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Aktuelles - Dezember 2006

Kooperationen sind Trumpf für erfolgreichen Drittmittel-Werber

Prof. Dr. Matthias Hemmje stellte bei Antrittsvorlesung Erreichtes und neue Pläne vor

Noch nicht sehr lange ist Prof. Dr.-Ing. Matthias L. Hemmje an der FernUniversität in Hagen, doch er hat sich bereits in mehrfacher Hinsicht profiliert: z. B. als eine der „wesentlichen Galionsfiguren“ für den Antrag zur Exzellenzinitiative des Bundes auf eine Graduiertenschule („Hagen Doctoral Academy“) oder als erfolgreicher Drittmittel-Einwerber. So stellte der Dekan der Fakultät für Mathematik und Informatik, Prof. Dr. Hans-Werner Six, den Kollegen der Hochschulöffentlichkeit vor, als Prof. Hemmje am 6. Dezember seine Antrittsvorlesung „Perspektiven von Forschung und Lehre am Lehrgebiet Multimedia und Internetanwendungen“ hielt. Prof. Six freute sich, dass „es uns gelungen ist, ihn für die FernUniversität zu gewinnen“.

Für Matthias Hemmje war seine Antrittsvorlesung „kurz vor Weihnachten das Signal: ‚Ich bin angekommen’“ – nicht nur als Person, sondern ebenso als Forscher und Lehrender, der bereits einiges an Arbeitsergebnissen und interessanten Perspektiven vorweisen kann. Diese stellte er den Zuhörerinnen und Zuhörern vor.

Zunächst sprach Hemmje die Kurse seines Lehrgebiets an: die beiden, die er weiterführt ebenso wie die drei, die er in den zurückliegenden zwei Jahren neu angeboten hat. Drei weitere sollen in den kommenden beiden Jahren hinzu kommen, ebenso, drei Seminare, die regelmäßig im Wechsel angeboten werden.

Anschließend stellte er sieben laufende Forschungsprojekte vor. Schwerpunkte der Forschung sind Digitale Bibliotheken, Medienarchive und Digitale Langzeit-Archivierung („Digital Libraries“, „Media Archives“ und „Digital Long-Term Preservation“) mit den BMBF- und EU-Projekten „Links4Science“, „Digital Preservation Europe“ und „NESTOR II“ sowie dem BMBF-Antrag „Net Media Grid“, Semantische Inhalte (Semantic Content), Wissens- und Prozesstechnologien (Knowledge und Process Technologies, EU-Projekt VIKEF, DFG-Antrag ESEMP-DL, EU-Antrag CDEE) sowie Informationsvisualisierung (Information Visualization, BMWi-Projekt CargoScoreCard CSC, DFG-Antrag LACOSTIR, BMWi-Antrag Intelligente Logistik im Güterverkehr). Am Beispiel der Projekte CSC und VIKEF führte er kurz etwas tiefer in einige beispielhafte Forschungsfragen, an denen derzeit an seinem Lehrgebiet gearbeitet wird, ein.

Bei seinem Überblick war es Hemmje immer wichtig, die Beiträge und Leistungen seiner Mitarbeitenden zu würdigen: „Ohne ihr für das Lehrgebiet wäre die aufwändige Arbeit im Bereich der Drittmittelforschung nicht möglich gewesen!“ Daher dankte Hemmje stellvertretend für alle anderen Mitarbeiter seiner Sekretärin Monika Lücke sowie dem zum Jahresende ausscheidenden Mitarbeiter Gerald Jäschke für deren besondere Leistungen in den beiden Aufbaujahren.

Gerade in Zeiten knapperer Kassen kann nur mit Hilfe von Drittmittelaktivitäten für junge wissenschaftliche Mitarbeiter eine ausreichende Zukunftperspektive geschaffen werden. So konnte an seinem Lehrgebiet im Jahr 2005 mit Hilfe von Drittmitteln bereits eine Stelle finanziert werden, 2006 bereits 2,25 Stellen. Dabei scheint Hemmje durchaus noch ein geringfügiges Wachstum des Lehrgebietes in den nächsten zwei Jahren möglich zu sein. Zusammen mit den grundfinanzierten 1,5 Stellen wäre dann die mittelfristige Zielgröße von maximal fünf bis sechs Mitarbeitern erreichbar.

Hemmje berichtete weiter, dass auf dieser finanziellen Grundlage neben den Beiträgen zur Lehre und zur Forschung mittlerweile eine erste Promotion am Lehrgebiet abgeschlossen wurde, zwei weitere sind in der Endphase. Weitere greifbare Ergebnisse der Forschungsaktivitäten sind acht neue begutachtete Publikationen auf nationaler und internationaler Ebene.

Auch fachübergreifende Aspekte bringen seine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten entscheidend voran. Daher arbeitet Hemmje mit den Lehrgebieten Philosophie I (Prof. Dr. Hubertus Busche) und Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Medientheorie (Prof. Dr. Martin Huber) aus der Fakultät Kultur- und Sozialwissenschaften sowie Wirtschaftsinformatik (Prof. Dr. Hermann Gehring, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft) derzeit an Anträgen für zukünftige Forschungsprojekte. Und natürlich mit Universitäten, Forschungseinrichtungen, staatlichen Institutionen ebenso wie mit Unternehmen der Computer- und Telekommunikationsbranche, Kultureinrichtungen etc. in vielen europäischen Ländern: „Nur so ist mittelfristig eine kritische Masse an Forschungskompetenz im Wettbewerb um Fördermittel erreichbar und nach außen glaubwürdig darzustellen!“

Überaus wichtig ist ihm Zusammenarbeit. Daher kooperiert sein Lehrgebiet Multimedia und Internetanwendungen innerhalb seiner Fakultät mit den Lehrgebieten Kooperative Systeme (Prof. Dr. Jörg Haake), Unternehmensweite Softwaresysteme (Prof. Dr. Lars Mönch), Rechnerarchitektur (Prof. Dr. Wolfram Schiffmann) Parallelität und VLSI (Prof. Dr. Jörg Keller) und Informationssysteme und Datenbanken (Prof. Dr. Gunter Schlageter).
Gerd Dapprich | 14.12.2006
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