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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Demokratie und/oder Ökonomie in der Krise

Veranstaltungstyp: Präsenzseminar
Adressatenkreis: Studierende im MA Governance, insbesondere Modul 1.1 und Modul 1.5
Ort: Berlin
Adresse: Regionalzentrum Berlin
SpreePalais am Dom
St. Wolfgang-Straße
10178 Berlin
Termin: 01.06.2012 bis
03.06.2012
Zeitraum: 01.06.2012 14-18 Uhr, 02.06.2012 9-18 Uhr und 03.06.2012 9-14 Uhr
Leitung: Dr. Tina Olteanu
Anmeldung: Das Seminar ist inzwischen ausgebucht.
Auskunft erteilt: E-Mail: Dr. Tina Olteanu

Die aktuellen Krisen (Finanz-, Wirtschafts-, Euro- oder Schuldenkrise) werden sehr häufig in ihrer letzten Konsequenz als Krise der Demokratie gedeutet. Die Unfähigkeit bzw. Unschlüssigkeit von Regierenden in Europa auf diese Phänomene zu reagieren, ist ein zentrales Thema in den Medien und in anderen öffentlichen Diskussionsforen. Im Zuge dessen wird das „Politische“ als Problem gedeutet. Eine Expertenregierung in Italien wird etwa allgemeinhin begrüßt, das europäische Parlament sowie nationale Parlamente müssen um ihre Einbindung in Entscheidungsprozesse zu Lösungsansätzen der Krisen bangen, die ebenso an Expertengremien übergeben werden sollen. Damit werden die Institutionen der Demokratie zwar weiterhin verantwortlich gehalten, aber gleichzeitig in ihrer gesellschaftlichen Verankerung und ihrer Funktion im Gesamtsystem beschränkt und ihrer Kompetenzen beraubt.

Colin Crouch (2004) publizierte bereits vor der „ersten“ Krise 2007 eine vieldiskutierte Schrift zur Postdemokratie, in der er unter anderem die enge Verzahnung von Politik und Wirtschaft kritisiert. Seine Thesen haben in den letzten Jahren an Brisanz gewonnen.

Im Rahmen des Seminars soll der proklamierten Krise der Demokratie genauer nachgegangen werden. Dazu werden anhand unterschiedlicher demokratietheoretischer Modelle die Rollen von Demokratie und Ökonomie für das Gesamtsystem analysiert sowie ihre Wechselwirkungen und funktionalen Verschränkungen diskutiert. Dabei steht vor allem der Anspruch von demokratischer Performanz dem der ökonomischen Effizienz entgegen.

Anhand von ausgewählten Fallbeispielen soll systematisch das Verhältnis von Demokratie und Ökonomie in realen Demokratien untersucht werden. Die Forschungsperspektive Governance eröffnet in dieser Hinsicht einen fruchtbaren Ansatz, da unterschiedliche Governance-Modi sowie Akteurskonstellationen sichtbar gemacht werden können.

Für die Präsenzveranstaltung wird ab 1. Mai 2012 eine moodle-Lernumgebung eingerichtet, in der die detaillierten Informationen und Arbeitsaufträge für die Lehrveranstaltung bereitgestellt werden. Ebenso wird ein Reader mit Basisliteratur allen TeilnehmerInnen zugesandt. Von den TeilnehmerInnen wird die Lektüre des Readers, die Bereitschaft zur Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe und Ausarbeitung einer gemeinsamen Präsentation sowie die aktive und regelmäßige Teilnahme am Seminar erwartet.


05.06.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Fakultät KSW, Institut für Politikwissenschaft, 58084 Hagen