Dr. Annabell Preußler

Dr. Annabell Preußler, Jahrgang 1977, studierte von 1996 bis 2002 Diplom-Pädagogik an der Universität Dortmund. Seit 2004 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Bildungsforschung. Sie promovierte zum Thema "Meta-Evaluation zur Bewertung von Online-Lernen" am Lehrgebiet Bildungstechnologie bei Prof. Dr. Peter Baumgartner (Zweitgutachterin: Prof. Dr. Claudia de Witt). Anschließend war sie Post-Doc am Lehrstuhl für Mediendidaktik und Wissensmanagement an der Universität Duisburg-Essen und Lehrstuhlvertreterin für Bildungstechnologie an der FernUniversität in Hagen. Dr. Annabell Preußler arbeitet nun als Studiengangskoordinatorin für die Studiengänge „BA Bildungswissenschaft“ und „MA Bildung und Medien: eEducation“.


Welche Fachrichtung haben Sie studiert? Was hat Sie veranlasst zu promovieren? Aus welchen Gründen haben Sie sich für eine Promotion an der FernUni in Hagen entschieden?

Ich habe Diplom-Pädagogik an der Universität Dortmund studiert. Während meines Studiums habe ich dort bereits als studentische Hilfskraft am Institut für Schulentwicklungsforschung (IfS) gearbeitet, wodurch mir erste Einblicke in den Wissenschaftsbereich ermöglicht wurden. Im Anschluss an mein Studium konnte ich dort auch als wissenschaftliche Hilfskraft weiterarbeiten, so dass mein Interesse an wissenschaftlicher Arbeit geweckt war. Nach wenigen Monaten konnte ich mit einer ¾-Stelle dort als Angestellte tätig sein, so dass der Entschluss zu promovieren nahe lag. Darüber hinaus war ich in dieser Zeit (und auch schon während des Studiums) im Frauen- bzw. später Gleichstellungsbüro an der Uni Dortmund tätig, was mir immer wieder bewusst machte, wie wenig Frauen eine akademische Laufbahn einschlagen.
Ich habe dann in Dortmund mit einer Dissertation begonnen, aber im Jahr 2004 die Stelle an der Fernuni bekommen, weswegen ich dieses (erste) Promotionsprojekt abbrechen musste, um in Hagen am Lehrgebiet Bildungstechnologie zu promovieren. Dort konnte ich die Promotion thematisch sehr gut mit der täglichen Arbeit verbinden.

Mussten Sie in der Phase der Promotion beruflich kürzer treten? Inwieweit profitieren Sie beruflich von Ihrem Doktortitel?

Ich hatte während meiner Promotion keine beruflichen Einschränkungen. Zwar gab es Phasen mit höherer Arbeitsintensität als gewöhnlich, aber dies ließ sich immer sehr gut verbinden. Auch das Verfassen der Dissertation war stark von persönlicher Motivation oder der Beschäftigung mit bestimmten Arbeitsabschnitten geprägt, so dass auch dies kein linearer Prozess war.
Ich profitiere von meinem Doktortitel insofern, als er mir meine derzeitige Stelle als Postdoktorandin ermöglicht und so die Einbindung in die Scientific Community bereithält.

Gab es Unsicherheiten bei der Berufswahl oder eine Phase der Orientierungslosigkeit? Wie stark hat Sie die Dissertation zeitlich und mental beansprucht?

Ja, denn ursprünglich war mit meinem Studium das Ziel verbunden, in der Bewährungshilfe tätig zu werden. Dass es dann doch die Wissenschaft werden würde, wurde mir relativ schnell klar. Aber gerade im Zuge von befristeten Verträgen und der damit verbundenen Unsicherheit der mittelfristigen Zukunft hatte ich immer wieder Phasen der Orientierungslosigkeit.
Mental hat mich die Dissertation mehr beansprucht als zeitlich. Es war meine Entscheidung, zu promovieren und ich wollte dieses Projekt unbedingt schaffen. Trotzdem hatte ich oft ein schlechtes Gewissen, wenn ich, anstatt zu arbeiten, lieber ferngesehen habe. Ich musste mich immer selbst in kleinsten Schritten motivieren. Und als dann das Ende in Sicht war, war die Motivation auch entsprechend groß, fertig zu werden.

Welchen Rat würden Sie zukünftigen Absolventinnen und Promovendinnen mit auf dem Weg geben? Würden Sie mit den Erfahrungen von heute noch einmal eine Promotion beginnen?

Mein Ratschlag: Meilensteine setzen und sich daran orientieren. Nicht das ganze Projekt auf einmal sehen, sondern immer nur den nächsten Meilenstein.

05.04.2018
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