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Projekt

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‚Machen‘ und ‚Jagen‘? Praktiken der Personalauswahl in Organisationen

Projektleitung:
Status: laufend
Laufzeit: 36 Monate
fördernde Einrichtungen:

Förderung des Projekts

Das Projekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt; der Förderumfang beträgt rund 407.000 Euro.

Projektbeginn

Januar 2016; die Projektlaufzeit beträgt 36 Monate.

Inhalt und Ziele des Projekts

Die Auswahl von Personal ist eine der Kernaufgaben von Organisationen. Sie ist für die Organisation selbst, aber auch für die Gesellschaft und jede/n Einzelnen von großer Bedeutung: Mit ihren Entscheidungen über die Besetzung von Stellen verteilen Organisationen soziale Chancen auf Status, Prestige, Einkommen, Anerkennung und Identität.

Die bislang vorliegende Forschung befasst sich mit der Personalauswahl vornehmlich mit Blick auf einzelne Entscheidungsgelegenheiten und die Leistungsfähigkeit von Auswahlverfahren und Kandidat/innen. Diese Perspektive möchte das geplante Projekt erweitern: Es betrachtet die Auswahl von Personal als multidimensionalen und zeitlich ausgedehnten sozialen Prozess, der mit der Wahrnehmung der Notwendigkeit personeller Veränderungen beginnt und mit der Unterschrift des/der Einzustellenden oder Umzusetzenden endet. Die Auswahl von Personal ist also als ein fortlaufender Entscheidungsprozess anzusehen, der mit organisationalen Regeln und Ressourcen, mit materialen Arbeitsvollzügen, sozialen Beziehungen, Wissensbeständen und Normen sowie mit den Deutungen und Wertvorstellungen von Akteuren verbunden ist.

An diesem Prozess sind unterschiedliche Akteure und Akteursgruppen in unterschiedlichen Konstellationen beteiligt. Entsprechend fokussiert das geplante Projekt das kommunikative und interaktive Zustandekommen von Personalauswahlentscheidungen a) mit Blick auf das Zusammenwirken von internen und externen Akteuren (Personalberatung) und b) mit Blick auf die kommunikative Konstruktion der Passung von Person und Position in formalen Verfahren und subjektiven Vorgehensweisen.

Die geplante Analyse von Entscheidungsprozessen in der Personalauswahl soll mithilfe von zwei Intensivfallstudien großer Wirtschaftsunternehmen aus einer wissenssoziologischen und praxistheoretischen Perspektive durchgeführt werden. Bei den komparativ angelegten Fallstudien werden neben teilnehmenden Beobachtungen im Interaktionsfeld der relevanten Akteure Interviews geführt und Dokumentenanalysen vorgenommen. Damit soll eine Triangulation von Daten und Methoden (inhaltsanalytische und hermeneutische Datenauswertung) gesichert werden.

Ziel des geplanten Projekts ist, gesellschaftliche und wissenschaftliche Debatten durch die Tiefenanalyse der Praktiken der Personalauswahl empirisch zu fundieren und gleichzeitig zur theoretischen Weiterentwicklung der Debatte um Organisation als soziale Praxis beizutragen.

Content and Goals of the Project

Employee selection is one of the key tasks organizations undertake. It is of major importance to the organizations themselves, but also to society and individuals: through the decisions organizations make on how posts are filled, they distribute social opportunities for status, prestige, income, recognition and identity.

The research to date has dealt with employee selection primarily with regard to decision-making at an individual level and to the effectiveness of selection procedures and perfor-mance of candidates. The planned project wishes to broaden this view by considering em-ployee selection as a multidimensional and extended social process, which begins with a perceived need for personnel changes in an organization and ends with the signature of the newly recruited or transferred employee. From this perspective, employee selection is an ongoing decision-making process, which is tied up with organizational rules and resources, material working practices, social relations, knowledge and standards, and the interpretations and value judgments of actors.

It is a process in which various actors and groups of actors are involved in different constella-tions. The project therefore focuses on how decisions are arrived at communicatively and interactively in terms of a) the interplay between internal and external actors (recruitment consulting) and b) the communicative construction of matching organization and individual in formal procedures and subjective practices. The planned analysis of decision-making processes in employee selection will be approached on the basis of two intensive case studies of major business organizations from a sociology of knowledge and practice theory perspective. In the course of the comparative case studies, participant observation will be accompanied by interviews in the relevant actors’ field of interaction, and document analysis. This approach is intended to achieve triangulation of data and methods (content and hermeneutic data analysis).

The goal of the planned project is to establish an empirical basis for social and scientific de-bate through in-depth analysis of employee selection practices and simultaneously to con-tribute to the theoretical development of the ‘organization as social practice’ debate.

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