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Karin Bomke

Karin Bomke

Lebenslauf

Bildungswerdegang

2013 – lfd. Doktorandin am Institut für Soziologie, FernUniversität Hagen
2013 Abschluss des Masterstudiums der Soziologie/Schwerpunkt: Individualisierung und Sozialstruktur an der FernUniversität in Hagen
2010 Abschluss des Doppel-Bachelors an der RWTH Aachen
(„mit Auszeichnung bestanden“)
1. Hauptfach: Soziologie
2. Hauptfach: Betriebspädagogik/Wissenspsychologie (Lern-/Arbeitspsychologie)
1994 Abschluss eines 18monatigen journalistischen Volontariats bei der Dr. Courts KG Gesellschaft für audiovisuelle Medien und Öffentlichkeitsarbeit
1991 Abschluss der Betriebswirtschaftslehre mit Diplomprüfung, Hochschule Niederrhein
Schwerpunkte: Wirtschaftsinformatik und Logistik
Projekt der Diplomarbeit: Anpassung des Informationsflusses infolge der Einführung eines Produktionsplanungs- und -steuerungssystems (SAP) in die Kabelfertigung
1987 Abschlussprüfung zur Sozialversicherungsfachangestellten

Beruflicher Werdegang

2013 – lfd. Dozentin für Wirtschaftslehre an der BKK-Akademie Rotenburg/Fulda
2002-2013 Wissenschaftsjournalistin
1996-2004 Controlling-Referentin des Vorstands der betrieblichen Krankenversicherung der Mannesmann AG
Redakteurin des jährlichen Geschäftsberichts der BKK Mannesmann
1994-1996 Journalistin und PR-Beraterin
1991-1992 Purchase-Managerin bei der Deutschen Babcock

Forschungsschwerpunkte

  • Soziologie der Reziprozität
  • Handlungstheorien
  • Soziologie der Praxis
  • Soziologie des abweichenden Verhaltens

Publikationen

Bomke, K. (2003): Medien- und Meinungsbildungsprozesse in der GKV. SF Medien, Nr. 138: 119-134.

Bomke, K. (2008): Bedeutung von Erfahrungen für das berufliche Lernen. SF Medien, Nr. 170: 24-37.

Bomke, K. (2011): Das Mitarbeitergespräch. SF Medien, Nr. 185: 61-77.

Bomke, K. (2011): Das Lehrgespräch. SF Medien, Nr. 187: 15-28.

Bomke, K. (2011): Motivation. SF Medien, Nr. 188: 35-46.

Bomke, K. (2012): Mobbing, Teil I – Grundlagen. SF Medien, Nr. 190: 59-72.

Bomke, K. (2012): Mobbing, Teil II – Rechtliche Aspekte. SF Medien, Nr. 191: 65-78.

Bomke, K. (2012): Mobbing, Teil III – Individualpsychologische Aspekte. SF Medien, Nr. 193: 61-74.

Bomke, K. (2012): Mobbing, Teil IV – Sozial- und organisationspsychologische Aspekte. SF Medien, Nr. 195: 47-60.

Bomke, K. (2013): Gesellschaftliche und individuelle Einflüsse auf Krankheit und Gesundheit. SF Medien, Nr. 197: 35-48.

Bomke, K. (2013): Steuerung des Gesundheitssystems. SF Medien, Nr. 198: 25-38.

Promotionsvorhaben

Arbeitstitel der Doktorarbeit:

„Reziprozität und der Mythos Freundschaft“

Freundschaft ist ein Phänomen, das bisher kaum Beachtung in der Soziologie fand, da man es vorrangig dem affektiv-psychologischen Wirkungsfeld zuordnete. Es ist aber nachweislich eine soziale Beziehungskonstruktion, die Dichter und Denker schon seit der Antike beschäftigt.

Über die Epochen hinweg stand es in ganz unterschiedlichen kulturellen Kontexten und gehorchte entsprechenden Deutungsmustern. Lange und oftmals stark normativ überformt als hohes Ideal einer tugendhaften und herausgehobenen selbstzwecklichen Nahbeziehung hat Freundschaft aber auch ganz praktische Bedeutung als zweckorientierte Beziehung, in der sich nützliche oder lustbezogene Interessen erfüllen lassen. Lust bezieht sich hierbei vorrangig nicht auf sexuelle Bedürfnisse, sondern auf alles, was Spaß und Freude macht abseits sexueller Bedürfnisse.

In der Postmoderne sehen manche in Freundschaft eine Ersatzkonstruktion für das aus familiären Kontexten entbundene Individuum. Andere sehen sie als soziale Nahbeziehung, die von der Vormoderne über die Moderne bis in die Postmoderne zu den elementaren gesellschaftsrelevanten Keimzellen gehört, deren Gestalt jedoch äußerst variabel ist.

Es geht nun zum einen darum, die dem Phänomen Freundschaft immanenten sozialen Wirkungs- und Begründungszusammenhänge der Reziprozität, also des Prinzips der Gegen- bzw. Wechselseitigkeit des Gebens, aus soziologischer Perspektive zu erforschen und hierüber zu gültigen Ergebnissen für die Gegenwart zu kommen.

Zum anderen sind die Entdeckungszusammenhänge von Freundschaft und der mit ihr verbundenen Reziprozität mit spezifischen sozialen Positionen von großem empirischen Interesse, über die sich möglicher Weise ein signifikanter Einfluss auf die Gesellschaft manifestieren könnte. Ob es hierbei einen Gender-Effekt gibt, wird zu klären sein.

Insbesondere das durchaus gesellschaftsrelevante Phänomen „Korruption“ und seine Praktiken könnten zum Erkenntnisinteresse beitragen. Entscheidend ist hierbei allein die sozialwissenschaftliche Perspektive auf diese Art abweichenden Verhaltens und nicht die strafrechtliche. Denn Korruption unterliegt je nach Deutungsbereich ganz unterschiedlichen Definitionen.

Somit steht „complicité“ im Fokus, ein doppeldeutiger Begriff aus dem Französischen, der auf den Zusammenhang von Freundschaft und Korruption hinweisen mag. Und zwar, indem er sowohl für eine enge Freundschaft, als auch für Komplizenschaft steht.

Mit Hilfe einer praxissoziologischen Sicht- und Vorgehensweise könnte eine entscheidende Annäherung an das Verständnis für den Freundschaft-Korruption-Komplex gelingen.

Jessica Gabski | 24.06.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Institut für Soziologie, 58084 Hagen