Regionalzentrum Coesfeld

Klaus Joswig

Professor für Ergotherapie an der Fachhochschule Osnabrück

"Vom Kfz-Mechaniker zum Professor"

Klaus Joswig studierte und promovierte an der FernUniversität in Hagen.
Es ist nicht die typische „Vom Tellerwäscher zum Millionär“-Geschichte. Aber der Lebenslauf von Klaus Joswig erinnert ein wenig daran. Seine berufliche Karriere begann er als Kfz-Azubi. Heute ist der 58-jährige Professor für Ergotherapie an der Fachhochschule Osnabrück. Studiert und promoviert hat er an der FernUniversität in Hagen.

Illustration

Autobranche und Ergotherapie? Wie passt das zusammen? „Gar nicht“, lacht Joswig, „ich habe irgendwann gemerkt, dass Menschen und nicht Maschinen im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen sollten.“ Diese Erkenntnis ließ ihn nicht lange „fackeln“. Er startete seinen zweiten Bildungsweg. Am Anfang stand eine arbeitstherapeutische Ausbildung. Es folgte eine entsprechende Beschäftigung in einer Werkstatt für Behinderte. „Um in diesem Bereich auch in höhere Positionen zu kommen, brauchte ich ein akademisches Studium. Deshalb habe ich mich an der FernUniversität in Hagen eingeschrieben. Ohne Abitur ist er als „beruflich Qualifizierter“ 1996 über eine Einstiegsprüfung ins Studium gekommen.“ Nur fünf Jahre später – und das bei paralleler Berufstätigkeit in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie, in der er zu dieser Zeit die Abteilung Ergotherapie aufgebaut hat – hatte Joswig den Magister in Erziehungswissenschaften, Psychologie und Soziologie in der Tasche.

Dass er im Anschluss gleich mit der Promotion weitergemacht hat, sei nicht von vornherein geplant gewesen. „Es hat sich einfach so ergeben, mich hat das Thema fasziniert“, erinnert sich der Münsteraner. Seine Dissertation schrieb er über Otto Specks systemisch-ökologischen Orientierungsansatz in der Heilpädagogik. Am 8. März 2007 musste er seine Arbeit in seiner Disputation in Hagen verteidigen. „Ich kann mich an das Datum so gut erinnern, weil meine Frau mir damals gesagt hat ´Heute ist Weltfrauentag, das bringt Glück´.“

Dass er dann Anfang 2009 für die Professur für Ergotherapie an der FH Osnabrück ausgewählt wurde, hat mit Glück wenig zu tun. „Während es in anderen Ländern normal ist, dass Pflegekräfte, Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten eine akademische Ausbildung absolvieren, ist das in Deutschland noch die Ausnahme“, erklärt er, „es gab dementsprechend nur sehr wenige Bewerber, deren Werdegang so genau zu dem Anforderungsprofil der Professur passte wie meiner.“

Neben seinem Studium und seiner Promotion hatte Joswig jahrelange praktische Erfahrung in der Ergotherapie. Seine didaktischen Fähigkeiten hatte er als Dozent an einer Fachschule für Ergotherapie und als Mentor an der FernUniversität außerdem unter Beweis gestellt. „Ein weiterer Pluspunkt war sicherlich, dass ich gute Kontakte zu anderen Spezialisten auf dem Gebiet der Ergotherapie habe“, so Joswig.

An seine Zeit als Fernstudent denkt der Professor gerne zurück. „Ich habe an der FernUni gelernt, mich selbst zu motivieren und eigenaktiv zu lernen. Diese wertvollen Erfahrungen gebe ich heute an meine Studierenden weiter.“


FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de