzeitlichen Philosophie beizutragen. Es soll zum einen darum gehen, die zahlreichen philosophischen Kontro­versen des frühneuzeitlichen Denkens in einen umfassenden begrifflichen wie historischen Zusammenhang zu bringen, zum anderen darum, explizit die unterschiedlichen methodischen Ansätze zu reflektieren, die sich für die Analyse jener Kontroversen anbieten, um deren unterschiedliche Erklärungspotentiale auszuwerten.

Sie können die englische und die französische Version der folgenden Erläuterung unter dem Link esemp.hypotheses.org/111#more-111 einsehen.

I. Zur Fragestellung des Kongresses

1. Warum sollten wir philosophische Kontroversen studieren?

Spätestens seit den 1970er Jahren ist die Erforschung wissenschaftlicher Kontroversen zu einer wohldefinierten Domäne avanciert, die an der Schnittstelle der Erforschung wissenschaftlichen Wissens, der Forschung zu Wissenschaft und Technik sowie der Wissenschaftsgeschichte und der Wissenschaftstheorie liegt. Innerhalb dieser Forschungsfelder erwies sich die Analyse von Kontroversen als ein wichtiges methodisches Werkzeug zum Erkennen von Entwicklungen, die inner­halb der einzelnen Wissenschaften nicht immer sichtbar werden. Gleichwohl hat sich die Kontroversenforschung noch nicht als eine maßgebliche Richtung innerhalb der Geschichte der Philosophie etabliert. Es liegen zwar verstreut einige hervorragende Studien über Kontroversen in der Geschichte der Philosophie vor, doch bleibt hierbei die am meisten behandelte Gattung die Monographie, die nur einem Autoren oder einem Konzept gewidmet ist.

Wie schon innerhalb der Wissenschaften kann auch in der Philosophie die Erforschung der Kontro­versen helfen, die historische Ausarbeitung neuer Konzepte, neuer Methoden, neuer Argumente und neuer Systeme zu rekonstruieren und zu verstehen. In der Tat ist es so, dass eine Kontroverse jene Philosophen, die in sie involviert sind, in die Enge treibt; sie werden dann genötigt, ausdrücklich zu formulieren, was bislang nur implizit oder sogar unreflektiert in ihren bisherigen Schriften gedacht wurde. Daher gehört die Erforschung von Kontroversen vollständig in die Geschichte der Philosophie, sofern diese darauf abzielt, eine philosophische Lehre rational zu rekonstruieren. Darüber hinaus vermag die Erforschung von Kontroversen aber auch Aspekte von Philosophie aufzudecken, die üblicherweise im Verborgenen liegen, wie zum Beispiel stillschweigende Konventionen in Bezug auf das Schreiben oder gewisse Voraussetzungen über dessen soziale Funktionen. Deshalb dürften im Zuge der Kontroversenforschung auch einige sozialgeschichtliche Fragen angesprochen werden, welche die Praktiken der Philosophie betreffen: Wer war in die entsprechende Kontroverse involviert? Welche Medien (Briefe, Bücher, Zeitschriften) spielten hierbei eine Rolle? Über welche Foren verlief die Kontroverse? Wer bildete das Publikum? Welche Institutionen, im weitesten Sinne verstanden, spielten hierbei eine Rolle? Welche Beschränkungen von außen traten auf? Gab es eventuell eine Zensur? Und schließlich bietet die Erforschung der philosophischen Kontroversen auch eine besondere Gelegenheit, um die Leistungsfähigkeit aktueller kommunikations- und sozialwissenschaftlicher Konzepte und Methoden zu prüfen und neue methodische Werkzeuge zu erarbeiten. Insgesamt stellt sich die Kontroversen­forschung als ein bedeutsamer Teil der Philosophiegeschichte dar, der dieser einen Zugang zur Ideengeschichte ebenso wie zur jüngsten pragmatischen Wende in der Sprachphilosophie eröffnet.

2. Was kann „Kontroverse“ bedeuten?

Im Folgenden wird vorgeschlagen, eine Kontroverse durch drei Merkmale von anderen Formen des intellektuellen Austauschs zu unterscheiden:

a) Im Unterschied zu fiktiven Dialogen und Kritiken, die an nicht mehr lebende (oder aus anderen Gründen zur Antwort nicht fähige) Autoren gerichtet sind, entfaltet sich eine Kontroverse zwischen mindestens zwei lebenden Autoren; im Ergebnis kann keiner von diesen die Entwicklung voll kontrollieren.

b) Im Unterschied zu friedlicher und einvernehmlicher Kommunikation enthält eine Kontroverse Konflikt, Meinungsverschiedenheit und Uneinigkeit. Dieser Widerspruch kann sich auf verschiedenen Ebenen bewegen: Er kann sich aus persönlichen Animositäten speisen; oder er kann teils die Hartnäckigkeit oder den Dogmatismus betreffen, mit der eine Theorie verbreitet wird, teils deren Wahrheit oder Angemessenheit.

c) Im Unterschied zu langwierigen und konturenlosen Streitigkeiten ist eine Kontroverse von begrenzter Reichweite. Selbst dort, wo sie einem zeitlosen Problem gilt, ist eine Kontroverse auf einen gewissen Raum und eine gewisse Zeitspanne beschränkt.

Aus diesen drei Charakteristika ergibt sich, dass es außer „Kontroversen“ noch zahlreiche andere Formen geistig-sprachlichen Austauschs unter Lebenden sind, die zur philosophiegeschichtlichen Erforschung anstehen, wie zum Beispiel „Debatten“, „Streite“, „Polemiken“, „Auseinandersetzungen“ usw. Da diese Formen durchaus unterschiedliche Strukturen haben können, bietet der Kongress die Gelegenheit, diese unterschiedlichen Arten von Konfliktdiskursen begrifflich zu klären. Dies kann etwa über die jeweiligen Antworten geschehen, die auf die folgenden Fragen gegeben werden:

- Gibt es erkennbare faktische Prozeduren oder Schemata, nach denen Kontroversen reguliert werden oder sogar zum Ende kommen, auch wenn die Beteiligten selbst hier keine einheit­lichen Regeln anerkennen? Anders als bei akademischen Disputationen, die nach einem formalen Schema verlaufen, ist bei historischen Kontroversen nicht zu erwarten, dass die Kontrahenten sich denselben normativen Prozeduren unterwerfen.

- Was ist das Ziel einer Kontroverse? Eine Diskussion kann darauf zielen, einen Konsens zu erreichen, der als gegeben gilt, sobald die Disputanten zustimmen, sei es den Ver­fahrensregeln, die für die Beendigung der Streitigkeit akzeptiert werden, sei es gewissen Voraussetzungen. Möglich ist aber auch, dass ein Disputant darauf abzielt, einen großzügigen Vergleich herbeizuführen, der dann gegeben ist, wenn jeder an der Diskussion Beteiligte erkennt, dass die vorausgesetzten Annahmen, auf welche sich der jeweils andere Diskutant beruft, gerechtfertigt sind, auch wenn er sie persönlich nicht akzeptiert.

- Welche Art von Forum wird für die Kontroverse gewählt? Ist es stets (in welcher Art auch immer) die öffentliche Meinung, auf die in der Kontroverse Bezug genommen wird, und wenn ja, was ist dann ihre Funktion? Auch wenn sie in veröffentlichten Schriften verkörpert sind, dürften einige Kontroversen als „privat“ klassifiziert werden, insofern sie nur die beteiligten Autoren einbeziehen. Umgekehrt gibt es aber auch Debatten, die die eine oder andere Form von „öffentlicher Meinung“ involvieren, wobei deren Schilderung ebenso zur Debatte gehört.

- In welcher Weise sind rationale Argumente mit strategischen Überlegungen zum Zwecke des Rechtbehaltens verwoben? Während das rationale Ziel einer Kontroverse – zumindest in der Philosophie – darin bestehen dürfte, einen Streit über einen bestimmten Problemzusammen­hang beizulegen, ist es das strategische Ziel einer Streitigkeit oder Polemik, den Gegner zu schlagen. Aus diesem Grund werden die Ausdrücke „Streitigkeit“ und „Polemik“ üblicher­weise für Konflikte zwischen Persönlichkeiten verwendet, deren Verhältnis zueinander getrübt ist. Dem widerspricht jedoch nicht, dass sich auch durch die meisten Kontroversen ein gewisser polemischer Faden zieht.

Unterschiedliche Antworten auf diese Fragen können in mannigfaltiger Art kombiniert werden. Zu beachten ist freilich, dass die heute üblichen Bezeichnungen für die unterschiedlichen Konflikt­diskurse nicht immer mit denen in der Vergangenheit übereinstimmen. Auch variieren diese Termi­nologien von einer Sprache zur anderen. Aus diesen Gründen wird den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die am Kongress teilnehmen wollen, keine strenge Typologie von Kontroversen vorgegeben. Gleichwohl bringen die drei Termini, die im Motto des Kongresses verwendet werden, nämlich „Debatten“, „Polemiken“ und „Kontroversen“, tatsächliche Unterschiede bei den zu erfor­schenden Konfliktdiskursen zum Ausdruck. Alle Teilnehmenden sind dazu eingeladen und aufgerufen, an einer begrifflich geklärten Typologie der zu erforschenden Konfliktdiskurse mitzuarbeiten.

3. Warum sollten wir philosophische Kontroversen in der frühneuzeitlichen Epoche studieren?

Die frühe Neuzeit darf als das Goldene Zeitalter der Kontroverse angesehen werden. Während diese Epoche manchmal immer noch, einem alten Klischee gemäß, als die Zeit der reibungslosen Entdeckung der rationalen Grundlagen unserer gegenwärtigen Welt präsentiert wird, dürfte die Fokussierung des Kongresses auf die philosophisch-wissenschaftlichen Kontroversen gewiss dazu beitragen, eine differenziertere und subtilere Auffassung von dieser Epoche zu fördern.

Die Renaissance, die Reformation, die wissenschaftliche Revolution sowie die neuen Philosophien, welche die antiken Autoritäten in Frage stellten, haben zahlreiche Kontroversen entfacht – sei es, um neue Autoritäten gegenüber den alten ins Spiel zu bringen, sei es, um umgekehrt die antiken Autoritäten gegenüber den neuen zu rehabilitieren, sei es, um die wesentlichen Charakteristika der antiken Autoritäten zu identifizieren, oder sei es, um eine Entscheidung darüber herbeizuführen, welche der neuen Autoritäten bevorzugt werden sollen.

Frühneuzeitliche Philosophen haben zur Erreichung dieser ihrer Vorhaben sowohl antike also auch neue Formen der geistigen Auseinandersetzung mobilisiert: Die mündliche Praxis der scholastischen Disputation und die religiösen Fehden der Renaissance waren ihnen noch lebendig; der Austausch ihrer Briefe entwickelte sich in einer Weise, für die es kein antikes Vorbild gab; Kurzveröffent­lichungen, sei es in Pamphleten oder in den neu aufgekommenen Zeitungen, begannen ihren offiziellen Siegeszug.

Alle diese Entwicklungen der frühen Neuzeit dürften es sehr interessant machen, die Praktiken der frühneuzeitlichen philosophischen Kontroversen zu erforschen und sie mit den Praktiken ihrer Vorgänger und Nachfolger zu vergleichen.

II. Zur Organisation und Struktur des Kongresses

Der Kongress wird organisiert von einem wissenschaftlichen Komitee, das sich aus den Mitgliedern des gegenwärtigen Vorstands der ESEMP und einem Beirat zusammensetzt. Es handelt sich, in alphabetischer Reihenfolge, um Cédric Brun (Bordeaux), Hubertus Busche (Hagen), Claire Crignon (Paris 4), Stefano Di Bella (Pisa), Maarten van Dyck (Gent), James Hill (Prag), Susan James (London), Denis Kambouchner (Paris 1), Pierre-François Moreau (ENS de Lyon), Dominik Perler (Berlin), Sophie Roux (Grenoble), Udo Thiel (Graz) und Catherine Wilson (Aberdeen).

Vorgesehen sind folgende Arten von Vorträgen:

  • Drei Hauptvorträge im Plenum; sie werden gehalten von Maria Rosa Antognazza (London), Marcelo Dascal (Tel Aviv) und Ursula Goldenbaum (Emory).
  • 24 Vorträge im Rahmen von sechs Kolloquien, die sich auf festgelegte Gebiete und bestimmte Fragen beziehen:

Metaphysik: Sarah Hutton (Aberystwith), Igor Agostini (Lecce), Jean-Pascal Anfray (ENS) und Francesco Piro (Salerno);

Naturphilosophie: Valtteri Viljanen (Turku), Christoph Lüthy (Nijmegen), Delphine Bellis (Paris), Stephan Schmid (Berlin);

Ethik: Gábor Boros (Budapest), Sabrina Ebbersmeyer (München), Martine Pécharman (CNRS), Peter Kail (Oxford);

Wissenschaftstheorie: Marion Chottin (Paris), Laura Berchielli (Clermont), Falk Wunderlich (Mainz), Vili Lätheenmäki (Helsinki);

Politische Philosophie: Jean Terrel (Bordeaux 3), Hannah Dawson (Edinburgh), Catherine Larrère (Paris 1), Margaret Schabas (Cambridge);

Naturwissenschaften: Sorana Corneanu (Bukarest), Raphaële Andrault (Paris 8), Matteo Valleriani (Berlin), Koen Vermeir (Paris 7).

  • 9 Vorträge, die nach Ablauf des Aufrufs zur Einsendung von Vortragsmanuskripten ausgewählt werden. Den Call for Papers finden Sie unter folgendem Link: Call for papers

Hagener Forschungsgesellschaft spricht jetzt Französisch

Die an der FernUniversität in Hagen gegründete Europäische Gesellschaft für frühneuzeitliche Philo­­sophie e.V. / Euro­pean Society for Early Modern Philosophy (ESEMP) wird für die näch­sten drei Jahre von einer französischen Wissenschaftlerin geleitet. Auf dem Zweiten Internati­o­nalen Kongress der ESEMP, der vom 15. bis 17. Februar an der Humboldt-Universität Berlin unter dem Titel „Mind in Nature“ stattfand, wählte die Mitgliederversammlung die in Grenoble lehrende Philosophin und Wissenschaftshistorikerin Prof. Dr. Sophie Roux zur neuen Präsi­den­tin. Damit begann nun die lange geplante Zirkulation der ESEMP-Präsidentschaft durch das gelehrte Europa.

Prof. Dr. Dominik Perler, Prof. Dr. Sophie Roux, Prof. Dr. Hubertus Busche
von links nach rechts: Prof. Dr. Dominik Perler, Prof. Dr. Sophie Roux, Prof. Dr. Hubertus Busche

Der Gründungspräsident der ESEMP, Prof. Dr. Hubertus Busche, Lehrgebiet Philosophie I der FernUniversität, erläutert: „Als wir die Euro­pean Society for Early Modern Philosophy am 6. November 2004 im Hagener Ar­ca­deon gründeten, waren sich alle 19 Gründungsmitglieder in einem Punkt einig. Wenn die neue, auf Interdisziplinarität angelegte Gesellschaft die führenden Köpfe der philosophischen Erfor­schung der frühen Neuzeit (ca. 1400 bis 1700) zusammen­bringen will, dann muss sie selbst inter­nat­i­onal in dem Sinne sein, dass ihre Präsidentinnen und Präsidenten nacheinander den unter­schied­lich­sten Ländern Europas entstammen. Deshalb be­schlossen wir, dass der Vorsitz unserer Ge­sell­schaft nach einer gewissen Aufbauphase alle drei Jahre in ein anderes Land Europas wandern solle. Der Erste Internationale Kongress der ESEMP, der im März 2007 in Essen stattfand, hatte der angestrebten Internationa­li­sie­rung der philo­sophischen Forschung einen mächtigen Impuls gegeben, indem er rund 120 Wissen­schaftler unter­schiedlichster Disziplinen aus ganz Europa und darüber hinaus zum Gedankenaustausch einlud.“

Der zweite Präsident der ESEMP, Prof. Dr. Dominik Perler, Inhaber des Lehrstuhls für Theoretische Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin und Träger des Leibniz-Preises 2006, baute die Forschungsgesellschaft in den letzten Jahren zunächst dadurch aus, dass er hochrangige Vertreter der analyti­schen Philosophietradition, darunter zahlreiche aus anglophonen Staaten, in die ESEMP einband. Hierfür bot das umfassende Netzwerk seines Projektes „Transformationen des Geistes. Philosophische Psychologie zwischen 1500 und 1750“ günstige Möglichkeiten.

Prof. Perler, Prof. Roux, Prof. BuscheMit Prof. Dr. Sophie Roux, einer ebenfalls renommierten und international verflochtenen Expertin für die Entstehung der mathema­ti­schen Naturforschung in der Frühen Neuzeit, hat nun auch die präsidiale Internati­ona­li­sierung der Präsi­dent­schaft der ESEMP begonnen. Auf dem dritten Kongress der Gesellschaft, den sie 2013 in Grenoble veranstalten will, sollen insbe­son­de­re weitere frankophone Kreise der scientific community in die ESEMP integriert und wissen­schafts­­historische Probleme im Vordergrund stehen.

Der Hauch von Wehmut, der über der schrittweise erfolgenden geographischen Entfernung der ESEMP-Präsidentschaft aus Hagen und aus Deutschland liegt, wird indessen gemildert. Zum einen ist Prof. Busche weiterhin im Vorstand der ESEMP als Schatzmeister vertreten. Zum anderen wird die Euro­pean Society for Early Modern Philosophy auch in Zukunft nicht nur ihren juristi­schen Sitz am Amtsgericht Hagen haben, sondern auch ihr Arbeitszentrum an der Fern­Univer­sität bewahren. Unter den in Hagen verfolgten Projekten zeichnet sich vor allem eines aus, das dem Rang der FernUniversität als Medienuniversität Rechnung trägt, indem es im virtuellen Raum angesiedelt ist. Es handelt sich um das seit mehreren Jahren am Lehrgebiet Philosophie I verfolgte, inzwischen von der DFG unterstützte und von Dr. Stefan Heßbrüggen-Walter, Mitinitiator und erster Geschäftsführer der ESEMP, betreute Projekt „Early Modern Thought Online“ (EMTO). EMTO verfolgt das Ziel, mehrere tausend digitalisierte Quellentexte zur Philo­sophie der Frühen Neuzeit zu sammeln, zu ergänzen und der kooperativen Erforschung zugänglich zu machen. Die ESEMP wird damit zur ersten philosophischen Gesellschaft, die ihren Mitgliedern im Internet ein Forum zum konkreten problembezogenen wissenschaftlichen Austausch auf dem letzten Stand der Technik bietet und auf diesem Wege ihrem satzungs­gemäßen Ziel der Förderung der Forschung zur frühneuzeitlichen Forschung im europäischen Raum und darüber hinaus auf innovative Weise gerecht wird.

07.06.2016
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Fakultät KSW, Institut für Philosophie, 58084 Hagen