| Thema: | Kant, Kritik der reinen Vernunft (Analytik) |
|---|---|
| Adressatenkreis: | BA 8, P4; MA IV; Mag. TG IV, VI |
| Ort: | Brig |
| Adresse: |
Studienzentrum Brig Überlandstrasse 12 3900 Brig Schweiz Seminarraum: Aula |
| Termin: | 18.05.2012
bis 20.05.2012 |
| Zeitraum: | Freitag, 18.05.2012, 16.00 Uhr bis 21.00 Uhr Samstag, 19.05.2012, 10.00 Uhr bis 19.30 Uhr Sonntag, 20.05.2012, 10.00 Uhr bis 14.30 Uhr |
| Leitung: |
Prof. Dr. Thomas Sören Hoffmann |
| Auskunft erteilt: |
E-Mail: Jasmine Tyler
Telefon: 02331 987 - 4636 |
Kants „Kritik der reinen Vernunft“ zählt zu jenen Grundbüchern der Philosophie, mit denen sich epochale Weichenstellungen vollzogen haben und an denen in einem akademischen Studium schon deshalb kein Weg vorbeiführen kann. Mit seiner ersten „Kritik“ hat Kant zum einen den Ausgang aus allen Formen eines dogmatischen Vorstellens geleistet und insoweit bekanntlich die Metaphysik – zumindest in ihrer traditionellen Gestalt – verabschiedet. Zum anderen hat er mit der Transzendentalphilosophie einen Ansatz grundgelegt, der den Anspruch der Philosophie, bei sich selbst anfangendes Denken (und nicht zum Beispiel von der Empirie abhängige bloße Reflexion zu sein) zu sein, auch dann aufrecht erhält, wenn zugleich die Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit sachhaltiger empirischer Erkenntnis gestellt und beantwortet wird. Es geht um eine „Revolution der Denkart“, die in ihrem ganzen Umfang auch heute noch längst nicht zureichend zur Kenntnis genommen worden ist.
Das Seminar wird nach einer kurzen Einführung zur transzendentalen Ästhetik den Schwerpunkt auf den ersten Teil der „transzendentalen Logik“, also die „transzendentale Analytik“ legen. Die großen Themen, die hier zu erörtern sind, betreffen Kants Kategorienbegriff und -tafel, die transzendentale Deduktion, den Schematismus und das Grundsatzkapitel – insgesamt also den eigentlichen Kern der kantischen Konstitutionstheorie und seines Begriffs von Erkenntnis mit Einschluß des Erfahrungs- und Wahrheitsbegriffs.
Die Veranstaltung ist als vor allem am Primärtext selbst orientierter Lektüre- und Interpretationskurs konzipiert. Referate sollen die entscheidenden Textpartien für die Diskussion strukturieren und grundlegende Interpretationsperspektiven eröffnen. Folgende Themen für Referate (ca. 20-25 Minuten) können bearbeitet werden:
1) Kants transzendentale Ästhetik (Überblick)
2) Urteils- und Kategorientafel
3) Die transzendentale Deduktion – Grundgedanke und Interpretationsperspektiven
4) Die Funktion des Schematismuskapitels
5) Die obersten Grundsätze der analytischen und synthetischen Urteile
6) Axiomen und Antizipationen
7) Analogien und Postulate
8) Phänomena und Noumena
Hausarbeiten gehen idealerweise aus einem im Seminar gehaltenen Referat hervor. Sollten mehr Hausarbeitsthemen zu vergeben sein als Referate gehalten werden können, können auch weitere Themen vereinbart werden. Interessenten für eine Referats- oder Hausarbeitsthema wenden sich bitte mit Angabe von alternativen Themenvorschlägen direkt an den Seminarleiter (Thomas.Hoffmann@Fernuni-Hagen.de).
Literaturhinweise:
a) Zur Einführung in Kants Denken insgesamt immer noch sehr geeignet:
Kuno Fischer, Immanuel Kant und seine Lehre. 2 Bde., 5. Aufl. Heidelberg 1909/10
Richard Kroner, Von Kant bis Hegel. 2 Bde., 3. Aufl. Tübingen 1977
Zur Kritik der reinen Vernunft: Kurs 03306 Anleitung zur Lektüre: Kant, Kritik der reinen Vernunft (Hans Michael Baumgartner)
b) Speziellere Literatur:
Peter Baumanns, Kants Philosophie der Erkenntnis. Durchgehender Kommentar zu den Hauptkapiteln der ‚Kritik der reinen Vernunft’, Würzburg 1997
Otfried Höffe, Kants Kritik der reinen Vernunft. Die Grundlegung der modernen Philosophie. 2. Aufl. München 2004
Thomas Sören Hoffmann, Die absolute Form. Individualität, Modalität und das Prinzip der Philosophie bei Kant und Hegel, Berlin / New York 1991
Georg Mohr / Markus Willaschek (Hgg.), Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft (Klassiker Auslegen), Berlin 1998
Paul Natterer, Systematischer Kommentar zur Kritik der reinen Vernunft. Interdisziplinäre Bilanz der Kantforschung, Berlin / New York 2003
Günter Zöller, Theoretische Gegenstandsbeziehung bei Kant. Zur systematischen Bedeutung der Termini „objektive Realität“ und „objektive Gültigkeit“ in der „Kritik der reinen Vernunft“, Berlin / New York 1984
FernUniversität in Hagen, Fakultät KSW, Institut für Philosophie, 58084 Hagen