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Organisation

Im Bereich der Organisation haben sich unterschiedliche Forschungsschwerpunkte etabliert. Im Vordergrund steht die Auseinandersetzung mit der Gestaltung und dem Wandel von Organisationen. Sie erfolgt aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven und wird ausführlich in unserem Buch Organisation: Theorie, Gestaltung, Wandel behandelt.

Zunächst setzten wir uns mit den Besonderheiten der Organisation von Krankenhäusern auseinander. Auf der Grundlage einer qualitativ empirischen Untersuchung entwickelte Robert Körfer ein Modell für die Krankenhausorganisation, das durch die Bildung berufsgruppenübergreifender Organisationseinheiten Möglichkeiten einer Profit-Center-Steuerung eröffnet.

Gemeinsam mit Stefan Süß erfolgte eine differenzierte Analyse des Konzepts der virtuellen Organisation und der damit einhergehenden organisationsstrukturellen Voraussetzungen sowie der besonderen Herausforderungen für die Mitarbeiter. Nicht zuletzt wurden die Anforderungen hinsichtlich der sozialen und fachlichen Qualifikation sowie der intrinsischen Motivation der Mitarbeiter als besonders relevant für die Virtualisierung von Organisationsstrukturen herausgearbeitet.

Die interdisziplinäre Analyse des Opportunismus in Organisationen bildete einen weiteren Forschungsschwerpunkt. Opportunismus stellt eine zentrale Kategorie der Analyse und Interpretation menschlichen Verhaltens in modernen Organisationen und auf Märkten dar. Insbesondere die ökonomische Forschung richtet sich auf die Begrenzung der dysfunktionalen Konsequenzen des Opportunismus und setzt dabei auf die verhaltensregulierende Wirkung von Institutionen. Als Ergänzung dieser ökonomischen Perspektive entwickelte Gotthard Pietsch in seiner Habilitationsschrift Grundlagen einer konstruktivistisch geprägten Analyse des Opportunismus in Organisationen, die der Teilnehmerperspektive der handelnden Akteure ein größeres Gewicht verleiht. Dabei wurde der Zusammenhang des Opportunismus mit Prozessen der Sinnzuschreibung in Organisationen (organizational sensemaking) erstmals qualitativ empirisch untersucht.

Darüber hinaus griffen Gotthard Pietsch und ich auf unterschiedliche organisationstheoretische Perspektiven zurück, um Entwicklungen im Personalcontrolling zu untersuchen. So wurde das Zusammenspiel von organisationalen oder gesellschaftlichen Mythen mit mikropolitischen Interessen bei der Erfolgsmessung bzw. der Etablierung wertorientierter Methoden im Personalcontrolling untersucht. Zudem erfolgte unter Bezugnahme auf den Ansatz der organisationalen Anarchie eine Analyse von Prozessen der Verantwortlichkeitserosion im Kontext des Einsatzes der Humankapitalbewertung.

Obwohl sich die Verringerung des vertikalen Integrationsgrades der Unternehmen in vielen Fällen als problematisch erweist und die Mehrheit der Outsourcingprojekte hinter den Erwartungen zurückbleibt bzw. sogar scheitert, verfolgen viele Unternehmen Outsourcingstrategien. Vor dem Hintergrund dieser paradoxen Entwicklung setzte sich Markus Kleiner mit der strategischen Outsourcingentscheidung, ihrem Zustandekommen und den auf sie wirkenden Einflussfaktoren auseinander.

Publikationen zu diesem Forschungsschwerpunkt

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Laufende Projekte:

Die Steuerung von Organisationen aus systemtheoretischer Perspektive bildet einen weiteren aktuellen Forschungsschwerpunkt. Systemtheoretisch betrachtet steuern sich Organisationen zwar ausschließlich selbst, jedoch kann ein Management auf den Kontext organisationaler Selbststeuerung Einfluss nehmen und auf diesem Wege versuchen, die Evolution einer Organisation zielorientiert zu „dirigieren“. Um (wenn auch nur begrenzt rationale) Entscheidungen über kontextuelles Steuern treffen zu können, ist es erforderlich, eine Vorstellung über das Funktionieren einer fokussierten Organisation zu besitzen. Als soziale Systeme stellen sich Organisationen für einen Beobachter (Management) jedoch als äußerst intransparent dar und es müssen daher Wege gefunden werden, diese Intransparenz durch eine Konstruktion von Bildern der jeweiligen Organisation zu reduzieren. Die Reduzierung von Intransparenz organisierter Sozialsysteme stellt ein bislang wenig beachtetes Problemfeld in der systemtheoretischen Organisationsforschung dar. Die Arbeit versucht, diese Lücke partiell zu schließen. Dazu sollen zunächst auf theoretischem Wege Optionen der Konstruktion von Bildern organisierter Sozialsysteme herausgearbeitet werden. Daraufhin soll empirisch überprüft werden, inwieweit es für diese Optionen Korrelate in der Praxis der Steuerung von Organisationen gibt.

Ansprechpartner: Hans-Jürgen Gralke

Ein weiterer aktueller Forschungsschwerpunkt befasst sich mit der Frage, inwiefern die Kreativität von Organisationsmitgliedern durch die Atmosphäre beeinflusst wird. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht das individuelle und subjektive Empfinden von Atmosphären, weshalb als theoretische Grundlagen Ansätze aus der Phänomenologie und der Ästhetik dienen. Es handelt sich daher um eine stark interdisziplinär ausgerichtete Forschung. Da die Erforschung von Atmosphären in Organisationen – die nicht mit dem Konzept des Organisationsklimas zu verwechseln sind – bislang nicht stattfindet, bezieht sich der Forschungsschwerpunkt in diesem Bereich zunächst auf Grundlagenforschung.

Ansprechpartner: Christian Julmi

Lehrstuhl Scherm | 21.03.2013
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