Rechtswissenschaftliche Fakultät

Erste Juristische Prüfung (EJP)

Ich studiere im Bachelor of Laws an der FernUniversität. Wie kann ich in den Studiengang EJP wechseln?

Ein Studiengangswechsel im klassischen Sinn ist nicht notwendig. Der Bachelor of Laws und das Studium EJP sind miteinander verzahnt. Voraussetzung für die Einschreibung in den Studium EJP ist vielmehr die parallele Immatrikulation in den Studiengang Bachelor of Laws an der FernUniversität in Hagen (siehe Curriculum bei paralleler Einschreibung). Sie absolvieren in diesem Falle zunächst die regulären Module des Bachelor of Laws. Statt der regulären Wahlmodule des LL.B. belegen Sie dann allerdings die Ergänzungsmodule des Studiengangs EJP. Die Seminar- und die Bachelorarbeit sind einerseits die Bachelorabschlussprüfung, gleichzeitig aber sind diese bereits Teil der Schwerpunktbereichsprüfung im Studium EJP.

Wieso heißt es „Erste Juristische Prüfung“ und nicht „Erstes Juristisches Staatsexamen“?

Seit 2003 unterteilt das Juristenausbildungsgesetz NRW (JAG NRW) die „erste Prüfung“ in eine staatliche Pflichtfachprüfung (70 %) und eine universitäre Prüfung (30 %). Der Begriff des Staatsexamens wird vom JAG NRW in diesem Zusammenhang nicht mehr verwendet.

Warum sieht die Prüfungsordnung noch das Modul 31001 Einführung in die Wirtschaftswissenschaft vor?

Aufgrund der Tatsache, dass die Prüfungsordnung bereits im Jahr 2014 beschlossen wurde, sind noch Leistungen des alten Curriculums des Studiengangs Bachelor of Laws in der Prüfungsordnung zum Studium Erste Juristische Prüfung aufgeführt. Wir werden die Prüfungsordnung EJP aber schnellstmöglich an das aktuelle Curriculum des LL.B. anpassen.

Kann ich im Rahmen des Hagener EJP-Studiengangs den universitären Teil der ersten Prüfung vollständig ablegen?

Ja. Dies erfolgt im Rahmen des Schwerpunktbereichsstudiums.

Ich habe bereits den Bachelor of Laws an der FernUniversität absolviert, welche Auswirkungen hat dies auf den Schwerpunktbereich?

Die Seminar- und die Bachelorarbeit sind Bestandteil der Schwerpunktbereichsprüfung. Die entsprechenden Leistungen werden nach der Einschreibung inkl. Note übernommen. Dies bedeutet auch, dass Ihnen automatisch ein Schwerpunkt zugewiesen wird. Sie müssen dann noch die übrigen Leistungen des Schwerpunktbereichs erbringen.

Kann ich mit dem Hagener EJP-Studiengang den staatlichen Teil der ersten Prüfung in Nordrhein-Westfalen ablegen?

Ja. Der Studiengang umfasst sämtliche universitäre Voraussetzungen, um für die staatliche Pflichtfachprüfung in Nordrhein-Westfalen zugelassen zu werden, vgl. § 7 Juristenausbildungsgesetz NRW (JAG NRW).

Woraus setzt sich die staatliche Pflichtfachprüfung zusammen?

Die staatliche Pflichtfachprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil; der schriftliche Teil geht dem mündlichen voraus (vgl. § 10 JAG). Der schriftliche Teil besteht aus sechs Aufsichtsarbeiten. Drei Aufsichtsarbeiten sind dem Bürgerlichen Recht (§ 11 Abs. 2 Nrn. 1 bis 6 JAG NW), zwei Aufsichtsarbeiten sind dem Öffentlichen Recht (§ 11 Abs. 2 Nrn. 9 bis 14) und eine Aufsichtsarbeit ist dem Strafrecht (§ 11 Abs. 2 Nrn. 7 und 8 JAG NW), jeweils unter Einschluss der dazugehörenden Verfahrensrechte, zu entnehmen. Der mündliche Teil besteht aus einem Vortrag und einem Prüfungsgespräch. Der Vortrag geht dem Prüfungsgespräch voraus.

Wo wird die staatliche Pflichtfachprüfung zur Ersten Juristischen Prüfung abgelegt?

In Nordrhein-Westfalen sind die Justizprüfungsämter an den Oberlandesgerichten Düsseldorf, Hamm und Köln für die staatliche Pflichtfachprüfung zuständig. Das heißt, die Universitäten selbst führen diese Prüfung nicht durch.

Ich lebe nicht in Nordrhein-Westfalen, kann ich die staatliche Pflichtfachprüfung auch in meinem Bundesland ablegen?

Über Zulassungsfragen zur staatlichen Pflichtfachprüfung entscheiden ausschließlich die hierfür zuständigen Justizprüfungsämter. Hierbei gilt es insbesondere zu beachten, dass jedes Bundesland eigene rechtliche Regelungen zugrunde legt.

Wieso sieht der Studiengang eine praktische Studienzeit von drei Monaten vor?

Weil es sich bei der praktischen Studienzeit um eine Zulassungsvoraussetzung für die staatliche Pflichtfachprüfung handelt, § 7 Abs. 1 Nr. 4 des Juristenausbildungsgesetzes NRW (JAG NRW). Beachten Sie bitte hierzu die Merkblätter der Justizprüfungsämter Düsseldorf, Hamm und Köln.

Wann liegt die vorlesungsfreie / bearbeitungsfreie Zeit für Studierende im Studium EJP?

Studierende im Studiengang Erste Juristische Prüfung (EJP) müssen die Praktische Studienzeit während der vorlesungsfreien Zeit erbringen (§ 8 Abs. 2 JAG NRW). Da es an der FernUniversität Hagen keine Vorlesungen im klassischen Sinn gibt, sind stattdessen die bearbeitungsfreien Zeiten zu beachten. Für den Studiengang EJP liegen diese wie folgt:

  • Wintersemester 2017/18: Bearbeitungsfreie Zeit: 8. Januar bis 31. März 2018
  • Sommersemester 2018: Bearbeitungsfreie Zeit: 25. Juni bis 30. September 2018

Bitte beachten Sie, dass sämtliche Fragen, die die praktische Studienzeit betreffen, verbindlich nur von den zuständigen Justizprüfungsämtern beantwortet werden.

Was ist der Freiversuch?

Der Freiversuch kommt den Prüflingen zugute, die sich spätestens bis zum Abschluss des achten Fachsemesters eines ununterbrochenen Studiums zur Prüfung melden. Entscheidend ist der Eingang der Meldung bei dem zuständigen Justizprüfungsamt. Wird der Freiversuch nicht bestanden, gilt die Prüfung als nicht unternommen (§ 25 Abs. 1 JAG NRW).

Wer den Freiversuch bestanden hat, kann die Prüfung zur Verbesserung der Gesamtnote einmal wiederholen (§ 26 Abs. 1 JAG NRW). Der Antrag auf Zulassung zur Verbesserungsprüfung ist innerhalb eines Jahres nach Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses des Freiversuchs zu stellen. Ist das Ergebnis des Verbesserungsversuchs schlechter als das des Freiversuchs, so bleibt es bei dem Ergebnis des Freiversuchs.

Bei der Berechnung der Semesterzahl bleiben in den in § 25 Abs. 2 Satz 1 JAG NRW abschließend aufgeführten Fällen Fachsemester unberücksichtigt. Es können höchstens vier Semester unberücksichtigt bleiben (§ 25 Abs. 5 JAG NRW).

Aufgrund der Verzahnung von Bachelor of Laws und dem Studienangebot EJP an der FernUniversität wird die Wahrnehmung des Freiversuchs häufig nicht möglich sein, allerdings verfügen Studierende der FernUniversität nach Abschluss des Studiengangs über einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss.

Was bedeutet Abschichtung?

Wer sich nach dem fünften Fachsemester bis spätestens zum Abschluss des siebten Fachsemesters eines ununterbrochenen Studiums zur staatlichen Pflichtfachprüfung meldet, kann auf Antrag die Aufsichtsarbeiten in zwei oder drei zeitlich getrennten Abschnitten anfertigen (Abschichtung). Aufgrund der Verzahnung des Bachelor of Laws und des Studiengangs EJP ist das Einhalten dieser Fristen für Studierenden der FernUniversität nur in seltenen Fällen möglich.

Welche Leistungen kann ich mir im Studiengang EJP anerkennen lassen? Was geschieht mit Leistungen, die auch Bestandteil des Bachelor of Laws sind?

Sofern Sie bereits den Bachelor of Laws an der FernUniversität erbracht haben, werden diejenigen Module, die auch Bestandteil des Hagener Bachelor of Laws sind, inklusive Note übernommen.

Für andere Leistungen gilt: Studien- und Prüfungsleistungen können anerkannt werden, wenn sie vom Inhalt, Umfang, Niveau, Art und Anzahl der Prüfungsleistungen im Wesentlichen gleichwertig sind. Modulprüfungen, die in die Schwerpunktbereichsnote einfließen (Bachelorseminar, Bachelorarbeit sowie Klausur und Hausarbeit aus dem Schwerpunktbereichsmodul), sind von der Anerkennung ausgeschlossen. Die Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen, die an anderen Hochschulen erbracht worden sind, erfolgt ohne Note.

Weitere Informationen finden Sie im entsprechenden FAQ-Abschnitt. Den Antrag auf Anerkennung finden Sie unter hier.

Ich habe die Erste Juristische Prüfung oder eine vergleichbare Prüfung endgültig nicht bestanden, kann ich mich in den Studiengang EJP einschreiben?

Nein, in diesem Falle ist eine Einschreibung nicht möglich.

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