Auf die Frage, was ihm an der FernUniversität besonders gefallen hat, sagt er spontan: die Lehre und die Studierenden. „Unsere Fernstudentinnen und -studenten, von denen die meisten schon ein Studium hinter sich haben, sind durch die Bank höchst motiviert und sehr anspruchsvoll, was die Lehre angeht. Ihre regelmäßigen Kommentare zu unseren Studienbriefen sind die beste Förderung zur Qualität der Lehre.“ Die vielen Präsenzveranstaltungen, ohne die das Hagener Fernstudium gar nicht denkbar wäre, haben Abels weit in Deutschland, der Schweiz, in Österreich, Russland und Lettland herumgebracht: „Überall kam man in Lerngemeinschaften, die in der knappen Zeit möglichst viel aus dem Dozenten herausholen wollten.“
Die Fernlehre selbst war für Abels immer eine spannende Herausforderung, denn Studienbriefe werden nicht nur von den Studierenden, sondern auch von den Fachkollegen gelesen, und „da kann man sich keine Nachlässigkeiten erlauben“. Diese Arbeit möchte er gerne fortführen, indem er seine zahlreichen Bücher, die oft aus Studienbriefen hervorgegangen sind, weiter pflegt und das eine oder andere „endlich in Angriff nehmen kann“.
Eine andere Seite der Medaille ist für den Professor die Forschung, für die ihm das flexible Fernstudiensystem immer wieder Zeit ließ. Besonders gern denkt er an das Projekt „Integrierte Lehre Soziologie“ zurück, in dem es um die Integration von Multimedia, Präsenzveranstaltungen und gedruckten Studienbriefen ging. Mit einem Forschungsetat von 4 Mio Euro war es seinerzeit das größte soziologische Forschungsprojekt in Deutschland und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Hagener Soziologie im neuesten CHE-Forschungsranking hervorragend abgeschnitten hat.
Die Zeit, die ihm neben Studium und Schreiben noch übrig bleibt, möchte Heinz Abels mit Lesen („die ganze Breite der Belletristik“), Theater und Oper füllen.
Geboren wurde er am 2. April 1943 in Wickrath (heute Möchengladbach). Nach dem Studium in Köln, Bonn und Bochum promovierte er in Bochum 1970 zum Dr. rer. soc. und 1972 an der Pädagogischen Hochschule Ruhr, Abt. Essen, zum Dr.paed. Nach einem Forschungsaufenthalt 1972/73 an der University of California, Berkeley, und einem Ruf an die Hochschule Reutlingen wurde er 1975 Wissenschaftlicher Rat und Professor für Soziologie an der Universität Essen. 1978 kam er als Professor für Soziologie zur FernUniversität in Hagen und wurde gleich zum Dekan gewählt. Nach einigen Jahren als Prorektor nahm er für 5 Jahre eine Auszeit von der Forschung und leitete im Auftrag des Ministeriums das Wissenschaftliche Sekretariat für die Studienreform.
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