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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Die französische Epistemologie: Bachelard, Canguilhem, Koyré

Adressatenkreis: BA KuWi: Modul P3; Modul P5; MA Phil: Modul IV; Modul VI; AP Phil;
Ort: Hagen
Adresse: Allgemeines Verfügungszentrum (AVZ),
Raum B 121 "großer Senatssaal",
1. OG
Termin: 10.11.2017 bis
12.11.2017
Leitung: Selin Gerlek, M.A.
Anmeldefrist: 27.10.2017
Auskunft erteilt: E-Mail: Selin Gerlek
Telefon: +49 2331 987-2799
E-Mail: Christoph Düchting
Telefon: +49 2331 987-2791

Alexandre Koyré (1892-1964), Gaston Bachelard (1884-1962) und Georges Canguilhem (1904-1995) zählen zu den Hauptvertretern der französischen Epistemologie, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Abgrenzung von der allgemeinen Erkenntnistheorie als „Épistémologie“ herauszubilden begann. Sie übten entscheidenden Einfluss auf den Strukturalismus und Poststrukturalismus aus. Dabei wird insb. im deutschsprachigen Raum der Tatsache wenig Beachtung geschenkt, dass zentrale Konzepte sowie Methodik ihren deutlichen Niederschlag bei Louis Althusser, Roland Barthes, Jacques Derrida oder auch Michel Foucault, besonders aber bei Pierre Bourdieu, gefunden haben und so zu einem vertieften Verständnis dieser großen Denker des 20. Jahrhunderts beitragen können. Zu diesem Zweck will das Präsenzseminar diese drei Denker zum Ausgang nehmen und mit Fokus auf deren Hauptschriften die systematischen und konzeptuellen Grundideen herausarbeiten. Von besonderem Interesse wird es sein, die Frage nach dem Verhältnis von Theorie und Praxis zu beantworten.

Bachelards wichtigster Beitrag dürfte hierbei dessen Ausgang von einer fundamentalen Kritik an jeglichem Substantialismus und Subjektzentrismus sein, wie beispielhaft an dessen prominenten Ausspruch: „Die Welt, in der man denkt, ist nicht die Welt, in der man lebt“ (Bachelard 1980, 129), deutlich wird. Als neues kritisches Selbstbewusstsein der Wissenschaften forderte Bachelards Épistémologie eine Dialektik von Theorie und Praxis, die im Rahmen des Seminars genau herauszuarbeiten sein wird. Als Schüler Bachelards führte Canguilhem dessen epistemologischen Ansatz fort und fokussierte dabei insbesondere die Geschichtlichkeit wissenschaftlicher Erkenntnis und wurde so insbesondere Vorbild für Foucault und Bourdieu. Koyrés Beitrag, der ebenfalls an Bachelard anknüpfte, liegt hier insbesondere darin, die Kontextabhängigkeit im Fortschreiten wissenschaftlichen Erkennens in der gleichzeitigen Betonung eines historischen Bruchs mit der Erfahrung herauszuarbeiten.

Die untereinander durchaus heterogenen Ansätze sollen in ihren Verweisungszusammenhängen im Seminar entlang einschlägiger Textausschnitte diskutiert werden. Den letzten Teil des Seminars soll ein Ausblick auf die Rezeption der französischen Epistemologie im Strukturalismus bzw. Poststrukturalismus bilden.

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Christoph Düchting | 06.10.2017
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