Auf dieser Seite finden Sie alle Informationen, die Sie zum Bestehen einer Klausur benötigen.
In den Klausuren wird gewöhnlich erwartet, dass Sie Theorien zu dem gefragten Themenbereich (immer aus dem Bereich der Pflichtkurse) wiedergeben können. Sie sollten mit einer Gliederung beginnen; hier müssen die Stichworte der Themenstellung wiederzufinden sein.
Wichtige Aspekte für die Darstellung von Theorien sind:
- Name des Forschers1. Wenn schon Aspekte herangezogen werden, die nur indirekt mit der Themenstellung zu tun haben, muß ein Bezug zum Thema hergestellt werden. Bsp.: "Dies ist im Zusammenhang mit ‘Crowding’ wichtig, weil..." Oder: "Überschneidungen zum ‘Crowding’-Forschung gibt es in den und den Punkten..."
2. Theorien, Definitionen, Begriffsbestimmungen usw. sind nicht das Non-plus-Ultra der Wissenschaft, nicht die einzig wahre und mögliche Art, einen Sachverhalt darzustellen. Es ist vielmehr eine von mehreren möglichen Sichtweisen, die WissenschaftlerInnen einnehmen können. Auch die Fakten oder Darstellungen aus den Kursen der FernUni sind längst nicht alles, was zu den jeweiligen Themen an Forschung vorliegt. Sie sind wiederum nur eine mögliche Art, Forschungsergebnisse darzustellen, und es werden auch dort nur eine bestimmte Auswahl an Ergebnissen beschrieben. Lesen Sie die Kurse also ruhig etwas kritischer. Wenn Sie also Theorien darstellen, schreiben Sie bitte, von wem diese stammen und wann diese aufgestellt wurden. Gut ist auch, zu dem gleichen inhaltlichen Sachverhalt eine Theorie darstellen zu können, in der das Gegenteil der erstgenannten Theorie behauptet wird. So kann ggf. die Vielfalt unterschiedlicher Forschungsmeinungen verdeutlicht werden.
3. Angaben von AutorIn und Jahr sind ebenfalls sehr wichtig, wenn Sie Ergebnisse von Untersuchungen schildern. Es erleichtert generell die Kommunikation in der Wissenschaft, wenn klar ist, auf welche Studien Sie sich genau beziehen. Diese können dann auch ggf. in der Literatur nachgeschlagen werden. Bsp.: "Die Untersuchungen von Freedman (1975) zeigen..."
4. Sehen Sie auf die Uhr! Schreiben Sie auf keinen Fall alles zuerst ausformuliert auf das Konzeptpapier, um es dann abzuschreiben. Vier Stunden können sehr schnell vorbei sein!
5.Stellen Sie Ihrer Klausur eine Gliederung voran! Geben Sie jedem Abschnitt eine Überschrift. Lassen Sie vor der nächsten Überschrift eine Zeile frei. Das Papier wird Ihnen auf jeden Fall reichen! Schreiben Sie leserlich , stimmen Sie die Korrektorin oder den Korrektor milde.
Nachfolgend finden Sie eine Zusammenstellung früher gestellter Klausurthemen. Die Liste ist kursunspezifisch und soll Ihnen in erster Linie einen Eindruck von der Art der Fragen geben.
1. Diskutieren Sie betriebliche Gruppenarbeit als Interventionsmassnahme zur Arbeitsgestaltung und zur Motivationsförderung.
2. Diskutieren Sie die Beziehungen zwischen Arbeitsmotivation und Arbeitszufriedenheit.
3. Diskutieren Sie Prinzipien und theoretische Konzeptionen der psychologischen Arbeitsgestaltung.
4. Wie weit erübrigt bzw. wandelt sich Führung beim Übergang tayloristischer Strukturen zu selbstorganisierter Gruppenarbeit?
5. Diskutieren Sie das Spannungsfeld von Wissenschaftlichkeit und Wirtschaftlichkeit am Beispiel arbeits- und organisationspsychologischer Forschungen.
6. Diskutieren Sie die Bedeutung der Handlungsregulationstheorie für die Entwicklung der AO-Psychologie.
7. Welche Leistungsvor- und -nachteile der betrieblichen Gruppenarbeit sehen Sie?
8. Fassen Sie die Ihrer Ansicht nach wesentlichen Ergebnisse der Führungs- und Managementforschung zusammen und leiten Sie daraus Gestaltungsempfehlungen für die Tätigkeit von Führungskräften ab.
9. Diskutieren Sie den motivationstheoretischen Ansatz der "High Performance Cycle".
10. Diskutieren Sie psychologische Probleme der Arbeitsgestaltung am Beispiel von Mensch-Maschine-Systemen.
11. Welche Bedeutung hat Arbeit für die Entwicklung der Persönlichkeit?
12. Diskutieren Sie unterschiedliche Ansätze der Arbeitsanalyse und -bewertung.
13. Geben Sie einen Abriss der Führungsforschung von den eigenschaftstheoretischen Ansätzen bis zu der Theorie des Geführtwerdens. Diskutieren Sie dabei parallel die mit den einzelnen Ansätzen verbundenen forschungs-methodologischen Probleme. Stellen Sie ausserdem die Verbindung zwischen der Führungstheorie und dem jeweiligen Zeitgeist her, indem Sie die "Ideologie-Frage" diskutieren.
Die Bewertung studentischer Arbeiten ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Hier wird nicht nur eine lernrelevante Rückmeldung gegeben, sondern eine mitunter gravierende Entscheidung getroffen, die nachhaltige Auswirkungen auf den weiteren Bildungs-, Berufs- und Lebensweg der Studierenden haben kann. Bewertungen müssen daher begründet und nachvollziehbar sein. Dies setzt die Transparenz der Bewertungskriterien und -standards voraus. Der nachfolgende Katalog gibt in der AO-Psychologie eine Orientierung für Prüfer und Geprüfte.
Leistungen und Bewertungen(Bewertungen bei Leistungsnachweisen sowie schriftlichen und mündlichen Prüfungen)
Note |
Leistungen |
Bemerkungen |
1 |
¬ Kontextuelle Einbettung der Arbeit
(z.B. Historie |
Es sollten möglichst viele dieser 7 Kriterien erfüllt sein. Einzelne Schwächen können durch andere Stärken ausgeglichen werden. Stringente Orientierung am Thema und klare Struktur der Argumentation sind wichtig. |
2 |
¬ Fundierte Literaturkenntnisse (über die
Kurse hinaus) |
Die Aussagen beziehen sich klar auf das Thema und zeigen eine fundierte Kenntnis des Gebietes. Die Gliederung ist flüssig und in sich stringent. Der Praxisbeispiele verdeutlichen die Theorie. |
3
|
¬ Literaturkenntnisse (über die Kurse
hinaus) |
Die Aussagen sind themenbezogen, im Kern richtig, aber häufig auf einführendem Niveau. Die kritische Reflexion ist eingeschränkt. Forschungsergebnisse fehlen. Der Bezug zur Praxis ist erkennbar. |
4
|
¬ Kenntnis der Kurse (wenig
weiterführende Literatur) |
Die Darstellung ist einführend oder unvollständig und gelegentlich (aber nicht in den zentralen Bereichen) falsch. Grundlagen wissenschaftlicher Argumentation sind noch erkennbar. Reflexionen sind dürftig.. |
5 |
¬ Grundkenntnis der Kurse (keine weitere
Literatur) |
Häufige Fehler sind: Unreflektierte und generalisierende Erfahrungsberichte sowie die Verwechslung normativer und deskriptiver Aussagen bei überwiegend normativer Argumentation |
Mängel, die bei ansonsten passablen Arbeiten, zu einer deutlichen Absenkung der Note führen, sind:
- Das eigentliche Thema wird nur kurz bzw. am Rande behandelt. (Einzeldarstellung von Theorien, wenn ein Vergleich gefordert war, oder Einzeldarstellung von Variablen, wenn Beziehungen dargestellt werden sollten)Theoriekerne gehen in der Detaildarstellung verloren
- Es gibt kaum eine methodologische oder methodische Reflexion der referierten Untersuchungen
- Die Darstellungen sind richtig, aber lückenhaft bzw. ohne Bezug zur Forschung.
- Die Darstellung orientiert zu sehr an der „Praktikerliteratur“ oder generalisiert von Einzelbeispielen
- Die Darstellung ist laienhaft“ ,“erlebnisorientiert“, ohne Stringenz und Struktur, ohne Verwendung der Fachtermini
FernUniversität in Hagen - Fakultät KSW - Institut für Psychologie