„Die Welt wird nicht wieder so werden wie vor der Krise.“ Mit diesem Satz äußerte der frühere Finanzminister Steinbrück Ende September 2008 eine weit geteilte Überzeugung: dass nämlich die Finanz- und Wirtschaftskrise die Welt verändert hat und noch verändern wird. Aber welcher Wandel ist erkennbar und auf welche Mechanismen ist er zurückzuführen?
Am Beispiel der deutschen Umweltpolitik entwickelt der Beitrag aus der aktuellen Diskussion Hypothesen zur Art eines möglichen kriseninduzierten Wandels, verbindet diese mit theoretischen Überlegungen zu Policy-Wandel durch Krisen und überprüft diese Hypothesen dann empirisch anhand der Bundesgesetzgebung ein Jahr vor und sein Jahr seit der Krise. Das Ergebnis dieser gleichwohl noch sehr vorläufigen empirischen Untersuchung ist, dass bislang trotz der Krise die Stabilität in der Umweltpolitik überwiegt. Im Gegensatz zu dem, was man in den Feuilletons lesen kann, finden sich weder Hinweise auf eine grundsätzliche Neuauflage des Konflikts Ökonomie vs. Ökologie (und somit eine Schwächung der Umweltpolitik) noch auf eine grundlegende Infragestellung des neoliberalen Paradigmas (und somit eine Stärkung der Umweltpolitik).
Annette Elisabeth Töller: Umweltpolitik in Zeiten der Krise, in: Zeitschrift für Umweltpolitik und Umweltrecht, 4/2010, S. 445-470.
Eine kürzere englische Version ist als Konferenzpaper hier abrufbar. [link]
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