Regionalzentrum Coesfeld

Veranstaltung

BürgerUniversität Coesfeld: Von der unendlichen Vielfalt der Musik

Musik in der Gesellschaft des 19. und 20. Jahrhunderts

Termin(e) Uhrzeit Leitung Ort/Raum
Mi, 28.10.2015 19:00 PD Dr. Sven Oliver Müller, Max-Planck-Institut, Berlin Regionalzentrum Coesfeld

Warum sollten sich Historiker mit Musik beschäftigen? Ist das Mode oder Methode? Die Geschichtswissenschaft hat in der Musikkultur viel zu entdecken. Bislang hat sie der Musik – gemessen an ihrer hohen gesellschaftlichen Bedeutung – erstaunlich wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Zu lange hat sich die Forschung auf ästhetische Fragen konzentriert. Deshalb wissen wir viel mehr über Partituren, Stile und die Musik großer, männlicher und toter Komponisten als über die sozialen und politischen Wirkungen von Musik. Bis heute stellt die Erforschung von musikalischen Aufführungen als Kommunikationsereignis ein Desiderat dar. Um den historischen Stellenwert der Musikkultur in der modernen Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert zu zeigen, ist ein Perspektivwechsel nötig: weg von der Untersuchung der Musik als Werk – hin zur Wirkung von Musik; weg von der Partitur – hin zur Praxis von Aufführungen. Aus historischer Sicht interessiert Musikkultur, weil für sie und durch sie ein gesellschaftlicher Raum konstituiert wird. Zu zeigen ist, wie Beziehungen in einer Gesellschaft durch Teilnahme an musikalischen Aufführungen geprägt wurden.

PD Dr. Sven Oliver Müller ist seit 2010 Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin. Zuvor studierte er an den Universitäten Bonn und Bielefeld und forschte am European University Institute in Florenz und am DHI (Deutsches Historisches Institut) in London. Seine Forschungsinteressen sind: Geschichte der Emotionen, Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Publikumsverhalten im Musikleben, Kommunikationsgeschichte, Geschichte und Theorien des Nationalismus sowie Vernichtungskrieg der Wehrmacht in Osteuropa.

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