Logo der Fakultät Lehrstuhl-Logo

Forschungsschwerpunkte und Projekte

Die Forschungsaktivitäten des Lehrstuhls dienen insbesondere der Bereitstellung betriebswirtschaftlicher Lösungsansätze zur Gestaltung, Planung und Steuerung industrieller Produktions- und Logistikprozesse. Das Hauptaugenmerk gilt dabei branchenübergreifenden Fragestellungen der Herstellung und Vermarktung variantenreicher Produkte.

Kennzeichen der Forschungsaktivitäten sind

  • Relevanz und Praxisnähe … durch projektbezogene Forschung und Industriekooperationen
  • Interdisziplinarität und Netzwerkorientierung … durch fach- und länderübergreifende Forschungskooperationen
  • Internationale Anschlussfähigkeit … dokumentiert durch hochkarätige Publikationen und wissenschaftliches Engagement

Wesentliche Akzente werden auf drei inhaltliche Schwerpunkte gelegt: das Produktions- und Logistikmanagement, das Management von Wertschöpfungsnetzwerken und die Nachhaltigkeit in Produktion und Logistik.


Produktions- und Logistikmanagement

Heterogene Kundenanforderungen und globaler Wettbewerb führen in vielen Branchen zu einer kaum noch zu überschauenden Anzahl an Produktvarianten. Um dieser Vielfalt zu begegnen, werden Produktions- und Logistiksysteme flexibel ausgelegt. Aus mittel- bis langfristiger Sicht stellt sich für Unternehmen die Frage der Wahl geeigneter Flexibilitätsstrategien. Aus kurzfristiger Sicht gilt es die verfügbare Flexibilität unter Berücksichtigung individueller Kundenaufträge bestmöglich zu nutzen. Vor diesem Hintergrund werden nachfrage- und ressourcenorientierte Instrumente des Produktions- und Logistikmanagements erforscht.


Management von Wertschöpfungsnetzen

Als Folge des zunehmenden Wettbewerbs, kürzerer Technologielebenszyklen und steigender Kundenanforderungen ist in vielen Branchen ein Wandel der Wettbewerbsstrukturen zu beobachten. In der Folge bilden sich komplexe Wertschöpfungsnetzwerke, in denen unabhängige Unternehmen gemeinsam agieren. Die Beherrschung dieser Komplexität ist gleichzeitig Chance und Herausforderung für die Erreichung und Erhaltung dauerhafter Wettbewerbsvorteile. Vor diesem Hintergrund liegt ein Forschungsschwerpunkt auf Fragestellungen der Planung und Koordination von Wertschöpfungsnetzen und speziell der Entwicklung problemspezifischer Koordinations- und Anreizmechanismen. Ziel ist die effiziente Zusammenarbeit eigenständiger und unabhängiger Akteure.


Nachhaltigkeit in Produktion und Logistik

Drängende globale Herausforderungen, wie der Klimawandel und die Verknappung natürlicher Ressourcen, führen dazu, dass industrielle Produktions- und Logistiksysteme zunehmend am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung auszurichten sind. Hierzu ist es erforderlich, dass neben ökonomischen und technischen Aspekten verstärkt auch rechtliche, ökologische und soziale Aspekte in die Gestaltung und Lenkung von Produktions- und Logistiksystemen einfließen. Vor diesem Hintergrund werden Fragestellungen der Energie- und Ressourceneffizienz adressiert.



Aktuelle Projekte:

Management Energieflexibler Fabriken – Die Energiewende als Chance für die Industrie

Aktuelle energiepolitische Beschlüsse zielen auf die Weiterentwicklung und Digitalisierung des Strommarkts. Durch die Dynamisierung von Preisen sollen gezielt Anreize für Unternehmen geschaffen werden, ihren Verbrauch auf lokaler Ebene im Sinne eines flexiblen dezentralen Lastmanagements an die im System zur Verfügung stehende Energie anzupassen.

Dies führt zur Vision der energieflexiblen Fabrik. Sie ist in der Lage, flexibel auf die volatile Verfügbarkeit von elektrischer Energie zu reagieren und die Produktion optimal auf die veränderlichen Rahmenbedingungen anzupassen.

Wie kann die Vorteilhaftigkeit energieflexibler Fabriken bewertet werden? Wie lässt sich die Lücke zwischen den klassischerweise isolierten Bereichen der Produktionsplanung und dem Energiemanagement überbrücken? Wie lassen sich die Planungsprobleme trotz zunehmender Unsicherheit und Dynamik in der erforderlichen Zeit lösen? Und wie kann die Kooperation von Mensch und Maschine in der Planung energieflexibler Fabriken verbessert werden?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt dieses interdisziplinären Forschungsprojekts, welches der Lehrstuhl für Produktion und Logistik gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Quantitative Methoden und Wirtschaftswissenschaft, dem Lehrgebiet Unternehmensweite Softwaresysteme und dem Lehrgebiet Allgemeine Psychologie durchführt. Ziel des Projekts ist es, den Wissensstand zur strategischen Planung und zum operativen Betrieb energieflexibler Fabriken in einer fakultätsübergreifenden Forschungskooperation zu erweitern, um auf dieser Basis angepasste Modelle zur Entscheidungsunterstützung zu entwickeln und zu lösen.

Weitere Informationen finden Sie unter maxfab.fernuni-hagen.de.


Ansprechpartner:   Lukas Strob, M.Sc.



Zukunftsfähige Stahllogistik: mehr Service, geringere Kosten

Stahl ist eine der wesentlichen Tragsäulen der deutschen Wirtschaft. 55% des produzierenden Gewerbes in Deutschland sind stahlintensiv. Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft booz&co gehen mehr als 10 Prozent der Vorleistungen der deutschen Industrie auf Stahl zurück. Zwei Drittel der Arbeitsplätze in der deutschen Industrie entfallen auf die stahlintensiven Branchen. Das sind insgesamt ca. 3,5 Millionen Arbeitskräfte.

Doch der Markt ist umkämpft. In der Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie des nachlassenden Wachstums in China ist auch in Deutschland ein anhaltend hoher, in Teilen ruinöser Preiswettbewerb zu verzeichnen. Servicemerkmale und speziell eine leistungsfähige Stahllogistik wird somit als Differenzierungsmerkmal für Stahlunternehmen zunehmend wichtiger.

Was aber sind die Determinanten einer erfolgreichen Stahllogistik im sich wandelnden Umfeld und welche Stellgrößen stehen dem Management zur Verfügung, um diese zu erschließen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt eines Forschungsprojektes, das der Lehrstuhl für Produktion und Logistik aktuell mit dem Hagener Stahlservicecenter HFS durchführt. Im Rahmen von querschnittlichen Tiefeninterviews, Prozess- und Datenanalysen werden wesentliche Handlungsfelder erarbeitet und durch konkrete Handlungsoptionen hinterlegt. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die kundenindividuelle und logistikintensive Chargenproduktion im dynamischen Wettbewerbsumfeld zu erarbeiten, um auf dieser Basis angepasste Planungsverfahren und -instrumente entwickeln zu können.


Ansprechpartner:   Dipl.-Kfm. Patrick Engelsberg

 

 

 

12.12.2016
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Lehrstuhl für BWL, insb. Produktion und Logistik, 58084 Hagen