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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Begriff und Verhältnis von Privat- und Gemeineigentum

Adressatenkreis: BA KuWi: Modul P6; MA Phil: Modul VIII; Modul IX;
Ort: München
Adresse: TU München
Gabelsberger Str. 39
Raum 004
Termin: 20.05.2016 bis
22.05.2016
Leitung: Dr. Klaus Honrath
Anmeldung: ab sofort per Online-Formular (s. u.)
Auskunft erteilt: E-Mail: Dr. Klaus Honrath
Telefon: +49 2331 987-2159
E-Mail: Miriam Spindeldreher (Sekr.)
Telefon: +49 2331 987-4636

Begriff und Verhältnis von Privat- und Gemeineigentum

Das Seminar soll den Begriff des Eigentums auf seinen philosophischen Sinn im Horizont von sich realisierender Freiheit hin transparent machen.

Die Unterscheidung von Privat- und Gemeineigentum, die im wirklichen Wirtschaften immer schon in einem Verweisungs- bzw. Wechselverhältnis stehen, macht bestimmte Momente des Wirtschaftens in seinem gesellschaftlichen Charakter deutlich. Die Spannung im Umgehen mit äußeren Voraussetzungen und Notwendigkeiten bei der Verfolgung frei gesetzter individueller und gemeinschaftlicher Zwecke wird z. B. durch das Recht, aber ebenso durch die Moral reflektiert. Dieses Spannungsverhältnis von freier Zwecksetzung und äußerlich vorgegebenen Bedingungen gilt natürlich auch besonders in bezug auf die Bereitstellung materieller Ressourcen. Wir wollen bei der wirtschaftsphilosophischen Betrachtung das Wechselverhältnis von Markt und Privateigentum und die besondere Rolle des Gemeineigentums für und in diesem Verhältnis ebenso besprechen, wie die Rolle der Politik oder der Einfluß einer „globalisierten“ Wirtschaft.

Im Seminar werden Philosophen behandelt, die sich zum Begriff des Eigentums im Kontext des Wirtschaftens prominent zu Wort gemeldet haben wie Platon, Aristoteles, Locke, Smith, Kant, Hegel und Fichte. Es sollen aber auch andere Denker zu Wort kommen, die sich mit dem Problem der öffentlichen Güter bzw. der Gemeinwirtschaft beschäftigt haben. Auch ein Schriftsteller, der eine explizite Gegenposition gegen die angelsächsisch dominierte Wirtschaftstheorie vertritt, soll berücksichtigt werden: Adam Müller als Beispiel für die sog. Romantische Wirtschaftstheorie.

Für eine Seminarteilnahme ist die Bereitschaft zur Übernahme eines Referats vorausgesetzt. Die Anmeldung zu den Referaten richten Sie bitte direkt an den Seminarleiter. Es stehen folgende neun Referatsthemen zur Auswahl:

Referate zum Seminar Privat- und Gemeineigentum

  1. Der Begriff des Eigentums in bezug auf den Begriff des Gutes und den Begriff der Ware. Kann das Gut als Telos des gelingenden Lebens im Austausch erlangt werden? Becker, Ritter, Müller
  2. Der Begriff des Eigentums überhaupt in bezug auf Recht und Freiheit; Antike: Platon, Aristoteles, röm. Recht
  3. Der Begriff des Eigentums überhaupt in bezug auf Recht und Freiheit; Neuzeit: Eigentum ausgehend von einem ursprünglichen Gemeinbesitz (ursprünglicher Vertrag); Kant, Fichte
  4. Der Begriff des Eigentums überhaupt in bezug auf Recht und Freiheit; Neuzeit: Eigentum durch individuelle Arbeit; Locke
  5. Der Unterschied zwischen Privat- und Gemeineigentum: Die Entfaltung des Begriffs des Privateigentums (Individuelle Freiheit); Hegel
  6. Der Unterschied zwischen Privat- und Gemeineigentum: Die Entfaltung des Begriffs des Gemeineigentums. Gemeineigentum als gemeinsam verwaltete Güter oder als gemeinschaftliches Tätigsein? Fichte, Müller, Smith
  7. Der Unterschied zwischen Privat- und Gemeineigentum: Konkrete Formen der Realisation des Begriffs des Gemeineigentums. Öffentliche Güter im Horizont von effizienter Bereitstellung und gerechter Verteilung im Sinne eines harmonischen Gemeinschaftslebens; Hanusch, Wellenreuther, Oettle
  8. Konkrete Folgen der Realisation des Begriffs des Privateigentums. Die Akkumulation von Verfügungsmacht; Marx
  9. Die Einbindung des Privateigentums in Korporationen als mögliche Vermittlung? Zum Begriff der Korporationen; Fichte, Hegel, Müller

Die Hauptbezugsautoren für die Referate mit den dafür einschlägigen Texten finden Sie in der nachfolgenden Literaturliste. Das erste Buch auf dieser Liste enthält einige hilfreiche Aufsätze zu einzelnen Philosophen unseres Seminars. Wenn es Schwierigkeiten bei der Beschaffung der Quellen geben sollte – dies könnte vor allem Adam Müller und Joachim Ritter betreffen – wenden Sie sich bitte an den Seminarleiter. Die Referate sollen eine kurze Einführung (ca. 15 – 20 Min.) in das Thema und die anschließende Diskussion geben. Vertrauen Sie deshalb nicht auf technische Geräte, sondern bemühen Sie sich um einen deutlichen sprachlichen Ausdruck.

Literatur:

Andreas Eckl und Bernd Ludwig (Hgg.), Was ist Eigentum? Philosophische Positionen von Platon bis Habermas, München 2005

Platon; Nomoi (Die Gesetze)

Aristoteles; Nikomachische Ethik

Derselbe; Politik

John Locke; Zwei Abhandlungen über die Regierung

Adam Smith; Wohlstand der Nationen

Immanuel Kant; Die Metaphysik der Sitten, Rechtslehre

Georg Wilhelm Friedrich Hegel; Grundlinien der Philosophie des Rechts

Johann Gottlieb Fichte; Grundlage des Naturrechts nach Principien der Wissenschaftslehre (1796),

Derselbe; Der geschlossene Handelsstaat

Adam Müller; Vom Wesen des Feudalismus, in: Elemente der Staatskunst, Vierzehnte Vorlesung, in: Adam Müller; Vom Geiste der Gemeinschaft, Leipzig 1931, S. 108 – 122

Derselbe; Von der Gewerbefreiheit, in: Adam Müller; Ausgewählte Abhandlungen, J. Baxa (Hg), Die Herdflamme, Bd. 19, Jena 1931, S. 68 - 75

J. Ritter; Person und Eigentum. Zu Hegels Grundlinien der Philosophie des Rechts, in: J. Ritter; Metaphysik und Politik. Studien zu Aristoteles und Hegel, Frankfurt 1977, S. 256 – 280

Derselbe; Das bürgerliche Leben. Zur aristotelischen Theorie des Glücks, in: a.a.O., S. 57 – 105

Karl Marx; Das Kapital (MEW Bd. 23); bes. der 7. Abschnitt

Derselbe; Manifest der kommunistischen Partei (MEW Bd. 4)

Emil Sax; Grundlegung der theoretischen Staatswissenschaft, Wien 1887

Hartmut Becker; Die Kategorie öffentlicher Güter als Grundlage von Staatstheorie und Staatswissenschaft, Berlin 2002

Horst Hanusch; Theorie des öffentlichen Gutes, Göttingen 1972

Karl Oettle( Hg.); Öffentliche Güter und öffentliche Unternehmen, Baden-Baden 1984

Theo Thiemeyer; Grundsätze einer Theorie der Gemeinwirtschaft, Frankfurt am Main 1973

Als genereller Überblick über die Geschichte der ökonomischen Theorien mag das Handbuch der Wirtschaftsethik (W. Korff, Hg.), Band 1.2, Berlin 2009 mit den Seiten 344 – 461 und den Autoren B. Schefold und H.-G. Krüsselberg hinzugezogen werden.

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Miriam Spindeldreher | 10.03.2016
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Fakultät KSW, Institut für Philosophie, 58084 Hagen