Rechtswissenschaftliche Fakultät

Forschungsprojekte


Handbuch Rhetorik

Das „Historische Wörterbuch der Rhetorik“, laut Gert Ueding „ein Kompendium unseres gesamten aktuellen Wissens über die Rhetorik“, bekommt einen Nachfolger: Elf fachspezifische Handbücher, darunter auch ein Band zur Juristischen Rhetorik, der am Hagener Lehrstuhl von Professorin Katharina Gräfin von Schlieffen herausgegeben wird. Flankiert von den übrigen Bänden Bildrhetorik, Gesprächsrhetorik, Literarische Rhetorik, Medienrhetorik, Politische Rhetorik, Rhetorik der Predigt, Rhetorik und Pädagogik/Didaktik, Rhetorische Philosophie, Werberhetorik und Wissenschaftsrhetorik wird das neue Handbuch Juristische Rhetorik den aktuellen Sach- und Diskussionsstand der rechtsrhetorischen community abbilden und beispielsweise Beiträge zur Entwicklung der Rhetorik in der Rechtsgeschichte, zur Gesetzes- und Richterhetorik sowie zur Wirkung populärer Rechtskonzepte beinhalten. Die Reihe steht unter der Gesamtherausgeberschaft von Gert Ueding und Gregor Kalivoda und wird von De Gruyter verlegt. Der Band „Juristische Rhetorik“ wird 2015 erscheinen.

Round Table Juristische Rhetorik

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Der am 27. September 2013 veranstaltete Round Table „Juristische Rhetorik“ führte die erfolgreiche Tagung „Das Enthymem – Zur fragmentarischen Ordnung der Dinge“ aus dem Jahr 2011 fort. Namhafte Rechtstheoretiker, Rhetoriker und Philosophen folgten der Einladung nach Hagen, um die zuvor ausgeloteten Forschungsfragen in einem zweiten Schritt zu bündeln und Strukturen für ein Kompendium der Juristischen Rhetorik zu schaffen. Die Teilnehmer waren schnell einig, dass ein solches Werk – neben dem Enthymem als Strukturelement von Entscheidungsbegründungen – allen Facetten der juristischen Redekunst Aufmerksamkeit zollen sollte, also etwa auch der Richter- und Gesetzesrhetorik, der autoritativen Wirkung der Methodenlehre und dem Gebrauch rhetorischer Figuren in Rechtstexten und Plädoyers. Die Ergebnisse werden als Teil der zwölfbändigen Handbuchreihe zur Rhetorik unter der Gesamtherausgeberschaft von Gerd Ueding und Gregor Kalivoda im Jahr 2015 als Band „Juristische Rhetorik“ in der Herausgeberschaft von Katharina Gräfin von Schlieffen veröffentlicht.


Das Enthymem. Zur fragmentarischen Ordnung der Jurisprudenz

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Was Juristen für einen logischen Schluss – einen sog. Justizsyllogismus – halten, könnte tatsächlich ein Enthymem sein. Diese Hypothese war Leitmotiv der Tagung „Das Enthymem – Zur fragmentarischen Ordnung der Dinge“, die vom 29. bis zum 30. April 2011 in Hagen unter der Leitung von Professorin Katharina Gräfin von Schlieffen und Professor Rolf Gröschner (Jena) stattfand. Unter regem Zuspruch von Rechtstheoretikern, Philosophen und Rhetorikern wurde diskutiert, ob nicht die rhetorische Argumentationsstruktur des Enthymems juristische Begründungsmuster besser abbilden könnte als der in den tradierten Methodenschulen gelehrte logische Schluss. So ist die enthymematische Begründung, die ihre Überzeugungskraft aus unausgesprochenen, im Hintergrund wirkenden Prämissen schöpft, in den Entscheidungsgründen deutscher Gerichte häufiger nachzuweisen als ein vollständiger Syllogismus. Die anregende Diskussion lässt sich – auch mit Blick auf die Folgen für die Methodenlehre – in dem Tagungsband „Das Enthymem – Zur Rhetorik juridischen Begründens“ nachlesen, der 2011 bei Duncker & Humblot (Berlin) erschienen ist.

Nähere Informationen finden Sie unter: http://www.fernuni-hagen.de/ls_schlieffen/rhetorik/tagung.shtml


Verfassung, Parteien, Unionsgrundordnung - Gedenksymposium für Dimitris Th. Tsatsos

Am 24. April 2010 verstarb Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Dimitris Tsatsos. Er gehörte zu den Professoren der ersten Stunde an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der FernUniversität und engagierte sich auch viele Jahre als Politiker. Von 1980 bis 1998 gehörte er als ordentlicher Professor für Deutsches und Ausländisches Staatsrecht und Staatslehre der FernUniversität in Hagen an. Einen Namen machte der Wissenschaftler sich auch als mutiger Demokrat. Die griechische Junta inhaftierte ihn von März bis September 1973, zahlreiche deutsche Politiker setzten sich für seine Freilassung ein. Der renommierte Wissenschaftler und Politiker, der von 1994 bis 2004 auch Mitglied des Europäischen Parlamentes in der Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Europas war, blieb seiner früheren Wirkungsstätte – der FernUniversität – stets verbunden. So gehörte er zum Vorstand des Instituts für Europäische Verfassungswissenschaften der FernUniversität (IEV) und war seit 2008 Ehrendirektor des IEV. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Dimitris Tsatsos hielt in Hagen regelmäßig Vorträge und nahm an wissenschaftlichen Tagungen teil, weiterhin war er Vorsitzender des Kuratoriums des Contarini-Instituts für Mediation. Zum Gedenken an Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Dimitris Tsatsos veranstaltete die Rechtswissenschaftliche Fakultät gemeinsam mit dem Institut für Europäische Verfassungswissenschaften, dem Centre for European Constitutional Law, Athen, und dem Institut für Deutsches und Europäisches Parteienrecht und Parteienforschung, Düsseldorf, am 6. und 7. Mai 2011 ein Symposium unter dem Titel „Verfassung – Parteien – Unionsgründung“. Neben dem Gedenken an einen großen Europäer und Wissenschaftler widmete sich das Symposium denjenigen Themenfeldern, die auch im wissenschaftlichen und politischen Wirken von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Dimitris Tsatsos im Mittelpunkt standen. Hierzu zählen etwa das Parteienrecht und die Parteienforschung, die Interpretation von Verfassung und Unionsgründung und die Zukunft der Unionsgründung.

Unter der folgenden Adresse finden Sie das vollständige Programm des Gedenksymposiums:
http://www.fernuni-hagen.de/imperia/md/content/rewi/iev/programm.pdf

FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Rechtswissenschaftliche Fakultät, 58084 Hagen, Tel.: +49 2331 987-2415, E-Mail: rewi@fernuni-hagen.de