Nachstehendem PDF-Dokument können Sie entnehmen, welche Mitarbeiter unseres Lehrgebiets welche Kurse betreuen
Kursbetreuung im Arbeitsbereich AO-Psychologie
Kurs-Nr. Kurstitel
04752 Arbeitsmotivation, -leistung und -zufriedenheit
04753 Methoden der AO-Psychologie
04754 Arbeitsgestaltung
04755 Personalauswahl und Personalentwicklung
04756 Arbeitsgruppe und Führung
04761 Organisationsgestaltung und Organisationsentwicklung
04762 Forschungspraktikum AO-Psychologie
04763 Software-Ergonomie und Neue Techniken
04764 Erwerbslosigkeit
04765 Belastung und Beanspruchung
04766 Psychologische Arbeitsanalyse und -bewertung
04767 Konfliktgenese und Konfliktbewältigung in Organisationen
04768 Arbeitssicherheit und Umweltschutz
(Prof. Dr. Uwe Kleinbeck, Universität Dortmund und Prof. Dr. Lorenz Fischer, Universität zu Köln)
Der Kurs gibt einen Überblick über die Konzepte "Arbeitsmotivation", "Leistung" und
"Arbeitszufriedenheit". Dabei werden sowohl die theoretischen Grundlagen als auch Aspekte
der praktischen Anwendbarkeit in der Arbeitswelt vorgestellt und diskutiert. Deutlich wird
auch, aufgrund welcher gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Strömungen und Entwicklungen
die Thematiken zu einem "Dauerbrenner" innerhalb der Psychologie wurden. Gleichzeitig gibt der
Kurs einen Überblick über den heutigen Stellenwert und aktuellen Forschungsstand der
Teildisziplin.
Kurseinheit 1 "Arbeitsmotivation" diskutiert u.a.: Welchen Beitrag leistet
die Arbeitsmotivation für das Erreichen von Organisationszielen? Wie und unter welchen
Voraussetzungen entsteht Arbeitsmotivation bzw. wie kann man sie erkennen und fördern?
In welchem Zusammenhang stehen Ziel, Motiv, Motivierungspotential und Motivation?
Wie wirkt Arbeitsmotivation auf Bereiche wie Produktivität, Arbeitssicherheit oder
Arbeitszufriedenheit? Wie sehen konkret motivationspsychologisch orientierte
Gestaltungsmaßnahmen und -verfahren aus? Welche Methoden zur Analyse, Intervention und
Evaluation stehen zur Verfügung? Ergänzt durch Beispiele und Übungsaufgaben sollen hier
die speziellen Probleme bei der Übertragung in die organisationale Wirklichkeit verdeutlicht
und zur Lösungsfindung angeregt werden.
Kurseinheit 2 "Arbeitszufriedenheit und Leistung" stellt u.a. dar: unterschiedliche Zielsetzungen in der Forschung zur Arbeitszufriedenheit; Grundannahmen, Inhalte und Grenzen der vorhandenen Theorien zur Arbeitszufriedenheit; unterschiedliche Methoden zur Erhebung von Arbeitszufriedenheit, Möglichkeiten zur Beeinflussung von Arbeitszufriedenheit durch Strukturierungsmaßnahmen; Determinanten und Konsequenzen der Arbeitszufriedenheit; Wirkungen des Forschungsprozesses selbst auf das Forschungsergebnis und auf die Situation im Betrieb. Auch hier runden Fallbeispiele und Übungsaufgaben die Auseinandersetzung mit der Thematik ab.
Abgeschlossen werden beide Kurseinheiten mit einer Reflexion auf die kontroversen Standpunkte der Teildisziplin und einem Ausblick auf mögliche Weiterentwicklungen.
(Prof. Dr. Walter Bungard, Prof. Dr. Heinz Holling, Universität Mannheim; Dr. Jürgen Schultz-Gambard, Universität München)
Diese Doppelkurseinheit soll beim Leser Verständnis für die methodischen Probleme eines Anwendungsfaches wecken, welches primär Feldforschung betreibt - im Gegensatz zu eher grundlagenorientierter (Labor-)Forschung. Nach einer allgemeinen Einführung in die Methoden der Arbeits- und Organisationspsychologie wird zunächst eine konkrete Fallsituation geschildert, in der realistisch eine AO-psychologische Fragestellung beschrieben wird. Es geht dabei um die Problematik der Einführung von Gruppenarbeit in einen typischen Produktionsbetrieb. Im Anschluß daran werden konkrete Methoden der AO-Psychologie diskutiert, wobei jeweils der Bezug zu der Fallstudie hergestellt wird. Exemplarisch je nach Forschungsphase werden typische Techniken vorgestellt und bei der Beschreibung auch die konkrete Handhabung verdeutlicht. Der Kurs beschäftigt sich vorwiegend mit den Forschungsmethoden, also mit jenen Techniken, die zur Erhebung von empirischen Daten eingesetzt werden, weniger mit Interventionsmethoden. Kapitel über die Auswertung und Präsentation des Datenmaterials sowie eine ausführliche Diskussion über die Evaluationsproblematik runden den Kurs ab. Die praxisnahe, an vielen Beispielen orientierte Darstellung erleichtert den Umgang mit der Thematik. Ebenso erleichtern Vorkenntnisse über allgemeine Forschungsmethoden und Statistik den Zugang zum Lernstoff.
(Prof. Dr. Heinz Schuler, Universität Stuttgart-Hohenheim und Prof. Dr. Gerd Wiendieck, FernUniversität)
Der Kurs beschäftigt sich mit der Auswahl, Plazierung und Entwicklung von Mitarbeitern. Auf dem Hintergrund arbeitsanalytischer, eignungsdiagnostischer und testtheoretischer Überlegungen und Erkenntnisse werden zunächst die Problemfelder der Anforderungsanalyse und der Berufseignungsdiagnostik betrachtet. Hierbei werden die in der Praxis gängigen Verfahren vorgestellt und diskutiert. Die Fragen der Personalentwicklung werden im Spannungsfeld ökonomischer, technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen behandelt. Instrumente und Verfahren der Entwicklungsbedarfsanalyse wie der konkreten Entwicklungsmaßnahmen und ihrer Evaluation werden anhand konkreter Fallbeispiele dargestellt. Der Kurs verbindet theoretische, empirische und praktische Perspektiven mit dem Ziel, psychologisch fundierte Gestaltungshinweise zu entwickeln.
(Prof. Dr. Lutz von Rosenstiel, Universität München)
Der Kurs sieht Gruppe und Führung in enger Verbindung, d.h. er interpretiert Führung als Gruppenphänomen und den Führenden entsprechend als einen Rollenträger neben anderen innerhalb einer Gruppe. Von praktischen Beispielen ausgehend werden Themen wie Rollendifferenzierung, Normentwicklung sowie die Entstehung eines Wir-Gefühls innerhalb von Arbeits- und Leistungsgruppen behandelt. Weiterhin werden Fragen der relativen Leistungsüberlegenheit und der Zufriedenheit der in der Gruppe tätigen Menschen diskutiert, wobei Bezug genommen wird auf eine Reihe neuerer spezifisch betrieblicher Gruppenformen wie z.B. die teilautonomen Arbeitsgruppen, die Projektgruppen, Qualitätszirkel und die Lernstatt. Die psychologischen Führungstheorien werden dargestellt und als Grundlage von Gestaltungshinweisen genommen. Der gesamte Kurs ist einer anwendungsorientierten Perspektive verpflichtet. Er geht von sozialpsychologisch verankerten theoretischen Annahmen und empirischen Befunden aus, die selektiv unter dem Aspekt der Verbesserung von Gruppenarbeit und Führungserfolg ausgewertet werden.
(Prof.Dr. Gerd Wiendieck, FernUniversität)
Dieser Kurs beschäftigt sich mit organisationalen Entwicklungsprozessen, die eine bessere Anpassung der Organisation an sich wandelnde Umfeldverhältnisse und eine Erhöhung des organisationsinternen Integrationsstandes der Organisationssubsysteme zum Ziel haben.In der ersten Kurseinheit wird aufbauend auf einer Betrachtung der historischen Entwicklung das Thema in seinen vielschichtigen Forschungsansätzen dargestellt. Das Bedingungsgefüge organisationsgestalterischer Maßnahmen wird nachgezeichnet, wobei die Auswirkungen von Organisationsentwicklungsmaßnahmen und daraus resultierende Probleme und Widerstände einer ausführlichen Betrachtung unterzogen werden. Die zweite Kurseinheit zeigt konkrete Anwendungsbezüge auf. Techniken und Methoden der Organisationsentwicklung, die die mitunter schwierigen und langwierigen Entwicklungsprozesse in Gang bringen und unterstützen sollen, werden detailliert dargestellt. Eine Fülle praktischer Anwendungsbeispiele erleichtert das Kursverständnis.
(Dipl.-Psych. Dieter Kierst, FernUniversität)
Aufgabe des Hochschulstudiums ist in erster Linie die fundierte fachliche, wissenschaftliche Ausbildung der Studierenden. Daneben verbessert eine exemplarische Vertiefung, z.B. durch ein Praktikum, die Fähigkeit zur Anwendung der Grundlagenkenntnisse. Ein praxisorientiertes Studium erleichtert den Wissenstransfer in eine spätere berufliche Tätigkeit. Wir empfehlen deshalb den Studierenden des Magisterstudiengangs "Soziale Verhaltenswissenschaften", den Innenbereich und das Umfeld von Wirtschaft und Verwaltung durch eigene praktische Erkundung näher kennenzulernen. Praktika vermitteln nicht nur praktische Fähigkeiten, sie dienen auch der Orientierung im späteren Berufsfeld und dem Einüben von arbeits- und organisationspsychologischen Arbeitstechniken. Anhand von ausgewählten Aufgabenstellungen können die Studierenden in Form von Forschungs- oder Projektpraktika die Verbindung von der Praxis zu den wissenschaftlichen Grundlagen selbst herstellen. Darüber hinaus wird in der Zusammenarbeit mit Praktikern und anderen Studierenden das Verständnis für teamorientiertes Arbeiten und die Einsicht in komplexe organisationale Zusammenhänge deutlich.
(Prof. Dr. Jochen Prümper, TU Berlin und Prof. Dr. Michael Frese, Universität Gießen)
Das Arbeitsmittel Computer ist nicht mehr aus dem Arbeitsalltag wegzudenken und wichtigstes Hilfsmittel bei den verschiedensten Aufgaben und Tätigkeiten. Durch die Entwicklung der Netzwerktechnologie ist er immer häufiger auch als Medium an Kommunikations- und Kooperationsprozessen beteiligt. Gegenstand dieses Kurses sind die Implikationen, die sich aus diesen Mensch-Computer-Interaktionen und Mensch-Computer-Mensch-Interaktionen für die Arbeits- und Organisationspsychologie ergeben. Dabei wird von einem erweiterten Ergonomie-Begriff ausgegangen, bei dem es nicht nur um die menschengerechte Gestaltung des Arbeitsmittels selbst geht (Benutzerfreundlichkeit), sondern auch um den Einführungsprozeß und begleitende Maßnahmen (optimale Schulungsstrategien, Gestaltung von Handbüchern, differentielle Betreuung verschiedener Benutzergruppen etc.). Streß- und lernpsychologische Konzepte sowie die Beiträge der Handlungsregulationstheorie dienen hier als theoretische Grundlagen. Aus organisationspsychologischer Perspektive ist die organisationale Einbettung und Bedeutung der Einführung neuer Techniken zentral: Hier geht es um Fragen nach Partizipationsmöglichkeiten der Benutzer, den Umgang mit auftretenden Ängsten und Schwierigkeiten der Beteiligten auf den verschiedensten Ebenen. Bedeutsam ist nicht nur die Einstellung zu dem neuen Arbeitsmittel selbst, sondern auch die tiefgreifende Veränderung von Kommunikations-, Kooperations- und Machtstrukturen, wie sie sich infolge der Einführung elektronischer Kommunikation und Kooperation ergibt.
(PD Dr. Gisela Mohr, Universität Leipzig)
Das Thema Arbeitslosigkeit und Wiedereintritt in den Beruf nach einer in einigen Fällen auch selbstgewählten Abstinenz von beruflicher Tätigkeit gewinnt zunehmend an Bedeutung. Auf der einen Seite sind Unternehmen mehr und mehr einem starken Rationalisierungsdruck ausgesetzt, was mitunter zur Freisetzung von Personal und damit für die betroffenen Mitarbeiter zur Arbeitslosigkeit führt, andererseits fühlen sich nicht wenige Mitarbeiter im Zuge des gesellschaftlichen Wertewandels aufgerufen selbst den Schritt in eine "arbeitsfreie Zeit" zu wagen, um sich anderen Lebensbereichen in dieser Zeit intensiver zuwenden zu können. Die erste Kurseinheit erläutert wichtige Grundbegriffe zum Thema Arbeit und Arbeitslosigkeit. Die Funktion von Arbeit für den Menschen wird herausgearbeitet, um die negativen Auswirkungen insbesondere langanhaltender Arbeitslosigkeit besser verstehen und diskutieren zu können. Die zweite Kurseinheit beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Aspekten der Arbeitslosigkeit. Die Rationalisierungsbemühungen der Unternehmen und die damit verbundene Freisetzung von Personal werden kritisch beleuchtet. Dabei soll durchaus auch eine eher "volkswirtschaftliche Perspektive" eingenommen werden, wenn die Auswirkungen hoher Arbeitslosigkeitsraten auf das wirtschaftliche und soziale Klima in der Bundesrepublik untersucht werden.
(Prof. Dr. Peter Richter, TU Dresden und Prof. Dr. Winfried Hacker, TU Dresden)
Die Analyse psychischer Belastungen und Beanspruchungen hat in den letzten Jahren durch zunehmende Verdichtung und Flexibilisierung der Arbeitszeit und durch die Zunahme mentaler Anforderungen eine wachsende Bedeutung für die Bewertung von Arbeitsprozessen bekommen. Der Kurs geht aus von diesen Entwicklungen der Anforderungen sowie den gegenwärtig laufenden internationalen Standardisierungsbemühungen zu "Mental Load" (ISO 100075) und der "Ergonomie von Arbeitssystemen" (ISO 6385). Es werden zunächst die in der Epidemiologie, Streßforschung und Arbeitswissenschaft entwickelten Modelle zum Zusammenhang zwischen Belastung und Beanspruchung mit gesundheitlichen Kurz- und Langzeitfolgen dargestellt. Dabei wird insbesondere der unscharfe Streß-Begriff auf eine transaktionale Fassung (Lazarus) eingeengt. Der Beanspruchungsprozeß wird im Rahmen der Handlungsregulationstheorie als aktive Auseinandersetzung mit Arbeitsanforderungen und deren Bedingungen behandelt. Anhand von Leitmerkmalen wird eine Differentialdiagnostik der negativen Beanspruchungsfolgen psychische Ermüdung, Monotonie, psychische Sättigung und Streß entwickelt. In einzelnen Kapiteln wird die Symptomatologie dieser Beanspruchungsfolgen und Maßnahmen der Arbeitsgestaltung zur Reduzierung dieser Folgen dargestellt. Burnout wird als spezifischer Zustand überfordernder und gestaltungsbedürftiger Sozialarbeit behandelt. In einem umfangreichen Teil werden Meßmethoden zur Bestimmung psychischer Ermüdung und der anderen Beanspruchungsfolgen dargestellt. Die Ansätze zur Verhaltens-, Erlebensdiagnostik und zur Bestimmung physiologischer Aktivierung werden unter dem Gesichtspunkt ihrer Erfaßbarkeit unter realen Feldbedingungen behandelt. Abschließend werden neue Ansätze zur Diagnostik klinischer Formen von Erschöpfungszuständen sowie zur Analyse der Gesamtbelastung aus Erwerbs- und Eigenarbeit vorgestellt.
(Prof. Dr. Winfried Hacker, Technische Universität Dresden)
Ziel der Kurseinheiten ist, die Studierenden in das Kernstück arbeits- und organisationspsychologischer Methodik, die Arbeitsanalyse und Arbeitsbewertung als Voraussetzung zielgerechter korrigierender und projektierender Arbeitsgestaltung, bei zukunftsträchtigen Erwerbstätigkeiten einzuführen. Der Kurs soll dem Tatbestand Rechnung tragen, daß durch Rationalisierung, Automatisierung und die Zunahme des Dienstleistungssektors die informationsverarbeitenden Aspekte von Arbeit gegenüber den physischen dominieren und damit die psychologische Arbeitsanalyse die zentrale Bedeutung in der Arbeitsanalyse erhielt. Desweiteren wird die Entwicklung der ABO-Psychologie zu einer zunehmend auch gestaltenden Disziplin Rechnung getragen, indem die Arbeitsanalyse gestaltungs(veränderung) orientiert und in ihrer Verzahnung mit der psychologischen Arbeitsbewertung. Diese ist dabei zugleich verstanden als Bewertung vorgängiger gezielter oder beiläufiger arbeitsgestalterischer Lösungen, d.h. im Sinne einer Evaluationsmethodik von (potentiell psychologischen) Interventionen. Damit wird ihre Nutzbarkeit gemäß den Forderungen neuerer EU-Richtlinien (z.B. Maschinen-Richtlinie, Produkthaftung) und ISO-Standards (z.B. ISO 9001-4) mit ihren Konsequenzen (z.B. TQM) erleichtert.Schließlich soll die gestaltungsorientierte psychologische Arbeitsanalyse und -bewertung in ihrer Beziehung zur technisch-organisatorischen Arbeitsvorbereitung und Arbeits-/Hilfsmittelgestaltung dargestellt werden, um die vorausschauende, "projektierende" Analyse und Bewertung im Sinne eines generellen arbeitswissenschaftlichen "early rapid prototyping" als einer künftigen Hauptanforderung an interdisziplinär arbeitende Psychologen zu ermöglichen. Der methodischen Einordnung der Analyseprozedur und der Begründung normativer Bewertungsvorschläge soll durch das anknüpfende Skizzieren der psychischen Regulation von Arbeitstätigkeiten Rechnung getragen werden. Dabei wird auch die Brücke zu anwendungsrelevanten und tätigkeitsbezogenen Erkenntnisbeständen der Allgemeinen Psychologie geschlagen.
(Dr. Erika Regnet, Bonn)
Diese Kurseinheiten beziehen sich im ersten Teil auf grundsätzliche Ausführungen und Erläuterungen zum Thema Konflikt: mögliche Erscheinungsformen, ihre Entstehung und ihre Ursachen, Konfliktdynamik. Im zweiten Teil stehen Möglichkeiten eines effizienten Konfliktmanagements in Organisationen im Vordergrund. Organisationsmitglieder sind um so stärker mit Konflikten und deren Schlichtung konfrontiert, je höher ihr Rang und damit das Ausmaß an Selbständigkeit ist, mit dem Probleme gelöst werden können bzw. müssen. Effizientes Problem- und Konfliktlösungsverhalten ist deshalb eine immer wichtigere Herausforderung gerade für Manager aller Ebenen. Ziel müßte es sein, die Konfliktdynamik positiv zu nutzen und konstruktiv zu gestalten, ohne daß die negativen Konsequenzen (z.B. Gewinner-Verlierer-Situationen, Frustrationen, Reibungs- und Zeitverluste) gleichzeitig auftreten.
Prof. Dr. Bernhard Zimolong, Universität Bochum und Dipl.-Psych. Iris Franke, FernUniversität)
Arbeitssicherheit und Umweltschutz ist kein originär arbeits- und
organisationspsychologisches Thema, sondern vor allem durch die zunehmende
Relevanz des Umweltschutzes ein gesellschaftliches Problem, das von den
verschiedenen Disziplinen betrachtet wird und nur durch interdisziplinären
Austausch erfolgreich bearbeitet werden kann. Während die Psychologie der
Arbeitssicherheit auf eine längere historische Entwicklung zurückblicken kann
und auch in den Organisationen zu einem festen Bestandteil geworden ist, ist
die Diskussion um die Konsequenzen von Unfällen und Störfällen für die Umwelt
erst in den letzten Jahren aktuell geworden. Die Psychologie des Umweltschutzes
im Betrieb beschäftigt sich dabei nicht nur mit den umweltschädlichen Störfällen,
sondern sucht vor allem Mittel und Wege zur Steigerung von Umweltbewußtsein und
umweltgerechtem Verhalten der Organisation und aller seiner Mitarbeiter. Auch wenn
die Zielsetzung des Umweltschutzes im Betrieb über die Vermeidung von Unfällen
hinausgeht, haben Arbeitssicherheit und Umweltschutz gemeinsame Wurzeln, so daß
gerade aus psychologischer Perspektive eine gemeinsame Betrachtung angemessen
erscheint. Während die erste Kurseinheit einen eher theoretischen Überblick
über die wissenschaftliche Diskussion und Auseinandersetzung mit den Themen
Arbeitssicherheit und Umweltschutz gibt, werden in der zweiten Kurseinheit
konkrete Maßnahmen und Methoden zur Förderung des sicheren und umweltgerechten
Verhaltens vorgestellt und diskutiert. Abschließend geht es in der dritten
Kurseinheit um die Einbettung von Arbeitssicherheit und Umweltschutz in den
organisationalen Kontext. Nicht nur die Ökonomie/Ökologie-Debatte, sondern
auch Überlegungen zur höheren Mitverantwortlichkeit im Unternehmen wie auch
in der Gesellschaft geben Anlaß zu Diskussion und Reflexion. Abgerundet wird
der Kurs durch Fallbeispiele und Übungen.
Zu diesem Kurs gibt es auch einen Reader den Sie über die Kursnummer 4769 bestellen können.
FernUniversität in Hagen - Fakultät KSW - Institut für Psychologie