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Projekt

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Nordrhein-westfälische Kommunen aus der Genderperspektive

Projektleitung:
Status: abgeschlossen
Laufzeit: 31.12.2011
fördernde Einrichtungen:

Kurzbeschreibung:

Frauen drängen zunehmend in die politischen Spitzenpositionen. So wird NRW erstmals von einer Ministerpräsidentin und Deutschland von einer Bundeskanzlerin regiert. Allerdings ist fraglich, ob Frauen dadurch schon im politischen Alltag vollends gleichberechtigt sind. Gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil sind Frauen in Bundes-, Landes- und Großstadtparlamenten immer noch unterrepräsentiert. Sie stellen nur knapp ein Drittel der ParlamentarierInnen.

Auffällig sind die Zahlen für NRW. Seit den 1990er Jahren ist in NRW-Großstädten ein Frauenanteil unter den ParlamentarierInnen von knapp 30%, in Bayern und Baden-Württemberg dagegen von 36% zu konstatieren. Dieser konstante Unterschied kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Noch gibt es allerdings keine nach einzelnen Bundesländern differenzierte Repräsentanzanalyse. Deshalb verfolgt das Projekt einen flächendeckenden Analyseansatz, wonach die politische Frauenrepräsentanz für alle westdeutschen Kommunen über 20.000 EinwohnerInnen erhoben und analysiert wird. Von den 591 Kommunen in den alten Bundesländern insgesamt liegen immerhin 217 in NRW. Damit soll die politische Frauenrepräsentanz in NRW-Städten, in denen immerhin 87,5 % der BürgerInnen Nordrhein-Westfalens leben, genauer bundesländervergleichend untersucht werden.

Ziel des Projektes ist der Einstieg in eine bundesländervergleichende Genderforschung, die sowohl für die Wissenschaft als auch für die Praxis zu interessanten Ergebnissen führen kann. Die Praxis kann daraus lernen, was andere Bundesländer (bei zumindest ähnlicheren Rahmenbedingungen als bei internationalen Vergleichen) möglicherweise besser machen. Die Wissenschaft hat durch den Einbezug der kommunalen Ebene im Bundesländervergleich die Chance ihre Hypothesen auf der Grundlage hoher Fallzahlen zuverlässiger zu testen und insbesondere den Einfluss der zwischen den Bundeländern variierenden Institutionen abzuschätzen (Wahlrecht, Quoten etc.).
Jan Pfetzing | 23.04.2013
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