Regionalzentrum Coesfeld

Veranstaltung

BürgerUniversität Coesfeld: Blutige Antiken: Zum Umgang mit einem Markt, der keine unangenehmen Fragen stellt.

Termin(e) Uhrzeit Leitung Ort/Raum
Mi, 05.10.2016 19:00 Dr. Michael Müller-Karpe Regionalzentrum Coesfeld

Bilder von der gezielten Vernichtung von Kulturgut durch Kämp­fer des „Islamischen Staates“ in Syrien und Irak haben einer entsetzten Weltöffentlichkeit erneut die Gefahren vor Augen geführt, denen das kulturelle Erbe der Menschheit ausgesetzt ist. Nicht nur die willentliche Zerstörung von Kulturstätten ist ein Mittel der Kriegsführung. Kriegsparteien plündern auch seit Jahrzehnten archäologische Stätten und lassen sich von einem gierigen internationalen Antikenmarkt die Kriegskassen füllen. Der Referent berichtet von seiner Arbeit als Kriminalarchäologe, seinen Bemühungen um die Förderung des Bewusstseins für die Gemeinschädlichkeit des Handels mit Antiken ungeklärter Her­kunft, dem finanziellen Anreiz und Motor für Raubgrabungen und den Widerständen, mit denen er sich dabei konfrontiert sieht.

Dr. Michael Müller-Karpe ist Archäologe am Römisch-Germa­nischen Zentralmuseum, dem Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie in Mainz. Er hat archäologische Grabungen in Deutschland, Großbritannien, Irak, Ägypten und Oman durch­geführt. Vehement engagiert sich Müller-Karpe für den Kultur­güterschutz. Er setzt sich für eine wirksame Bekämpfung der Antikenhehlerei ein und erstellt für Polizei, Zoll und Staatsan­waltschaften Gutachten.

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