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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Menschenwürde in Ethik und Recht - RAUMÄNDERUNG!

Adressatenkreis: BA KuWi: Modul P2; Modul P5; BA KuWioF: Modul 9; BA PVS: Modul PHIL; MA Phil: Modul II; Modul VIII; AP
Ort: München
Adresse: TU München, Raum 0544 (Lageplan s.u.)
Termin: 05.05.2017 bis
07.05.2017
Zeitraum: Freitag, 5. Mai 2017, 16.00 – 21.00 Uhr
Samstag, 6. Mai 2017, 10.00 – 19.30 Uhr
Sonntag, 7. Mai 2017, 10.00 – 14.30 Uhr

Leitung: Prof. Dr. Thomas Sören Hoffmann
Anmeldefrist: 01.05.2017

Raumänderung wegen Renovierungsarbeiten! Neue Adresse: TU München, Raum 0544 (Lageplan).

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„Menschenwürde“ ist einer der großen orientierenden Begriffe der praktisch-philosophischen Tradition, der im Ausgang von stoischen und christlichen Wurzeln über seine „Neuentdeckung“ in der italienischen Renaissance und seine strenge systematische Fassung bei Kant und Fichte zuletzt eine kulturübergreifend dokumentierbare Wirksamkeit entfaltet hat, wie sie sich im 20. Jahrhundert vor allem in dem Einzug des Begriffs in zahlreiche Verfassungstexte oder auch in seiner Rezeption in der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ (AEMR) der Vereinten Nationen von 1948 manifestiert hat. Gleichwohl ist der Begriff seinem Gehalt nach alles andere als unmittelbar selbsterklärend; dies zeigt sich nicht zuletzt an einer bleibenden Umstrittenheit oder auch an konträren Anwendungen des Begriffs z.B. im Rahmen bioethischer Fragen. Um so mehr bedarf es präziser philosophischer Begriffsarbeit, um die zentralen Errungenschaften, die im Begriff der Menschenwürde für ein freiheitliches menschliches Selbstverständnis enthalten sind, nicht aufs Spiel zu setzen, sondern sie sich auch in der Gegenwart neu anzueignen.

Das Seminar wird sowohl den historischen Ursprüngen des Menschenwürdegedankens nachgehen wie diesen Begriff in seiner Bedeutung sowohl für die Ethik wie für das Recht systematisch zu entfalten versuchen. Dabei werden auch die seit Nietzsche geläufigen neueren Kritiken berücksichtigt wie ebenso aktuelle Fragestellungen aus der Medizin- und Bioethik herangezogen. Im Kern wird es darum gehen, „Menschenwürde“ als Horizontbegriff reflexiver menschlicher Selbstauslegung im Blick sowohl auf die individuelle Existenz wie auch auf die menschliche Koexistenz neu verstehen zu lernen.

Für eine Seminarteilnahme ist die Bereitschaft zur Übernahme eines Referats vorausgesetzt. Die Anmeldung zu den Referaten (bitte zwei Alternativwünsche angeben) richten Sie bitte direkt an den Seminarleiter (thomas.hoffmann@fernuni-hagen.de); die Themenvergabe erfolgt in der Reihenfolge des Eingangs der Bewerbungen.

Folgende Referatthemen stehen zur Verfügung:

1) Ursprünge des Menschenwürdegedankens in der Antike und im Christentum

2) „Dignitas hominis“ im Humanismus und der Frührenaissance (Petrarca, Fazio, Manetti)

3) Menschenwürde und Freiheit bei Pico

4) Wert vs. Würde bei Kant

5) Menschenwürde und Anerkennung bei Fichte

6) Neuere Kritiker des Menschenwürdegedankens (Nietzsche, F.J. Wetz u.a.)

7) Menschenwürde als „Demütigungsverbot“? (Stoecker u.a.)

8) Menschenwürde als Grundlagenbegriff des Rechts

9) Konfliktfelder in der Bioethik I: Die Herdegen-Debatte / Embryonenschutz

10) Konfliktfelder in der Bioethik II: Beispiel Sterbehilfe / Euthanasie

Klassische Primärtexte:

J. G. Fichte, Grundlage des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre

– ders., Über die Würde des Menschen, beim Schlusse seiner philosophischen Vorlesungen gesprochen (WW Bd. I).

I. Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten.

– ders., Metaphysik der Sitten. Tugendlehre

G. Manetti, Über die Würde und Erhabenheit des Menschen, hg. von A. Buck, Hamburg 1990.

G. Pico della Mirandola, Oratio de hominis dignitate / Rede über die Würde des Menschen, hg. von G. von der Gönna, Stuttgart 2009.

Ausgewählte Sekundärliteratur:

E. W. Böckenförde / R. Spaemann (Hg.), Menschenrechte und Menschenwürde. Historische Voraussetzungen, säkulare Gestalt, christlichesVerständnis, Stuttgart 1987.

Th. S. Hoffmann, „Menschenwürde als Maßstab humaner Praxis. Einige prinzipielle Überlegungen zu einem stets aktuellen Begriff“, in: Imago hominis 13 (2006), 37-48.

– ders., „Menschenwürde – ein Problem des konkreten Allgemeinen“, in: Walter Schweidler / Herbert A. Neumann / Eugen Brysch (Hg.), Menschenleben – Menschenwürde. Interdisziplinäres Symposium zur Bioethik (Ethik Interdisziplinär Bd. 3), Münster 2003, 111-127.

– ders., Art. 31.‚Würde‘, in: Marcus Willaschek / Jürgen Stolzenberg / Georg Mohr / Stefano Bacin (Hg.), Kant-Lexikon, Berlin / Boston 2015, Bd. 3, 2693-2696 (mit Literaturhinweisen zu Kant).

M. Kettner (Hg.), Biomedizin und Menschenwürde, Frankfurt, am Main 2004.

R. Macklin, „Dignity is a Useless Concept“, in: British Medical Journal 327 (2003), 1419 –1420.

E. Picker, Menschenwürde und Menschenleben. Das Auseinanderdriften zweier fundamentaler Werte als Ausdruck der wachsenden Relativierung des Menschen Stuttgart 2002.

V. Pöschl, Der Begriff der Würde im antiken Rom und später, Heidelberg 1989.

M. Rothhaar, Die Menschenwürde als Prinzip des Rechts. Eine rechtsphilosophische Rekonstruktion, Tübingen 2015.

W. Schweidler / Herbert A. Neumann / Eugen Brysch (Hg.), Menschenleben – Menschenwürde. Interdisziplinäres Symposium zur Bioethik, Münster / Hamburg / London 2003.

R. Stoecker (Hg.), Menschenwürde: Annäherung an einen Begriff, Wien 2003.

F.J. Wetz, Die Würde des Menschen ist antastbar. Eine Provokation, Stuttgart 1998.



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Bryan Planhof | 05.04.2017
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