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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Das Erotische. Ein Phänomen

Adressatenkreis: BA KuWi: Modul P3; Modul P5; MA Phil: Modul IV; Modul VI;
Ort: Leipzig
Adresse: Regionalzentrum Leipzig
Termin: 22.06.18 bis
24.06.18
Leitung: Ulrich Dopatka
Anmeldefrist: 4.6.18
Auskunft erteilt: E-Mail: Ulrich Dopatka
E-Mail: Christoph Düchting
Telefon: +49 2331 987-2791

Das „Erotische“ ist in der langen Geschichte der Philosophie ein Randthema gewesen und ist es bis heute geblieben. Zwar finden sich hier und dort vereinzelte Artikel, Aufsätze und Essays, doch zusammenhängende Schriften wie Platons „Symposion“ und Foucaults „Sexualität und Wahrheit“ bilden die Ausnahme. So beklagt der französische Phänomenologe Jean-Luc Marion, dass die Philosophen sich des Begriffs des „Erotischen“ faktisch entledigt haben und ihn „schließlich an die dunklen und beunruhigenden Ränder ihrer zureichenden Vernunft verwiesen“ (Marion, Das Erotische, 11) haben. Auch die Phänomenologie, die nach Husserl alle für den Menschen relevanten Phänomene aufweisen und beschreiben will, macht hier keine Ausnahme. Das ist deshalb erstaunlich, da jede philosophische Reflexion über Intersubjektivität, Geschlechterdifferenz, Erkenntnistheorie, die Ethik des Begehrens oder Fragen der Ästhetik unter Ausschluss des „Erotischen“ defizitär bleiben muss. Oder ist der Begriff, trotz aller behaupteten philosophischen Relevanz im Zeitalter von Cyber-Sex und Reproduktionsmedizin, antiquiert oder gar schon obsolet und daher für eine philosophische Gegenwartsdiskussion ungeeignet? Doch - was ist überhaupt das „Erotische“, die „Erotik“?

In dem Seminar wollen wir uns diesem Phänomen annähern, indem wir uns das „Erotische“ unter verschiedenen Aspekten betrachten: als „Liebe zum Schönen“ (Platon), als „Überschreitung“ (Georges Bataille) und als „Gesellschaftskritik“ (Herbert Marcuse). Im Mittelpunkt wird eine „Phänomenologie des Erotischen“ stehen, wie sie Jean-Luc Marion in den letzten Jahren entwickelt hat.


Primärliteratur (Die eingehende Lektüre dieser Seminartexte wird vorausgesetzt)

Marion, Jean-Luc (2011): Das Erotische. Ein Phänomen. Freiburg/München: Verlag Karl Alber.

Platon (2016): Symposion (RUB Nr. 18435). Übersetzt und herausgegeben von Thomas Paulsen und Rudolf Rehn. Stuttgart: Reclam.

Bataille, Georges (1994): Die Erotik. München: Matthes & Seitz, S. 13-41; 63-69; 101-105.

Marcuse, Herbert (1979): Die Verwandlung der Sexualität in den Eros/Eros und Thanatos. In: Ders.: Triebstruktur und Gesellschaft. Ein philosophischer Beitrag zu Sigmund Freud (Schriften, Bd. 5). Frankfurt/M.: Suhrkamp Verlag, 170-203.

Weiterführende Texte

Über Sexualität im Kontext der Leibesphänomenologie

Merleau-Ponty, Maurice (1966): Phänomenologie der Wahrnehmung. Berlin: De Gruyter, S. 187-206.

Über Liebe und Begehren

Sartre, Jean-Paul (42004): Das Sein und das Nichts. Versuch einer phänomenologischen Ontologie (Philosophische Schriften, Bd. 3). Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, S. 638-652; 669-696.

Zu Platons Symposion

Foucault, Michel (1986): Der Gebrauch der Lüste. Sexualität und Wahrheit, Bd. 2. Frankfurt/M.: Suhrkamp.

Zum Begriff „Agape“

Warnach, Viktor (1951): Agape. Die Liebe als Grundmotiv der neutestamentlichen Theologie. Düsseldorf: Patmos-Verlag, 11-30; 183-198; 443-472.

Han, Byung-Chul (2017): Agonie des Eros. Berlin: Matthes & Seitz.

Sekundärliteratur

Zu Platon

Sier, Kurt (1997): Die Rede der Diotima. Untersuchung zum platonischen Symposion. Stuttgart: Teubner.

Buchner, Hartmut (1965): Eros und Sein. Erörterungen zu Platons Symposion. Bonn: Bouvier.

Zu Marion

Gschandtner, Christina M. (2014): Love and Violence. In: Ders.: Degrees of Givenness. On Saturation in Jean-Luc Marion. Bloomington/Indianapolis: Indiana University Press, S. 101- 123.

Hubbard, Kyle (2011): The Unity of Eros and Agape: On Jean-Luc Marions´ Erotic Phenomenon. In: Essays in Philosophy, Vol. 12, Issue 1. 130-146.

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Christoph Düchting | 05.02.2018
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