Regionalzentrum Coesfeld

Veranstaltungen im Sommersemester 2017 und Wintersemester 2017/2018

BürgerUniversität Coesfeld und FernUniversität in Hagen im Gespräch: Gegenwart und Zukunft der Gesellschaft

Die Vorlesungen richten sich an eine breite regionale Öffentlichkeit, die an aktuellen soziologischen Forschungsergebnissen interessiert ist. Die Vortragenden aus Hagen und dem ganzen Bundesgebiet referieren in allgemeinverständlicher Form zur gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland und Europa.



5. April 2017, 16:00 Uhr

Exkursion

Jun.-Prof. Dr. Dorett Funcke

Exkursion:
"Glasmuseum Alter Hof Herding" in Coesfeld-Lette

Veranstaltungsort:
"Glasmuseum Alter Hof Herding"
Letter Berg 38, 48653 Coesfeld


In über 40 Jahren engagierter und professioneller Sammeltätigkeit von Lilly Ernsting entstand eine bedeutende Glassammlung. Diese repräsentiert die zeitgenössische europäische Glaskunst seit den 70er Jahren in einzigartiger Weise vom angewandten bis zum autonomen Glas. Neue Tendenzen in der Glaskunst aufzuspüren und auszustellen sind zentrale Anliegen des Museums.

Im Glasdepot, dem Glasmuseum direkt gegenüber, hat die vollständige Glassammlung ihren dauerhaften Ort gefunden. In der deutschen Museenlandschaft ist es nach wie vor außergewöhnlich, dass ein Museum seine Sammlung auch Besuchern zugänglich macht. In eigens für die chronologische Aufreihung der Glasobjekte entwickelten Glasvitrinen erschließt sich für den Besucher die Entstehung der Sammlung und damit einhergehend ihre eigene Entwicklung im Kontext der Geschichte der Glaskunst.

Wegen begrenzter Plätze ist eine Anmeldung bis zum 20. März 2017 erforderlich. Es wird eine Kostenumlage in Höhe von 3,00 Euro pro Person erhoben. Kontaktadresse: regionalzentrum.coesfeld@fernuni-hagen.de. Über weitere Einzelheiten werden wir Sie nach der Anmeldung informieren.


3. Mai 2017, 19:00 Uhr

Wir Besatzungskinder – Töchter und Söhne alliierter Soldaten erzählen

Ute Baur-Timmerbrink​

Wir Besatzungskinder – Töchter und Söhne alliierter Soldaten erzählen

Veranstaltungsort:
WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld


Zwischen 1945 und 1955 wurden in Deutschland und Österreich hunderttausende Menschen geboren, deren Väter Soldaten der alliierten Besatzungstruppen waren. Viele dieser sogenannten Besatzungskinder haben ihren Vater aus den USA, Großbritannien, Frankreich und der früheren Sowjetunion nie kennengelernt. Häufig erlebten sie Ausgrenzung in ihrer Familie und durch die Gesellschaft.

In der Vorlesung werden Schicksale von Besatzungskindern dargestellt, die sich mit den ungeklärten Fragen ihrer Herkunft nicht abfinden wollten. Auch wenn eine Reise in ihre Vergangenheit für sie immer mit Trauer und Unsicherheit verbunden war, so enthielt sie doch auch die Hoffnung, durch die Auseinandersetzung mit der nicht eindeutigen Herkunft offene Fragen oder Traumata an die nachfolgenden Generationen nicht weiterzugeben.

Ute Baur-Timmerbrink wurde 1946 in Oberösterreich geboren. Sie erfuhr erst im Alter von 52 Jahren, dass ihr biologischer Vater ein amerikanischer GI war. Nach intensiver Suche fand sie ihn, doch zu einer Begegnung kam es nicht mehr, weil er kurz vor dem geplanten Besuch starb. Seit 2003 engagiert sie sich ehrenamtlich bei GItrace, einer britischen Organisation, die Besatzungskinder bei der Suche nach ihrem Vater unterstützt. Seither hat sie mehr als 200 erfolgreiche Familienzusammenführungen für Besatzungskinder erreicht. Ute Baur-Timmerbrink lebt in Berlin.


13. Mai 2017, 10:00 - 14:00 Uhr

Seminar: Die Vergangenheit in der Gegenwart –  Warum Herkunft bedeutsam ist

Annemaria Köhler M.A.

Die Vergangenheit in der Gegenwart - Warum Herkunft bedeutsam ist

Seminar

Veranstaltungsort:
WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld


Die Frage „Woher komme ich eigentlich?“ drängt sich zumeist in einer krisenhaften Lebensphase auf. Doch auch im Alltag begegnet sie uns in abgewandelter Form, wenn eine neue Bekanntschaft fragt, woher man denn komme. Das Besondere und Bedeutsame dieser Frage liegt in ihrem direkten Zusammenhang zur Identität. Der Blick zurück kann Orientierung bieten und insofern Stabilität für die Gegenwart erzeugen. Anschaulicher zeigt sich dies in der Metapher des Pariser U-Bahn-Netzes: Will ich verstehen, wie ich von A nach B fahren kann, so muss ich mich innerhalb des gesamten Systems verorten bzw. orientieren. In dem Seminar wird in gemeinsamer praktischer Arbeit versucht, herauszufinden, wie familiäre Muster bis in die Gegenwart wirken und was sie mit der Identität des Einzelnen zu tun haben.

Annemaria Köhler M.A. ist seit 2014 Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ernsting’s family-Junior-Stiftungsprofessur an der FernUniversität in Hagen. Aktuell erforscht sie in ihrem Dissertationsprojekt, wie Theater in psychiatrischen Einrichtungen praktiziert wird.

Wegen begrenzter Plätze ist eine Anmeldung bis zum 8. Mai 2017 im Regionalzentrum der FernUniversität in Hagen erforderlich:

Regionalzentrum Coesfeld, Tel. 02541-7582 oder per Mail regionalzentrum.coesfeld@fernuni-hagen.de.

Über weitere Einzelheiten werden wir Sie nach Ihrer Anmeldung informieren.


21. Juni 2017, 19:00 Uhr

Die STAR TREK Physik Warum die Enterprise nur 158 Kilo wiegt und andere galaktische Erkenntnisse

Prof. Dr. Metin Tolan

Die STAR TREK Physik

Warum die Enterprise nur 158 Kilo wiegt und andere galaktische Erkenntnisse

Veranstaltungsort:
WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld


Wie genau nehmen es die Macher von „Star Trek“ eigentlich mit Physik und Technik? Erstaunlich genau! Schließlich rechnet Mr. Spock in Windeseile aus, dass genau 1.771.551 puschelige Tribbles in den Laderaum der Enterprise passen. Und es wird auch nicht einfach nur „Gas“ gegeben, wenn die Enterprise zu ihren Reisen aufbricht – nein, sie reist mit „Warp-Antrieb“. Könnte sich das berühmteste Raumschiff der Filmgeschichte tatsächlich in der Nähe des Sterns Sigma Draconis befinden, und müssen wir uns vor dunkler Materie wirklich fürchten? In bewährter wie unterhaltsamer Manier analysiert Metin Tolan anhand vieler Filmszenen alle Mechanismen und Zahlen, mit denen die Sternenflotte zu tun hat – und kommt zu galaktischen Erkenntnissen.

Metin Tolan (*1965) ist nach Stationen in den USA und Kiel seit 2001 Professor für Experimentelle Physik an der Technischen Universität Dortmund. Neben der wissenschaftlichen Arbeit widmet er sich der humoristisch-physikalischen Betrachtung von Fußball, Film und Fernsehen. 2013 erhielt er für seine vielfältige und besonders originelle Vermittlung physikalischer Fragestellungen und Forschungsergebnisse in der Öffentlichkeit und den Medien den „Communicator-Preis“.


12. Juli 2017, 19:00 Uhr

Musik und Affektivität - Über die emotionale Wirkung von Musik

PD Dr. Christoph Seibert​

Musik und Affektivität
Über die emotionale Wirkung von Musik

Veranstaltungsort:
WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld


Die lebensweltliche Bedeutung von Musik wird insbesondere mit ihrem affektiven Potential in Verbindung gebracht. Musik „berührt“ oder „bewegt“ uns, bringt uns in „Stimmung“ oder ermöglicht sogar, die eigene Stimmungslage gezielt zu verändern. Sie verursacht Gänsehaut, rührt zu Tränen, geht „auf die Nerven“ oder bringt unser „Lebensgefühl“ zum Ausdruck. Ihre musikpraktischen oder funktionalen Erscheinungsformen nehmen Bezug auf dieses affektive Potential oder sind sogar primär darauf ausgerichtet, wie beispielsweise in musiktherapeutischen Anwendungen oder in der Werbung. Doch wie lässt sich diese offenkundige affektive Wirkung von Musik erklären? Klassische Emotionstheorien stoßen hier an ihre Grenzen, da Musik im Gegensatz zu existentiellen Begebenheiten keine Notwendigkeit bietet, affektiv zu reagieren. Der Vortrag widmet sich diesem Problemkreis und wird mit Blick auf philosophische und psychologische Erklärungsansätze der Frage nachgehen, wie Musik ihre affektive Wirkung zur Entfaltung bringen kann.

Christoph Seibert ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt am Main. Dem Thema „Musik und Affektivität“ hat er sich im Rahmen seiner Dissertation gewidmet, die 2016 unter dem gleichnamigen Titel erschienen ist. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit dem Begriff der ästhetischen Erfahrung sowie mit den theoretischen Grundlagen des empirischen Zugangs zu ästhetischen Fragestellungen.


20. September 2017, 19:00 Uhr

Vom Nutzen und Wert des Nichtwissens

PD Dr. Peter Wehling​

Vom Nutzen und Wert des Nichtwissens

Veranstaltungsort:
WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld


Auf den ersten Blick mag es völlig abwegig erscheinen, in den heutigen „Wissensgesellschaften“ nach dem Nutzen des Nichtwissens zu fragen. Doch bei näherem Hinsehen lassen sich in vielen gesellschaftlichen Bereichen nützliche und wertvolle Formen von Nichtwissen, Anonymität oder Geheimhaltung erkennen: das Wahl- und Briefgeheimnis, anonymisierte Bewerbungen, das „Recht auf Nichtwissen“ in der Medizin, das „Recht auf Vergessen-Werden“ im Internet. Anhand solcher Beispiele wird in dem Vortrag erläutert, dass und aus welchen Gründen bewusstes Nichtwissen nicht nur einen hohen Nutzen, sondern häufig auch einen eigenen moralischen Wert besitzen kann.

Umgekehrt führt uns das Wissen keineswegs automatisch zu vernünftigem, moralischem Handeln, sondern kann auch die Quelle von Diskriminierung und Benachteiligung bilden. Angesichts der heute fast unbegrenzten Möglichkeiten des Wissens ist sorgfältiger denn je abzuwägen, was und wie viel wir wissen wollen – oder besser nicht wissen sollten.

Peter Wehling ist Projektleiter und Privatdozent am Institut für Soziologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main. Er hat sich in zahlreichen Forschungen und Publikationen mit der Rolle von Wissen und Nichtwissen in den heutigen Gesellschaften beschäftigt. Zu seinen weiteren Forschungsschwerpunkten gehören die sozialen Implikationen der Biomedizin, die Wissenschafts- und Techniksoziologie sowie die Umweltsoziologie.


11. Oktober 2017, 19:00 Uhr

Jörg Armbruster

Syrien – Katastrophe ohne Ende?

Veranstaltungsort:
WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld

Dass es jemals wieder ein Syrien geben wird in den Grenzen von 2011, also vor Ausbruch des Krieges, ist heute kaum noch vorstellbar. Der syrische Machthaber Assad scheint zwar willens zu sein, den Krieg bis zum zerstörerischen Ende durchfechten zu wollen, selbst um den Preis der vollständigen Zerstörung dieses vielleicht einst schönsten Landes der arabischen Welt, doch ob er es jemals wieder vollständig beherrschen wird, ist zweifelhaft. Die Kurden kämpfen um Autonomie, der Iran wird sich kaum aus dem Land verdrängen lassen und Russland beansprucht heute schon einen größeren Militärhafen in Tartus. Auch der russische Präsident Putin wird die Politik Syriens in Zukunft mitbestimmen wollen. Sunnitische Djihadistenverbände werden sich im Untergrund verstecken, sollten sie tatsächlich besiegt werden und mit Anschlägen das Land in Atem halten. Heute kann noch niemand sagen, wie diese Region in ein paar Jahren aussehen wird. Was sind die Ursachen dieser Katastrophe? Wie begann alles im Jahr 2011? Warum wurde der innersyrische Krieg zum internationalen Stellvertreterkrieg? Welche Rolle spielen der Iran, Russland und der Westen? Das sind einige Fragen, die der Vortrag behandeln will.

Jörg Armbruster: ehemaliger ARD-Korrespondent im Nahen Osten, heute Buchautor und freier Journalist, lebt in Stuttgart.


22. November 2017, 19:00 Uhr

Sarah Eckardt

Die "richtige" Geburt

Veranstaltungsort:

WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld

Gegenstand des Vortrages sind erste Forschungsergebnisse aus meiner Promotion, in der ich untersuche, wie Frauen im Spannungsfeld zwischen individuellen Konzepten und gesellschaftlichen Mustern Geburt erleben, deuten und gestalten. Im Zuge der Demokratisierung des Gesundheitssektors und der daraus folgenden zunehmenden Kundenorientierung entstehen für gebärende Frauen größere Möglichkeitsräume, sodass sie ihr subjektives Wissen sowie ihre Wünsche und Deutungen in den Geburtsprozess aktiv einbringen können. Gegenstand meines Dissertationsvorhabens ist das Deuten und Gestalten der Geburt durch Frauen. Diese Aspekte werden aus verschiedenen Perspektiven untersucht: ausgehend vom öffentlichen Diskurs mit seinen Wissens- und Machtstrukturen über die Geburt bis hin zur konkreten, subjektiven Aneignung des Diskurses durch Gebärende.

Sarah Eckardt: Diplom-Soziologin, Schwerpunkte: Familiensoziologie, Geschlechterforschung, Gesundheitssoziologie, Stipendiatin des soziologischen Promotionskollegs „Familie im Wandel. Diskontinuität, Tradition und Strukturbildung“ der FernUniversität in Hagen


13. Dezember 2017, 19:00 Uhr

Dr. Ulrike Jureit

Reformation als Konfliktgeschichte
Beobachtungen zum Reformationsjubiläum 2017

Veranstaltungsort:

WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld

Während sich in den kirchlichen wie staatlichen Deutungsangeboten zum Reformationsjubiläum 2017 die Tendenz erkennen lässt, die Reformation als Beginn oder doch zumindest als Vorläuferin der europäischen Moderne zu identifizieren – um sie aufgrund der damit aufgerufenen Entwicklungs- und Fortschrittslogiken sinnhaft zu unseren heutigen Lebensverhältnissen in Beziehung setzen zu können – kann eine solche Inanspruchnahme historiographisch nicht überzeugen. Die Reformation war im Kern zunächst ein theologischer und alsbald ein ekklesiologischer Konflikt. Er brachte vor allem deswegen so gravierende politische, gesellschaftliche und soziale Erschütterungen mit sich, weil das spätmittelalterliche Europa eben keine Trennung von geistlicher und weltlicher Macht kannte. Es handelte sich somit um Gesellschaften, die nicht in unserem heutigen Sinne funktional differenziert waren. Luthers vehemente Kritik am Ablasshandel, sein Kampf gegen klerikale und päpstliche Bevormundung, sein theologisches Freiheitsverständnis wie auch seine später so bezeichnete „Zwei-Reiche-Lehre“ stellte das mittelalterliche „Corpus Christianum“ zwar nicht intentional, in der Konsequenz jedoch radikal in Frage.

Dr. Ulrike Jureit: Historikerin, Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur, Forschungsschwerpunkt: Kulturund Sozialgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, u. a. Erinnerungskultur und Gedächtnistheorie, Historische Gewaltforschung, Staat und Territorium in der Moderne, Generationenforschung, Visual History


24. Januar 2018, 19:00 Uhr

Tobias Lau

Von der Autokratie zur Demokratie und zurück: Kontinuitäten und Brüche im politischen System der Türkei​

Veranstaltungsort:

WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld

Die Türkei ist seit Monaten in aller Munde und das Bild, das in den Medien dominiert, ist spätestens seit dem gescheiterten Putsch vom 15. Juli 2016 eindeutig: Recep Tayyip Erdoğan baut eine einst funktionierende Demokratie zu einer religiös-nationalistischen Diktatur um. Doch ist es wirklich so einfach? Die Frontverläufe sind sehr viel unübersichtlicher, als es auf den ersten Blick erscheint. Denn so plump, aggressiv und populistisch er auch auftreten mag – der türkische Präsident weiß die Bruchlinien der türkischen Gesellschaft und des politischen Systems geschickt und skrupellos für sich auszunutzen. Und Europa ist nicht unschuldig daran, dass ihm das gelingt. Welche Perspektiven hat das Land? Und welche Möglichkeiten bestehen für die Türkei noch, zu einer funktionierenden demokratischen Grundordnung zurückzukehren?

Tobias Lau ist Journalist und hat in Jena, Berlin und Istanbul Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt Türkei- und Nahost-Studien studiert. Er war für zwei Semester an der T.C. Okan Universität in Istanbul, hat in Ankara in der Deutschen Botschaft und in Istanbul bei der Türkischen Menschenrechtsstiftung TİHV gearbeitet. Nach dem Studium war er für zwei Jahre Redakteur bei der Nachrichtenseite Deutsch-Türkisches Journal.


10. Februar 2018, 10:00 - 14:00 Uhr

Dr. Richard Bettmann, M.A., Dipl. Soz.Arb./Soz.päd.

Kommunikation mit dementen Menschen​

Seminar

Veranstaltungsort:

WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld

Die Versorgung, Betreuung und Begleitung von an Demenz erkrankten Menschen findet überwiegend im häuslichen Umfeld statt. Dort stehen „Weggefährtinnen und Weggefährten“ zusammen mit ihren dementen Angehörigen vor dem Problem, das „Miteinander-Sein“ trotz der demenzbedingten Ausfallerscheinungen jeden Tag aufs Neue gestalten und aufeinander abstimmen zu müssen. Die Lebensqualitäten der dementen Menschen und der Betreuenden hängt entscheidend davon ab, ob und wie dieses Kommunikationsproblem gelöst werden kann. In dem Seminar wird es darum gehen, die Probleme zu erörtern, die im Alltag in der Kommunikation mit dementen Menschen auftreten können. Darüber hinaus soll der Frage nachgegangen werden, wie und unter welchen Umständen eine alltägliche Handlungskoordination, die zur Bewältigung des Alltags unbedingt von Nöten ist, dennoch gelingen kann.

Richard Bettmann ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der FernUniversität Hagen, Lehrgebiet III, Organisationssoziologie und qualitative Methoden. Schwerpunktmäßig befasst er sich mit der Kommunikation an den „Rändern des Sozialen“, mit organisationssoziologischen Fragestellungen und mit der qualitativen Sozialforschung.

Wegen begrenzter Plätze ist eine Anmeldung bis zum 05. Februar 2018 im Regionalzentrum der FernUniversität in Hagen erforderlich: Regionalzentrum Coesfeld, Tel. 02541 7582 oder per Mail: regionalzentrum.coesfeld@fernuni-hagen.de


14. März 2018, 19:00 Uhr

PD Dr. Ferdinand Zehentreiter
und „Das Streichquartett der Musikschule Coesfeld“

Die Einheit von Bindung und Selbständigkeit
Zur Kooperationsdynamik im Streichquartett​

Ein musikalischer Abend​

Veranstaltungsort:

WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld

Jeder Versuch, die Dynamik der Zusammenarbeit in einem Streichquartett zu erfassen, hat zunächst bei der Charakterisierung seiner spezifischen ästhetischen Aufgabe anzusetzen. Ganz allgemein geht es dabei um die Möglichkeit eines Verbandes aus vier gleichrangigen, individuellen Stimmen. Zu dieser Souveränität gehört auch eine Flexibilität im Umgang mit den unterschiedlichsten Rollen, von der Position der führenden Stimme über den eigenen Beitrag im Geflecht gleichwertiger Linien bis zu wechselnden Partnerschaften und zur bloßen Farbschicht im homogenen Klang. Gruppendynamisch gleicht dem die Quadratur des Zirkels. Jeder Spieler ist gleichzeitig selbstständig und flexibler Bestandteil eines gestaltreichen Ganzen, eigenverantwortlich und mimetisch verbunden mit den anderen. So gesehen hat man es hier zu tun mit der künstlerischen Realisierung einer sozialen Utopie.

Ferdinand Zehentreiter: Klavierstudium in München, Studium Soziologie, Philosophie und Musikwissenschaft in Frankfurt am Main, Privatdozent am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Lehrbeauftragter für Musikwissenschaft an der Musikhochschule Frankfurt am Main, zahlreiche Publikationen zu kultursoziologischen und ästhetischen Fragen, letzte Buchpublikation: „Musikästhetik. Ein Konstruktionsprozeß“ (Hofheim 2017)

Die Veranstaltung findet zusammen mit dem Streichquartett der Musikschule Coesfeld statt.
Besetzung: Steffi Bäumer-Enzen (1. Violine), Bianca Rölver (2. Violine), Almuth Jung (Bratsche), Wolfgang Peters (Violoncello)


Martina Stöppel | 15.08.2017
Wichtige Infos
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