Regionalzentrum Karlsruhe

Veranstaltung

Ein Prinz als „Leuchtsignal der Republik“? Prinz Max von Baden, die Revolution und die Demokratie

Gespräche am Tor - Karlsruher Begegnungen zu Wissenschaft, Politik und Kultur

Termin(e) Uhrzeit Leitung Ort/Raum
Mi, 15.11.2017 18:00 Prof. Dr. Konrad Krimm Seminarraum BASEL

Ein Vortrag von Prof. Dr. Konrad Krimm

Der letzte Kanzler des Kaiserreichs galt in der Pressepolemik nach 1918 als „Totengräber der Monarchie“. Aber war er auch „Leuchtsignal der Republik“, wie ihn ein Nachruf 1929 nannte? In seinem politischen Denken vereinigen sich Widersprüche seiner Zeit: konservative Traditionen und Einsicht in deren Verfall, Offenheit für demokratische Forderungen und tiefes Misstrauen gegen politische Massenbewegungen. Die Rolle des Prinzen war am 9. November 1918 keineswegs ausgespielt; seine liberalen Freunde drängten ihn, sich für die Nationalversammlung und dann für die Reichspräsidentenwahl zur Verfügung zu stellen. Als überzeugter Monarchist lehnte er das ab, diskutierte aber in der „Heidelberger Vereinigung“ mit der geistigen Elite im Nachkriegsdeutschland und forderte 1923 einen starken Staat, um die Demokratie gegen Kommunismus und Nationalsozialismus zu schützen.

Konrad Krimm, geb. 1946, war bis zu seiner Pensionierung 2011 Archivdirektor im Generallandesarchiv Karlsruhe und Vertreter von dessen Leiter. Seitdem hat er im Auftrag der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg Archivalien des Hauses Baden inventarisiert und für die öffentliche Nutzung im Generallandesarchiv aufbereitet, die bisher in Schloss Salem verwahrt wurden, darunter vor allem die umfangreichen Nachlässe von Großherzogin Luise und Prinz Max von Baden. Er ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein.

Für die Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich, der Eintritt ist frei.

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