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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Naturrechtsdenken in der frühen Neuzeit

Adressatenkreis: BA KuWi: Modul P2; Modul P5; BA KuWioF: Modul 9; BA PVS: Modul PHIL; MA Phil: Modul II; Modul VIII; Modul IX;
Ort: Leipzig
Adresse: Regionalzentrum Leipzig
Termin: 09.09.2016 bis
11.09.2016
Zeitraum: Freitag, 9. September 2016, 16.00 – 21.00 Uhr
Samstag, 10. September 2016, 10.00 – 19.30 Uhr
Sonntag, 11. September 2016, 10.00 – 14.30 Uhr
Leitung: Prof. Dr. Thomas Sören Hoffmann

Seit der Antike hat die Philosophie auf verschiedene Weise versucht, eine Fundierung der Rechtswirklichkeit in mehr als kontingenten Instanzen und Konstellationen zu denken: das Recht wurde in der Natur (dem „ordo rerum“) im ganzen, in der Natur des Menschen oder auch im göttlichen Willen verankert. In der frühen Neuzeit zeichnet sich in Aufnahme und Absetzung von älteren Motiven die Tendenz ab, das Natur- als Vernunftrecht neu zu fassen und es auf diese Weise zu „rationalisieren“.


Im Seminar werden ausgewählte Stationen dieser Entwicklung betrachtet. Dabei soll nicht zuletzt deutlich werden, inwiefern das neue Natur- als Vernunftrecht auch als Antwort auf teilweise neue, drängende Fragen menschlicher Koexistenz auftreten konnte – so etwa bei Hugo Grotius, der mit den Mitteln des Rechts auch noch den Krieg „einzuhegen“ versucht. Ebenso wird in systematischer Hinsicht die Funktion des Rechts etwa im Gegenüber zu Moral und Politik neu geklärt – am beeindruckendsten bei Leibniz, dem deshalb – in seinem 300. Todesjahr – ein besonderes Augenmerk gelten soll. Mit Vico wird abschließend ein Kritiker des Naturrechts-Rationalismus aufgerufen, der die Frage nach dem Verhältnis von Naturrecht und Geschichte neu stellt.



Für eine Seminarteilnahme ist die Bereitschaft zur Übernahme eines Referats vorausgesetzt. Die Anmeldung zu den Referaten (bitte zwei Alternativwünsche angeben) richten Sie bitte direkt an den Seminarleiter (thomas.hoffmann@fernuni-hagen.de); die Themenvergabe erfolgt in der Reihenfolge des Eingangs der Bewerbungen.

Folgende Referatthemen stehen zur Verfügung:

1) Naturrechtsdenken in der Schule von Salamanca: Francsico de Vitoria

2) Francisco Suarez und die Neubegründung der Lehre vom Völkerrecht

3) Hugo Grotius über Krieg und Frieden

4) Samuel Pufendorf über Natur- und Völkerrecht

5) Leibniz und die Systematik der Rechtsverhältnisse

6) Das Problem der Gerechtigkeit bei Leibniz

7) Christian Thomasius und die naturrechtlich begründete Gesellschaftstheorie

8) Das rationalistische Naturrechtssystem Christian Wolffs

9) Kritik am Naturrechtsrationalismus bei Giambattista Vico



Primärliteratur:

Hugo Grotius, De jure belli ac pacis libri tres. Drei Bücher vom Recht des Krieges und des Friedens Pairs 1625. Neuer deutscher Text und Einleitung von Walter Schätzel, Tübingen 1950

Gottfried Wilhelm Leibniz, Frühe Schriften zum Naturrecht (lateinisch-deutsch). Hrsg., mit einer Einleitung und Anmerkung versehen von Hubertus Busche, Hamburg 2003

Samuel Pufendorf, Acht Bücher vom Natur- und Völkerrecht (1711), ND Hildesheim 2001

Francisco Suárez, Abhandlung über die Gesetze und Gott den Gesetzgeber. Übersetzt, hrsg. und mit einem Anhang versehen versehen von Norbert Brieskorn, Freiburg 2002

Christian Thomasius, Grundlehren des Natur- und Völkerrechts. Hrsg. von Frank Grunert, Hildesheim 2003

Giambattista Vico, Die neue Wissenschaft über die gemeinschaftliche Natur der Völker. Nach der Ausgabe von 1744 übersetzt und eingeleitet von Erich Auerbach, 2. Aufl. Berlin / New York 2000

Francisco de Vitoria, De Indis recenter inventis et de jure belli Hispanorum in barbaros. Relectiones / Vorlesungen über die kürzlich entdeckten Inder und das Recht der Spanier zum Kriege gegen die Barbaren (1539). Lateinischer Text nebst deutshcer Übersetzung hrsg. von Walter Schätzel, Tübingen 1955

Christian Wolff, Grundsätze des Natur- und Völkerrechts worin alle Verbindlichkeiten und alle Rechte aus der Natur des Menschen in einem beständigen Zusammenhange hergeleitet werden (1754), Königstein 1980



Ausgewählte Literatur zur Vorbereitung:

R. Brandt / A. Hügli / K. Kühl / R. Ružičicka / R. Specht, Art. ‘Naturrecht’, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie Bd. 6, Basel / Darmstadt 1984, Sp. 560 – 623

Domenico Campanale, Il diritto naturale tra metafisica e storia: Leibniz e Vico, Turin 1988

Detlef Döring, Samuel Pufendorf in der Welt des 17. Jahrhunderts. Untersuchungen zur Biographie Pufendorfs und zu seinem Wirken als Politiker und Theologe; Frankfurt / Main 2012

Frank Grunert, Normbegründung und politische Legitimität. Zur Rechts- und Staatsphilosophie der deutschen Frühaufklärung, Tübingen 2000

Frank Grunert, Die Ordnung der Praxis. Neue Studien zur spanischen Spätscholastik, Tübingen 2001

Knud Haakonssen (Hg.), Grotius, Pufendorf and Modern Natural Law, Aldersshot 1999

Ernst Reibstein, Völkerrecht: Eine Geschichte seiner Ideen in Lehre und Praxis, Freiburg / München 1965

Anselm Spindler, Die Theorie des natürlichen Gesetzes bei Francisco de Vitoria, Stuttgart-Bad Cannstatt 2015

Hans-Peter Schneider, Justitia universalis. Quellenstudien zur Geschichte des Christlichen Naturrechts bei Gottfried Wilhelm Leibniz, Frankfurt / Main 1967

René Sève, Leibniz et l‘École moderne du droit naturel, Paris 1989

Georg Steinberg, Christian Thomasius als Naturrechtslehrer, Köln / Berlin / München 2005

Leo Strauss, Naturrecht und Geschichte, Frankfurt / Main 1977

Ferdinand Tönnies, Studien zur Philosophie und Gesellschaftslehre im 17. Jahrhundert. Hg. von E. G. Jacoby, Stuttgart-Bad Cannstatt 1975

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Kontaktinformationen
Frau Herr
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Bryan Planhof | 30.06.2016
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Fakultät KSW, Institut für Philosophie, 58084 Hagen