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Novelle des Hochschulstatistikgesetzes vom 02.03.2016

Der Deutsche Bundestag hat im Frühjahr 2016 die Novellierung des Hochschulstatistikgesetzes beschlossen. Das am 02.03.2016 in Kraft getretene Hochschulstatistikgesetz verpflichtet alle staatlichen Hochschulen, bestimmte Daten von ihren Studierenden zu erheben, zu verarbeiten und anschließend anonymisiert an die statistischen Landes-/Bundesämter weiterzuleiten.

Auch die FernUniversität in Hagen unterliegt dieser gesetzlichen Vorgabe und muss weitere Daten von ihren Studierenden abfragen. Die Neubewerber/innen geben diese Daten mit dem Antrag auf Zulassung/Einschreibung ab. Rückmelder/innen werden gebeten, die Daten einmalig im Rahmen des Rückmeldeverfahrens zum Sommersemester 2017 einzutragen.

Gründe für die Novelle des Hochschulstatistikgesetzes und rechtliche Aspekte

Der Gesetzgeber benötigt für eine gezielte Steuerung und Finanzierung des deutschen Hochschulwesens zuverlässige Daten von den staatlichen Hochschulen. Das aus den 90-er Jahren stammende Gesetz bedarf einer Modernisierung, um eine bessere und gezielte Steuerung im Bildungsbereich zu ermöglichen.

Hauptgründe für die Novelle des Gesetzes waren die Umsetzung der Europäischen Richtlinien im Statistikbereich und die Schaffung der Möglichkeit, anonyme Studienverläufe zu bilden. Anhand der Studienverlaufsstatistiken können anonyme Bildungsprofile erstellt werden, z.B. wie erreichen beruflich Qualifizierte einen Hochschulabschluss oder aus welchen Gründen wurde das Studium abgebrochen.

Bei dem „Gesetz über die Statistik für das Hochschulwesen sowie Berufsakademien - Hochschulstatistikgesetzes (HStatG)“vom 02.03.2016 handelt es sich um ein Bundesgesetz.

Wer hat das Hochschulstatistikgesetz beschlossen?

Das Hochschulstatistikgesetz ist ein Bundesgesetz, welches von dem deutschen Parlament beschlossen wurde. Die demokratisch gewählten Mitglieder des deutschen Parlaments haben das Gesetz novelliert.

Wo finde ich das Hochschulstatistikgesetz?

Das Bundesministerium der Justiz und für den Verbraucherschutz stellen alle Bundesgesetze im Netz zur Verfügung.

Warum muss die FernUniversität in Hagen das Hochschulstatistikgesetz beachten?

Die FernUniversität in Hagen ist eine staatliche Hochschule des Landes Nordrhein-Westfalen. Alle staatlichen Hochschulen sind an dieses Bundesgesetz gebunden und zur Umsetzung verpflichtet.

Welche Daten werden nach dem Hochschulstatistikgesetz mit der Einschreibung/Rückmeldung abgefragt?

Der Gesetzgeber definiert im Hochschulstatistikgesetzes (HStatG) Daten, die von den Studierenden mit der Einschreibung/Rückmeldung abgefragt werden. Anbei der Auszug aus § 3 Abs. 1 und aus § 4 Abs. 4 unkt 13 des HStatG:

Auszug aus § 3 Abs. 1 des HStatG

(1) Bei den in § 2 Nummer 1 genannten Einrichtungen werden für die Studierenden, die Prüfungsteilnehmenden sowie die Exmatrikulierten semesterweise, jeweils nach Ablauf der Immatrikulationsfrist oder nach bestandener oder endgültig nicht bestandener Abschlussprüfung folgende Erhebungsmerkmale erfasst:

1. Geschlecht;

2. Geburtsmonat und -jahr;

3. Staatsangehörigkeit; weitere Staatsangehörigkeit;

4. Land und Kreis des Heimat- sowie des Semesterwohnsitzes;

5. Land, Kreis und Jahr des Erwerbs sowie Art der Hochschulzugangsberechtigung; bei Erwerb der

Hochschulzugangsberechtigung außerhalb der Bundesrepublik Deutschland der Staat des Erwerbs;

6. berufspraktische Tätigkeit vor Aufnahme des Studiums;

7. Praxissemester und Semester an Studienkollegs;

8. Bezeichnung der Hochschule; Bezeichnung des Standorts der Hochschule, sofern an diesem Standort regelmäßig und dauerhaft Lehrveranstaltungen von mehr als 100 Semesterwochenstunden angeboten werden; verschiedene Hochschulstandorte innerhalb desselben Landkreises oder derselben kreisfreien Stadt sind nicht gesondert auszuweisen; für Stadtstaaten gilt die gleiche Regel wie für kreisfreie Städte;

9. Bezeichnung der gleichzeitig besuchten weiteren Hochschule; bei einer Hochschule außerhalb der

Bundesrepublik Deutschland der Staat der gleichzeitig besuchten Hochschule;

10. Bezeichnung der Hochschule sowie Semester und Jahr der Ersteinschreibung; Bezeichnung der im vorangegangenen Semester besuchten Hochschulen; bei Ersteinschreibung an einer Hochschule außerhalb der Bundesrepublik Deutschland oder bei Besuch einer solchen Hochschule im vorangegangenen Semester der Staat der Hochschule;

11. Studiengänge einschließlich Studiengänge im vorangegangenen Semester sowie an der gleichzeitig besuchten weiteren Hochschule;

12. Ort der angestrebten Abschlussprüfung; bei einem Ort außerhalb der Bundesrepublik Deutschland der Staat der angestrebten Abschlussprüfung;

13. Regelstudienzeit des Studiengangs;

14. Art, Fach, Semester, Monat und Jahr des Prüfungsabschlusses;

15. Prüfungserfolg und Gesamtnote abgelegter Prüfungen;

16. Hochschule, an der der vorherige Abschluss erworben wurde; bei Erwerb des vorherigen Abschlusses außerhalb der Bundesrepublik Deutschland der Staat, in dem der vorherige Abschluss erworben wurde;

17. Art und Dauer der Studienunterbrechungen;

18. Grund, Semester und Jahr bei Beurlaubung und Exmatrikulation;

19. Hörerstatus;

20. Fach- und Hochschulsemester;

21. Art des Studiums.

Auszug aus § 4 Punkt 13 des HStatG

13. für studienbezogene Auslandsaufenthalte jeweils Art des Aufenthalts; Dauer des Aufenthalts in Monaten;Staat des Aufenthalts sowie Art des Mobilitätsprogramms.

Bitte beachten Sie, dass mit der Einschreibung/Rückmeldung noch weitere Daten der FernUniversität für die Durchführung des Fernstudiums abgefragt werden, z.B. Versandanschrift für die Zusendung der Studienbriefe, Belegung, ggf. Zuordnung zu einem Regionalzentrum. Die Erhebung dieser Daten wurde in der Zulassungs- und Einschreibungsordnung der FernUniversität in Hagen verankert.

Warum und wofür werden so viele Daten abgefragt?

Der Gesetzgeber benötigt die Daten, um eine gezielte Steuerung des staatlichen Hochschulwesens in der Bundesrepublik Deutschland durchzuführen. Anhand der statistisch ausgewerteten Ergebnisse können gezielte Planungen und Veränderungen im Bildungsbereich vorgenommen werden.

Wie werden die Daten an die statistischen Ämter weitergeleitet?

Ihre abgegebenen Daten werden in anonymer Form weitergeleitet. Durch die Anonymisierung der Daten ist die Rückverfolgung Ihrer Person nicht möglich.

Da die Hochschulen Landeseinrichtungen sind, werden zuerst die Daten an das zuständige Statistikamt des jeweiligen Bundeslandes abgegeben. Für die FernUniversität in Hagen ist hierfür die Behörde IT.NRW zuständig. Von dort aus werden die Daten an das Statistische Bundesamt zugesandt.




Umsetzung der Novelle des Hochschulstatistikgesetzes an der FernUniversität in Hagen

Durch das Bundesgesetz ist die FernUniversität als staatliche Hochschule verpflichtet worden, das Hochschulstatistikgesetz zum Sommersemester 2017 umzusetzen. Der Gesetzgeber verlangt die Erfassung der neuen statistischen Daten sowohl von den Neueinschreiber/-innen als auch von allen in der Vergangenheit eingeschriebenen Studierenden.

Lediglich Akademiestudierende oder Studierende in einem Weiterbildungsstudium (Zertifikat/Brückenkurs) sind von dieser Regelung nicht betroffen.

Neueinschreiber-/innen

Bewerber/innen, die das Studium zum Sommersemester 2017 an der FernUniversität in Hagen neu aufnehmen, geben alle Daten in dem Antrag auf Einschreibung ab. In die Einschreibanträge wurden alle Vorgaben des Hochschulstatistikgesetzes integriert.

Zur Einschreibung

Rückmelder/-innen (Fortsetzung des Studiums ohne Veränderung)

Studierende, die das Studium im Sommersemester 2017 unverändert fortsetzen, werden gebeten, die Daten vor der Durchführung der Online-Rückmeldung zu vervollständigen.

Zum Virtuellen Studienplatz

Rückmelder/-innen (Fortsetzung des Studiums mit Veränderung)

Studierende, die mit der Rückmeldung eine Änderung (z.B. Änderung des Studiengangs, Änderung des Hörerstatus, Beurlaubung) ab dem Sommersemester 2017 beantragen, geben die Daten in einem PDF-Antrag ab.

Zur schriftlichen Rückmeldung

Warum muss ich die Daten abgeben?

Die FernUniversität benötigt Ihre Daten, um das Fernstudium zu organisieren und um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Die Mehrheit der abgefragten Daten ergibt sich aus dem Hochschulstatistikgesetz und dient statischen Zwecken. Eine Auflistung aller zu erfassenen Daten finden Sie unter dem FAQ "Welche Daten werden nach dem Hochschulstatistikgesetzt mit der Einschreibung/Rückmeldung abgefragt?".

Für die Organisation des Fernstudiums werden lediglich folgende Daten abgefragt: Name, Anschrift, E-Mail, ggf. Telefonnr., Studiengang, Belegung, Zuordnung zu einem Regional- oder Studienzentrum.

Ich bin Rückmelder/in. Warum werde ich nach den zusätzlichen Daten gefragt?

Der Gesetzgeber verlangt die Erfassung der Daten von allen im Sommersemester 2017 eingeschriebenen Studierenden, das heisst auch von allen Personen die sich zum Sommersemester 2017 in einem Studiengang zurückmelden.

Ich kann mich nicht an alle Angaben erinnern. Was kann ich tun?

Mit der Bewerbung/Rückmeldung werden Sie gebeten, alle Angaben korrekt einzutragen. Sofern Ihnen keine Unterlagen mehr vorliegen und Sie sich an die genauen Zeiträume nicht mehr erinnern können, machen Sie bitte die Angaben nach Ihrem besten Wissen und Gewissen.

Welche zusätzlichen Daten werden ab dem Sommersemester 2017 abgefragt?

Das Verzeichnis aller Daten, die nach dem Hochschulstatistik abzufragen sind, finden Sie unter dem FAQ "Welche Daten werden nach dem Hochschulstatistikgesetz mit der Einschreibung/Rückmeldung abgefragt?"

Die ab dem SS 2017 erfolgte Erweiterung bezieht sich auf folgende Bereiche:

  • Angabe einer ggf. vorhandenen zweiten Staatsangehörigkeit
  • Angaben der Ersteinschreibung und Studium im Vorsemester, auch an ausländischen Hochschulen
  • Angabe des Staates bei einem ggf. erbrachten Studienabschluss im Ausland
  • Angabe der deutschen Hochschule bei einem ggf. erbrachten Studienabschluss in Deutschland
  • Angabe zur den im Zusammenhang mit dem Studium absolvierten Auslandssemestern
  • Angabe zu evtl. Unterbrechungen des Studiums
  • Angabe der ersten Hochschulzugangsberechtigung
  • Angabe einer ggf. abgeschlossenen Berufsausbildung vor der Aufnahme des Studiums

Warum wird die zweite Staatsangehörigkeit abgefragt?

Der Gesetzgeber möchte erfahren, wie viele Studierende und mit welchen Staatsangehörigkeiten an den deutschen Hochschulen studieren. Bisher wurde nur die erste Staatsangehörigkeit und im Falle einer doppelten Staatsangehörigkeit (z. B. deutsche und polnische Staatsangehörigkeit) nur die deutsche Staatsangehörigkeit abgefragt.

Warum werden die Angaben zur Studienzeiten, Studienabschlüssen im Ausland abgefragt?

Die Abfrage der Angaben zur Studienzeiten, Abschlüssen im Ausland ergibt sich aus der Umsetzung der Europäischen Richtlinien im Statistikbereich. Aufgrund der in den letzten Jahren gestiegenen Auslandmobilität, möchte der Gesetzgeber erfahren, welche Studienzeiten oder Abschlüsse im Ausland absolviert wurden.

Warum werden Auslandsaufenthalte abgefragt?

Diese Abfrage ergibt sich aus der Umsetzung der Europäischen Richtlinien im Statistikbereich. Schon heute sind in vielen Studiengängen Auslandssemester vorgeschrieben. Der Gesetzgeber möchte erfahren, welche Auslandsaufenthalte, in welchen Ländern und mit Hilfe von welchen Finanzmitteln absolviert wurden.

Warum werden Studienunterbrechungen abgefragt?

Der Gesetzgeber möchte ermitteln, aus welchem Grund und wie lange ein Studium unterbrochen wurde. Anhand der Daten können neue Maßnahmen entwickelt werden, um Studienhemmnisse einer betroffenen Gruppe (z. B. Eltern mit Kindern) zu beseitigen.

Warum wird die erste Hochschulzugangsberechtigung abgefragt?

Als erste Hochschulzugangsberechtigung gilt der Bildungsabschluss, mit welchem ein Studium in Deutschland zum ersten Mal aufgenommen wurde. Folgende Arten der ersten Hochschulzugangsberechtigung sind möglich:

  • allgemeine Hochschulreife:
    Zugang zu allen Studiengängen an allen Hochschulen (Universitäten und Fachhochschulen)
  • fachgebundene Hochschulreife:
    Zugang zu bestimmten Studiengängen an allen Hochschulen (Universitäten und Fachhochschulen)
  • Fachhochschulreife:
    Zugang zu allen Studiengängen an Fachhochschulen
  • berufliche Qualifikation:
    Zugang zum Studium aufgrund einer beruflichen Qualifikation (z. B. abgeschlossene Berufsausbildung und berufliche Tätigkeit, abgeschlossene berufliche Aufstiegsfortbildungen)

Bei Zeugnissen, die im Ausland erworben wurden, gelten analoge Definitionen.

Der Gesetzgeber fragt die erste Hochschulzugangsberechtigung ab, um zu erfahren, wie Bildungsbiographien verlaufen, z. B. wie kommen beruflich qualifizierte zu einem Masterabschluss.

Webredaktion Studium 23.01.2017
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