Regionalzentrum Coesfeld

Veranstaltungen im Sommersemester 2018

BürgerUniversität Coesfeld und FernUniversität in Hagen im Gespräch: Gegenwart und Zukunft der Gesellschaft

Die Vorlesungen richten sich an eine breite regionale Öffentlichkeit, die an aktuellen soziologischen Forschungsergebnissen interessiert ist. Die Vortragenden aus Hagen und dem ganzen Bundesgebiet referieren in allgemeinverständlicher Form zur gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland und Europa.



25. April 2018, 19:00 Uhr

„Der Glückliche schlägt keine Hunde“ – ein Loriot-Porträt

Stefan Lukschy

„Der Glückliche schlägt keine Hunde“ – ein Loriot-Porträt

Vorlesung

Veranstaltungsort:
WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld


Die Vorlesung bietet Einblicke in die Arbeitsweise Loriots und zeigt den Meister des deutschen Humors auch von seiner privaten Seite.

Stefan Lukschy, langjähriger Weggefährte und enger Vertrauter Loriots, erzählt voller Respekt, Witz und Liebe von dem Mann, der die Deutschen das Lachen gelehrt hat. Er lernte Vicco von Bülow 1975 kennen, als er dessen Regieassistent wurde. Lukschy war bei der Entwicklung, dem Dreh und der Postproduktion der berühmten Sketche von Loriot dessen rechte Hand, sein Dramaturg, sein Cutter und sein Co-Regisseur. Aus der Arbeit entwickelte sich eine 35 Jahre andauernde Freundschaft bis zu Loriots Tod im Jahr 2011, über die Lukschy in seinem Buch „Vicco ante Portas!“ berichtet, das 2013 erschien.

Beide verband nicht nur ihre Liebe zur Komik, sondern auch die Faszination für die Musik, insbesondere für die Oper. Lukschy erzählt, wie er als langhaariger Student aus Berlin den „preußischen Edelmann“ in Ammerland kennen lernte. Er schildert den für seinen Perfektionismus berüchtigten Künstler ebenso wie den Privatmann Loriot, der seinen Freundinnen und Freunden ein inniger und loyaler Vertrauter war.

Stefan Lukschy ist außer durch seine Arbeit mit Loriot als Autor und Regisseur von TV- und Kinofilmen bekannt. Er ist Mitglied der „Deutschen Filmakademie“ und des Vorstands der „Deutschen Akademie für Fernsehen“. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit ist er immer wieder auch als Dozent tätig, zuletzt am Middlebury College in Vermont, USA.


09. Mai 2018, 19:00 Uhr

Architektur und das Besondere der Stadt - Zur sozialen Konstruktion des städtischen Raums

PD Dr. Silke Steets

Architektur und das Besondere der Stadt
Zur sozialen Konstruktion des städtischen Raums

Vorlesung

Veranstaltungsort:
WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld


In dem Vortrag soll es um die soziale Konstruktion des städtischen Raums gehen.

Städte können wir als Räume begreifen, in denen sich unterschiedliche „Bedeutungsebenen“ überlagern. Manche dieser Ebenen – wie Gebäude, Wahrzeichen, Denkmäler – sind materiell, andere – wie Imaginationen, Lieder oder Geschichten einer Stadt – immateriell. Immer aber sind diese Ebenen sozial konstruiert.

Ein besonderes Augenmerk wird auf den architektonischen Elementen dieses Raums liegen. An Beispielen wird verdeutlicht, wie sich mit Hilfe einer architektursoziologischen Herangehensweise die symbolischen, materiellen und alltagspraktischen Aspekte von Gebäuden zusammendenken und gewinnbringend analysieren lassen.

Silke Steets ist Soziologin und Heisenberg-Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig. In ihrer Habilitationsschrift „Der sinnhafte Aufbau der gebauten Welt“ (Suhrkamp, 2015) entwickelte sie eine wissenssoziologische Perspektive auf Architektur und gebaute Räume. In ihren Forschungen befasst sie sich besonders mit Fragen im Schnittpunkt von Stadt, Raum, Religion, Popkultur und Kunst im öffentlichen Raum.


06. Juni 2018, 19:00 Uhr

Bewährung und Befremden - Über die unheilvolle Sogkraft eines dschihadistischen Islam

Dr. Thomas Loer

Bewährung und Befremden
Über die unheilvolle Sogkraft eines dschihadistischen Islam

Vorlesung

Veranstaltungsort:
WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld


In der Diskussion über das beunruhigende Phänomen der Radikalisierung im Namen des Islam taucht immer wieder die Frage auf, ob es sich um das Missverständnis einer eigentlich friedfertigen Religion handelt oder ob diese den Keim der Radikalisierung formt. Dass auch nüchterne Analysten in dieser Frage keine Übereinkunft erzielen können, ist schon ein Hinweis darauf, dass die Frage möglicherweise gar nicht beantwortet werden kann. Vor allem dann nicht, wenn die Ungleichartigkeit innerhalb der islamischen Lehre nicht berücksichtigt wird.

Im Vortrag wird ein Aspekt vorgestellt und diskutiert, der einen möglichen Weg zur Erklärung der Radikalisierung erkennen lässt: der Aspekt der „Fremden“. Dabei wird exemplarisch gezeigt, wie die Hinwendung zum Islam in einem bestimmten Verständnis als Lösung einer biographischen Krise erscheint und wie dieses Verständnis einen sich selbst verstärkenden Sog auslöst.

Der habilitierte Soziologe Dr. Thomas Loer ist Gastdozent an der Privaten Universität Witten/Herdecke, Lehrbeauftragter an der International Psychoanalytic University Berlin und freiberuflich tätig (Praxis für klinische Soziologie – Analyse und Beratung). Seine Forschungsschwerpunkte sind die Kultursoziologie, die Soziologie des unternehmerischen Handelns, die Kunstsoziologie, die Soziologie der Professionalisierung, die Methodologie und die Methode der Objektiven Hermeneutik.


09. Juni 2018, 10:00 - 14:00 Uhr

Fußball - Der Lieblingssport der Deutschen in soziologischer Reflexion

Dr. Jasper Böing

Fußball
Der Lieblingssport der Deutschen in soziologischer Reflexion

Seminar

Veranstaltungsort:
WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld


Im Seminar geht es um das Thema Fußball aus soziologischer Perspektive. Dieses in vielerlei Hinsicht präsente und bedeutsame soziale Phänomen soll jenseits von Stammtischweisheiten und über die mediale Vermittlung hinaus reflektiert werden. Ein Schwerpunkt wird hierbei die Verbindung von Fußball, Politik und Wirtschaft sein.

Fragen, die gemeinsam diskutiert werden sollen, sind u.a.:

- Ist Fußball ein Kulturgut, ein reines Geschäft, eine Profilierungsarena für Politiker – oder alles dies zugleich?

- Können Effekte der ökonomischen Durchdringung des Fußballs identifiziert werden und wenn ja, was bedeutet dies für die Fans?

- Gleicht sich die Anzahl der Schiedsrichter-Fehlentscheidungen – wie man so schön sagt – am Ende der Saison wirklich aus?

- Ist es „clever“, wenn ein Angreifer im gegnerischen 16-Meter-Raum die Berührung eines verteidigenden Spielers „annimmt“, fällt und einen 11-Meter bekommt?

Dr. Jasper Böing hat an der Ruhr-Universität Bochum Geschichte, Soziologie und Sozialwissenschaft studiert und sich dort bereits mit der Kommerzialisierung der 1. Fußballbundesliga beschäftigt. Anschließend promovierte er an der FernUniversität in Hagen in der Stadtsoziologie zum Thema der räumlich-städtischen Identifikation. Zurzeit befasst er sich soziologisch mit dem Themenkomplex der Energiewende und mit Fragen zur Ökonomisierung der Gesellschaft.

Wegen begrenzter Plätze ist eine Anmeldung bis zum 04. Juni 2018 im Regionalzentrum der FernUniversität in Hagen erforderlich: Regionalzentrum Coesfeld, Tel. 02541 7582 oder per Mail: regionalzentrum.coesfeld@fernuni-hagen.de


04. Juli 2018, 19:00 Uhr

Bildung – Familie – Schule

Prof. Dr. Volker Ladenthin

Bildung - Familie - Schule

Vorlesung

Veranstaltungsort:
WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld


Die gesellschaftlichen Erwartungen an Einrichtungen im Bildungswesen sind groß: Es scheint, als sollten Kindertageseinrichtungen und Schulen alle Probleme und Erziehungsaufgaben lösen, die im Alltag anlaufen. Welche Erwartungen gibt es – und welche können erfüllt werden?

Prof. Dr. Volker Ladenthin wurde 1953 in Münster/Westf. geboren. Nach dem Studium der Germanistik, der Geschichte, der Philosophie und der Pädagogik legte er 1979 das Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. Dem Referendariat von 1979 bis 1981 folgte die Zweite Staatsprüfung .1986 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Erziehungswissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. 1990 promovierte er zum Thema „Moderne Literatur und Bildung“, vier Jahre später folgte die Habilitation mit einer Arbeit zum Thema „Aspekte sprachkritischer Pädagogik“. Seit 1995 ist er Professor für Allgemeine und historische Erziehungswissenschaft an die Universität Bonn.


19. September 2018, 19:00 Uhr

Stammbaumforschung als Hobby – Das menschliche Bedürfnis, sich mit seiner Herkunft zu verbinden, und der Nutzen soziologischer Genogrammarbeit für Beratung und Therapie

Prof. i. R. Dr. Bruno Hildenbrand

Stammbaumforschung als Hobby
Das menschliche Bedürfnis, sich mit seiner Herkunft zu verbinden, und der Nutzen soziologischer Genogrammarbeit für Beratung und Therapie​

Vorlesung

Veranstaltungsort:
WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld


Aus soziologischer Sicht kann im Hobby der Stammbaumforschung das Interesse identifiziert werden, seinen eigenen Platz in der Abfolge von Generationen zu finden und zu fixieren. Dieses Interesse hängt stark vom Lebensalter ab.

Soziologinnen und Soziologen arbeiten mit Stammbäumen, die sie aus historischen Gründen Genogramme nennen, um Wege in Armut, in Krankheit oder abweichendes Verhalten zu rekonstruieren.

Fachleute in Beratung und Therapie machen sich soziologische Erkenntnisse und Methoden im Bereich der soziologischen Genogrammarbeit zu Nutze, um in der Arbeit mit Klientinnen und Klienten herauszufinden, welche Muster ihre Probleme tagtäglich hervorbringen. Sie wollen auch entdecken, wie die soziale Matrix beschaffen ist, vor deren Hintergrund sie ihren Lebensweg zu gestalten hatten. Ebenso wie Soziologinnen und Soziologen fragen sie bei der Genogrammrekonstruktion gleichermaßen nach Ressourcen wie nach Resilienzpotenzialen, um mit den Klientinnen und Klienten günstigere Handlungsmöglichkeiten für ihre Zukunft zu erarbeiten.

Prof. i. R. Dr. Bruno Hildenbrand lehrte bis 2012 Sozialisationstheorie und Mikrosoziologie am Institut für Soziologie der Friedrich Schiller-Universität Jena. Daneben war er Dozent und Supervisor am Ausbildungsinstitut für systemische Beratung und Therapie in Meilen/Zürich. Ein Buchmanuskript mit dem Arbeitstitel „Genogrammarbeit für Fortgeschrittene“ wird im Frühjahr 2018 abgeschlossen sein und im Carl Auer Systeme-Verlag Heidelberg erscheinen. Aktuell befasst sich Prof. Hildenbrand mit Fragen des Transfers sozialwissenschaftlichen Wissens in die Praxis, speziell im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.


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Martina Stöppel | 05.04.2018
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