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Lehrkonzept

1. Grundsätze

Dieses Papier definiert Leistungsstandards, an denen sich die Mitglieder des Instituts für Politikwissenschaft in der Lehre orientieren. Es betrifft die Lehre im BA-Studiengang „Politik- und Verwaltungswissenschaft“ und im MA-Studiengang „Governance“. Gleichzeitig fasst es unsere Erwartungen an die Studierenden zusammen, die wir für einen Studienerfolg für unabdingbar halten. Wir wollen damit zum Ausdruck bringen, dass wir uns ständig um eine Verbesserung der Lehrqualität bemühen, dass wir dabei aber auch auf die Unterstützung der Studierenden angewiesen sind.
Als Wissenschaftler gehen wir von folgenden Grundsätzen über unsere Aufgaben in der universitären Lehre aus:

  • Wir wollen ein Universitätsstudium für Studierende bieten, die sich durch den Erwerb wissenschaftlicher Kenntnisse beruflich qualifizieren oder weiterqualifizieren wollen.
  • Die Ausbildung muss Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln, die für die Praxis relevant sind, und zugleich den Stand der wissenschaftlichen Forschung vermitteln.
  • Neben Grundlagenwissen unseres Faches legen wir besonderes Gewicht auf methodische und analytische Fähigkeiten, die Studierende in die Lage versetzen, während und nach dem Studium ihr eigenes Fachwissen selbstständig zu erweitern, unterschiedliche Sachverhalte zu verstehen und zu analysieren sowie eigene Problemlösungen zu entwickeln.
  • Der Einsatz moderner Medien ist für uns selbstverständlich, aber kein Selbstzweck. Wir nutzen eine Kombination aller verfügbarer und sinnvoll kombinierbarer Techniken („blended learning“).

2. Unsere Leistungen für Studierende

Unsere multimediale Lehre umfasst im Einzelnen folgende Komponenten:

A. Lehrmaterialien: Nach allen Erfahrungen in unserem Fach lernen Studierende am meisten durch Lektüre geeigneter Texte. Deswegen bilden schriftliche Materialien die Grundlage der Lehre, und zwar:

  1. Kurse, also schriftliche Lehrbriefe, im Umfang von je ca. 200 Seiten. Die Kurse sollen spätestens alle sechs Jahre aktualisiert werden und den Stand der Forschung und der Entwicklungen in der Praxis berücksichtigen.
  2. Ergänzende Pflichtlektüre, die in jedem Semester überprüft und ggf. erneuert wird. Sie soll die Studierenden mit grundlegenden wie aktuellen Fachtexten vertraut machen und Erkenntnisse in Ergänzung zu den Kursen liefern. Darüber hinaus empfehlen wir weiterführende Lektüre für das vertiefende Studium.
  3. Über elektronische Medien vermittelte Lehrbausteine, z.B. elektronische Kursangebote; Video-Vorlesungen, Diskussions-Gruppen, netzbasierte Übungen etc.

Das Institut für Politikwissenschaft hat eine AG Fernlehre eingerichtet, die sich um eine kontinuierliche Fortentwicklung der Techniken zur Lehre kümmert.

B. Kommunikation zwischen Studierenden und Lehrenden: Das Verständnis von Texten wird vertieft durch die Reflexion im Dialog mit anderen. Wir versuchen, dies durch den Einsatz von Lernformen und Medien zu verwirklichen, die für das Fernstudium geeignet sind. Dabei sollen sich persönliche Kommunikation in Präsenzphasen und medienvermittelte Kommunikation, die jeweils spezifische Stärken und Schwächen aufweisen, wechselseitig produktiv ergänzen. Die Kommunikation mit Studierenden umfasst folgende Elemente:

  1. Moodle-Lernumgebung, in der u.a. wichtige Texte, Problemstellungen oder aktuelle Themen diskutiert werden und in der die Studierenden am Ende eine komprimierte Zusammenfassung bzw. Kommentierung der Lehrenden erhalten;
  2. Präsenzseminare (je nach Bedarf mindestens eines pro Semester bzw. jedes Präsenzseminar über mindestens 14 Zeitstunden) oder Online-Seminare, in denen ausgewählte Themen vertieft und methodische und analytische Fähigkeiten geübt werden;
  3. individuelle Beratung der Studierenden per Email mit kurzfristiger Antwort, insbesondere bei der Vorbereitung von Prüfungen, und telefonische Beratung;
  4. zusätzliche „virtuelle“ mentorielle Betreuung unter Anleitung und Kontrolle der Modulbetreuer (soweit finanzierbar, mit Priorität auf Module in der Eingangsphase des Bachelor-Studiengangs).

C. Prüfungen: Bei Prüfungen legen wir die Qualitätsstandards der Universitätslehre an. Die Begründungen für die Noten werden so formuliert, dass die Studierenden ihre Stärken und Schwächen erkennen können. Schriftliche Arbeiten werden rechtzeitig, in der Regel spätestens nach acht Wochen korrigiert.

D. Evaluierung: Wir legen Wert auf eine aussagekräftige Evaluierung unserer Lehre durch die Studierenden. Deswegen haben wir uns für den Aufbau eines Qualitätssicherungssystems der Universität engagiert. Darüber hinaus stellen wir uns der sachlichen Kritik der Studierenden. Diese soll uns helfen, Mängel zu erkennen und die Qualität der Lehre weiter zu verbessern.

E. Lehre und Forschung: Die Qualität unserer Lehre beruht darauf, dass alle Lehrenden sich auch als Forschende betätigen, sei es durch Qualifizierungsarbeiten oder Forschungsprojekte. Wir wollen unsere Studierenden so weit wie möglich an unserer Forschung partizipieren lassen. Dies geschieht durch Umsetzung von Forschungsergebnissen in Kurse, durch Themen der Präsenz- und Online-Seminare sowie in Hausarbeiten und Abschlussarbeiten.

F. Internationalisierung: Wissenschaft und Praxis, in der Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen tätig sind, überschreiten zunehmend die Grenzen nationaler Kommunikationsräume. Wir bemühen uns, in unserer Lehre der Internationalisierung Rechnung zu tragen. Dazu gehören englischsprachige Lehrangebote, die Beteiligung von Lehrenden aus dem Ausland, aber auch das Bemühen, Fernstudierenden die Möglichkeit zu
bieten, an ausländischen Universitäten zu studieren oder mit Studierenden aus anderen Ländern zusammenzuarbeiten. Wir betrachten die Internationalisierung als eine besondere Herausforderung bei der Fortentwicklung des Fernstudiums.

3. Unsere Erwartungen an Studierende

Um das Studium erfolgreich zu absolvieren, ist es erforderlich, dass sich die Studierenden den Herausforderungen eines Universitätsstudiums stellen und entsprechend eigene Leistungen erbringen. Von Vollzeitstudierenden erwarten wir einen Arbeitsumfang von ca. 40 Stunden pro Semesterwoche, von Teilzeitstudierenden entsprechend ca. 20 Stunden. Ferner erwarten wir, dass unsere Studierenden unser Betreuungsangebot annehmen und die von ihnen erwarteten Arbeiten im Selbststudium erledigen. Dazu gehört, dass Studierende sich laufend im Studienportal über Lehrangebote, Pflichtliteratur, Prüfungsmodalitäten und unsere speziellen Hinweise zu Prüfungen informieren und sich in der Lernumgebung des Moduls anmelden und aktiv mitarbeiten. Bei Präsenzseminaren sollte, dem Zweck dieser Lehrveranstaltung entsprechend, eine aktive Beteiligung selbstverständlich sein. Zudem erwarten wir, dass Anmeldefristen beachtet werden, Anmeldungen zu Seminaren und Prüfungen verbindlich sind und Studierende spätestens nach dem Abschluss der Orientierungsphase im BA „Politik- und Verwaltungswissenschaft“ bzw. dem zweiten Semester im MA „Governance“ in der Lage sind, für sich selber eine realistische Studienplanung zu entwerfen.

25.11.2009
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Fakultät KSW, Institut für Politikwissenschaft, 58084 Hagen