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Aktuelles - April 2008

Friedensprozesse in Israel und interdisziplinäre Umweltpolitik

Prof. Georg Simonis feiert 65. Geburtstag

Bereits seit 17 Jahren forscht und lehrt Prof. Dr. Georg Simonis, Leiter des Lehrgebiets „Internationale Konflikte und Umweltpolitik“, an der FernUniversität in Hagen. Am 3. April feiert er seinen 65. Geburtstag. Schwerpunktthemen des Politologen waren in den letzten Jahren neben der Technikforschung (Innovationspolitik, Technikfolgenabschätzung und -bewertung) die Analyse der europäischen Außenpolitik. Er engagierte sich für den Aufbau der politikwissenschaftlichen Studiengänge, insbesondere für die Einrichtung des interdisziplinären Fernstudiums Umweltwissenschaften („infernum“).


Für den Politik- und Sozialwissenschaftler ist Technik ein soziales Konstrukt, dessen Nutzungsmöglichkeiten sich gestalten lassen. Technik muss nicht nur erfunden, sie muss auch in gesellschaftliche Verwendungszusammenhänge eingebunden werden. Mit diesen Prozessen der Einbindung von Technik in gesellschaftliche Zusammenhänge beschäftigt sich der gebürtige Straßburger, um negative Effekte der Technikentwicklung zu erkennen und zu vermeiden. Dieses Forschungsinteresse hat ihn immer wieder die Kooperation mit anderen Disziplinen suchen lassen.

Auch in der Lehre setzte er sich für den Aufbau von interdisziplinären Studiengängen ein, um bei den Studierenden eine ganzheitliche Problemsicht zu fördern. Seit dem WS 2000/2001 bietet die FernUniversität zusammen mit dem Fraunhofer Institut UMSICHT den Weiterbildungsstudiengang „infernum“ (Interdisziplinäres Fernstudium Umweltwissenschaften) an. Drei Fakultäten der FernUniversität steuern Inhalte für „infernum“ bei. Georg Simonis hat den Studiengang mit konzipiert und nimmt für die FernUniversität dessen wissenschaftliche Leitung wahr.

Ein weiterer Arbeitsbereich des Politikwissenschaftlers ist die europäische Außenpolitik mit ihren Governance-Strukturen, d. h. ihren Steuerungs- und Regelungsmechanismen. Ein wesentlicher Aspekt der europäischen Außenpolitik sind deren Beziehungen zum Nahen Osten.

Seit vielen Jahren kooperiert Prof. Simonis in Forschung und Lehre mit dem Historiker und Politologen Prof. Dr. Joseph Kostiner von der Universität Tel Aviv. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wird Simonis über seine neuesten Forschungsergebnisse, über die Möglichkeiten der Europäischen Union auf den Friedensprozess im Nahen Osten einzuwirken, berichten: Im Juni führt er zusammen mit anderen Außenpolitikforschern in Münster ein Symposium zum Thema „Friedensprojekt Europa“ durch. Auch seine „letzte Tat“ an der FernUniversität hat mit Israel zu tun: Im Juli bietet er gemeinsam mit Joseph Kostiner eine Präsenzveranstaltung zu den aktuellen Entwicklungen im palästinensisch-israelischen Friedensprozess an.

In der FernUniversität war Georg Simonis in unterschiedlichsten Funktionen aktiv. Von 1997 bis 2002 war er Prorektor für Planung und Finanzen und engagierte sich für die leistungsbezogene Mittelvergabe, die bis heute im so genannten Betreuungsmodell ihren institutionellen Ausdruck gefunden hat. In seine Amtszeit als Prorektor fiel auch die Aufgabe, den Fachbereich Erziehungs-, Sozial- und Geisteswissenschaften (heute Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften) neu auszurichten und das Studienangebot von Magister- auf die neuen gestuften Bachelor- und Masterstudiengänge umzustellen.

Während seiner Zeit an der FernUniversität hat ihm besonders gefallen, dass die Hochschule es erlaubt, als Herausgeber von Lehrbüchern, von „Studienbriefen“, tätig zu werden: „Die Publikation der an der Universität eingesetzten Lehrtexte ist nicht nur eine hervorragende Qualitätskontrolle, sondern trägt auch zur Verbesserung des Images der Hochschule bei.“ Georg Simonis ist Mitherausgeber von drei Lehrbuchreihen.

Nach seinem Studium der Politologie in Berlin und Genf war er u. a. wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Konstanz und der Technischen Universität Darmstadt sowie Abteilungsleiter am Institut Arbeit und Technik des Wissenschaftszentrums NRW, bevor er 1991 zur FernUniversität nach Hagen kam. Er ist Mitglied verschiedener Fachgesellschaften, u.a. der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft, in deren wissenschaftlichem Beirat er viele Jahre tätig war, der Arbeitsgemeinschaft Friedens- und Konfliktforschung, des Netzwerkes Technikfolgenabschätzung, der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler.

Nach Beendigung seiner aktiven Dienstzeit wird er sich verstärkt seinen Forschungsinteressen widmen, die in den letzten Jahren zu kurz gekommen sind.

Gesche Quent | 03.04.2008
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