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Kriterien für die Benotung von schriftlichen MA-Zwischen- und Abschlussprüfungen in den Lehrgebieten des Instituts für Psychologie

Die Bewertung studentischer Arbeiten ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Hier wird nicht nur eine lernrelevante Rückmeldung gegeben, sondern eine mitunter gravierende Entscheidung getroffen, die nachhaltige Auswirkungen auf den weiteren Bildungs-, Berufs- und Lebensweg der Studierenden haben kann. Bewertungen müssen daher begründet und nachvollziehbar sein. Dies setzt die Transparenz der Bewertungskriterien und –standards voraus. Der nachfolgende Katalog gibt in den Lehrgebieten der Psychologie eine Orientierung für Prüfer/innen und Geprüfte.

Die Themenstellung bei Klausuren beinhaltet i.d.R. die Darstellung und Diskussion eines Problembereichs aus entsprechenden Kursen der einzelnen Lehrgebiete. Immer ist die eigene kritische Stellungnahme erfordert oder erwünscht. Bei fast allen Themen ist gute Kenntnis der einschlägigen Literatur erforderlich. Die Auswahl der weiteren Literatur ist von den Studierenden selbst zu treffen. Manchmal enthalten die Themenstellungen die Aufforderung zur Übertragung wissenschaftlicher Theorien und empirischer Befunde auf einen Praxisfall oder ein gesellschaftliches Problem.

Generelle Anforderungen sind:

  • genaue Beachtung der Themenstellung
  • kontextuelle Einbettung der Arbeit (z.B. Historie)
  • fundierte Kenntnisse der Fachliteratur
  • kritisch vergleichender Umgang mit Theorien
  • Kenntnis des aktuellen Forschungsstandes
  • kritische Betrachtung der Forschungsmethodik
  • Anwendungsbezüge (Grenzen und Möglichkeiten)
  • eigene Stellungnahmen und Positionsbestimmung

sehr gut: Sehr gut sind Klausuren, die möglichst viele der genannten Anforderungen optimal erfüllen. Einzelne Schwächen können durch andere Stärken ausgeglichen werden. Unerlässlich sind jedoch die genaue Beachtung der Themenstellung und die Bearbeitung aller Teile des Themas.

gut: Gut sind Klausuren, die eine genaue Bearbeitung aller Teile des Themas, solides Wissen durch Kurs- und Fachliteratur sowie ein kritisches Theorie- und Methodenverständnis erkennen lassen.
Eine sehr gute Klausur unterscheidet sich von einer mit gut bewerteten Klausur dadurch, dass sie besonders detaillierte Kenntnisse relevanter Theorien und weiterführender Fachliteratur aufweist und diese Kenntnisse sinnvoll verarbeitet und gründlich reflektiert werden.
Klausuren, die z.B. keine Nutzung der Pflichtliteratur erkennen lassen, wenn die Themenstellung dies erfordert, können nicht mit gut bewertet werden.

befriedigend: Befriedigend sind Klausuren, die erkennen lassen, dass der/die Verfasser/in die Problemstellung erfasst hat und mit dem erworbenen Wissen die Bearbeitung des Themas angeht. Typisch für eine befriedigende Klausur ist die gute Kenntnis des Kurses/ der Kurse, eine noch erkennbare wissenschaftliche Argumentation, aber eine nur einführende Behandlung des Themas, unzureichender Transfer und eine eingeschränkte kritische Reflexion.

ausreichend: Ausreichend sind Klausuren, die z.B. das Thema nur einführend oder unvollständig behandeln. Grundkenntnisse des Kurses/ der Kurse sind zwar vorhanden, die Darstellung ist jedoch lückenhaft oder weist viele Fehler auf. Eine wissenschaftliche Argumentation fehlt weitgehend. Erkennbar sind jedoch ein Verständnis der Thematik, der (richtige) Gebrauch von Fachausdrücken sowie die Fähigkeit, das theoretische Wissen ansatzweise auf Anwendungsbeispiele zu übertragen.

nicht ausreichend: Nicht ausreichend sind Klausuren, die kaum eines der anfangs aufgeführten Kriterien erfüllen. Typisch für solche Arbeiten sind z.B.:

  • das Verfehlen oder die Nichtbeachtung der Themenstellung
  • eine weitgehend unvollständige oder falsche Darstellung wesentlicher Theorien und wichtiger Forschungsergebnisse
  • falscher, bzw. fehlender Gebrauch von Fachausdrücken
  • eine überwiegend alltagspsychologische Argumentation
  • die (fast) wörtliche Reproduktion weiter Passagen aus dem Kurs / den Kursen
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