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Controlling

Im Vordergrund der Forschung zum Controlling stand in den letzten Jahren die Auseinandersetzung mit den Konzeptionen sowie den theoretischen Grundlagen des Controllings. Zur Dokumentation der Vielfalt der konzeptionellen und theoretischen Forschung im Controlling verweisen wir auf unseren Herausgeberband Controlling: Theorien und Konzeptionen.

Zunächst entwickelten Gotthard Pietsch und ich die konzeptionellen Grundlagen des reflexionsorientierten Controllings. Es ging dabei um die Präzisierung der Aufgaben des Controllings sowie seiner Abgrenzung gegenüber anderen Managementfunktionen. Reflexionsorientiertes Controlling wird in diesem Zusammenhang als Management- und Managementunterstützungsfunktion konzeptualisiert. Letzteres bildete die Grundlage für eine Auseinandersetzung mit der Institutionalisierung sowie der Abgrenzung der Instrumente aus reflexionsorientierter Sicht.

Zudem richteten sich die Forschungsbemühungen auf die Analyse des Controllings als organisationale Praxis. In diesem Zusammenhang wurden von Gotthard Pietsch und mir die Strukturationstheorie, der soziologische Neoinstitutionalismus, die mikropolitische Perspektive sowie der Ansatz der organisationalen Anarchie auf Phänomene der Controllingpraxis angewendet. Nicht zuletzt ging es dabei um eine Auseinandersetzung mit den legitimatorischen Wirkungen von Controllinginstitutionen. Gegenstand dieser Analysen waren beispielweise Verfahren des wertorientierten Personalcontrollings sowie das Controlling in der öffentlichen Verwaltung. Weitere Analysen beschäftigten sich mit den Wirkungen des Einsatzes von Controllinginstrumenten in interkulturellen Kontexten.

Häufig wird das Internet als eine Basistechnologie angesehen, die paradigmatische Veränderungen der ökonomischen Strukturen bewirkt. Bei der Beurteilung des Erfolgs von Internetgeschäftsmodellen kommt der Analyse des Nutzerverhaltens eine zentrale Bedeutung zu. Logfiles und andere Datenquellen ermöglichen eine recht genaue Erfassung der Aktivitäten auf Internetseiten. Bisher erfolgt jedoch keine umfassende Auseinandersetzung mit der Relevanz dieser Daten für das betriebswirtschaftliche Controlling. Vor diesem Hintergrund untersuchte Gotthard Pietsch die konzeptionellen Grundlagen des Web-Controllings, wobei sowohl das strategische als auch das operative Web-Controlling Berücksichtigung fanden. Auf dieser Basis wurden Möglichkeiten der Verknüpfung von Web-Metriken mit betriebswirtschaftlichen Methoden und Informationen erforscht.

Publikationen zu diesem Forschungsschwerpunkt

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Laufendes Projekt:

Ein aktueller Forschungsschwerpunkt befasst sich mit der Frage, wie organisatorische Entscheidungen perspektiven- und abweichungsorientiert reflektiert werden können. Dabei soll das reflexionsorientierte Controlling in funktionaler und instrumenteller Hinsicht weiterentwickelt werden, sodass eine Bereitstellung von Informationen zur Messung der organisatorischen Effizienz und Effektivität und eine darauf aufbauende Reflexion ermöglicht werden. Eine besondere Berücksichtigung sollen diesbezüglich internationale Unternehmen finden. Aufgrund der geographischen und kulturellen Distanz sind Entscheidungen im Rahmen der Organisationsgestaltung unter hoher Unsicherheit zu treffen, die deshalb einen erhöhten Reflexionsbedarf auslösen. Als theoretische Grundlage dienen die neue Institutionenökonomik, der situative Ansatz und verhaltenswissenschaftliche Organisationstheorien.

Ansprechpartner: Florian Lindner

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt befasst sich mit dem Controlling in Universitäten. Zur Steuerung der Universität muss die Universitätsleitung, welche durch die neue Leitungs- und Entscheidungsstruktur unternehmerische Handlungsspielräume erhalten hat, nun verschiedene Managementaufgaben wahrnehmen. Die in diesem Rahmen getroffenen Entscheidungen sowie die Steuerungshandlungen zu deren Umsetzung erfolgen unter Unsicherheit und müssen im Rahmen eines Controllings auf ihre Effektivität und Effizienz hin reflektiert werden. Da das Hochschulcontrolling in seiner jetzigen Perspektive zu eng ausgelegt ist, soll es durch ein umfassenderes Controlling ersetzt werden. Es sollen konzeptionelle Überlegungen des reflexionsorientierten Controllings auf Universitäten übertragen werden. Dabei gilt es in funktionaler Sicht die verschiedenen Aufgaben des Controllings in Universitäten zu ergründen, in instrumenteller Sicht notwendige Kriterien und Instrumente sowohl zur Entdeckung von Abweichungen im Strategie- und Steuerungsprozess als auch zu deren Ursachenanalyse zu identifizieren und darüber hinaus in institutioneller Sicht der Frage nachzugehen, wie ein reflexionsorientiertes Controlling in Universitäten organisiert sein muss, um die Reflexion von Entscheidungen und Steuerungshandlungen zu ermöglichen.

Ansprechpartner: Marcel de Schrevel

Lehrstuhl Scherm | 02.11.2011
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, 58084 Hagen, Tel.: +49 2331 987-2692, E-Mail: lehrstuhl.scherm@Fernuni-Hagen.de